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Hyde Park am Hudson

Der Film ist wahrscheinlich einer der besten Filme, der in diesem Jahr erschienen ist. Dies liegt nicht nur an einem hervorragenden Bill Murray, der den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt verkörpert, sondern an vielen kleinen Dingen, die zwischenmenschlichen Momente, die hier dargestellt werden.

Nein, der Film gibt auch einen kleinen Einblick in die Geschichte, von Dingen, die man noch nicht wusste, denn im Sommerhaus des Präsidenten wurde Geschichte geschrieben, die die Entwicklung der Welt beeinflusste.

Das Jahr 1939 ist kein gutes Jahr. Die Wirtschaft der USA lag lange Zeit am Boden. Erst durch viele Reformen und auch Eingriffe in das Sozialsystem konnte Roosevelt diese langsam wieder beleben. Und ein Blick nach Übersee macht deutlich, dass ein Verrückter die Welt erobern will.

Im Familiensitz, dem im Bundesstaat New York, plant der Präsident, König King George VI. (Samuel West) und Queen Elizabeth (Olivia Colman) für ein Wochenende zu empfangen. Das englische Königshaus hat ein Problem, denn man vermutet, dass es mit Deutschland zum Krieg kommt und sucht daher Verbündete.

Hyde Park on the Hudson

Diese Situation, die ehemalige Kolonie um Hilfe zu bitten, ist für das Königshaus neu. Roosevelt ist sich dem bewusst, trotzdem empfängt er den englischen jungen König sehr väterlich. Die Königin, die das Programm kennt, ist mit dem Picknick, wo es Tee und Hot Dogs gibt, nicht einverstanden.

Aber zuvor wird eine andere Geschichte erzählt, die erst durch Zufall Anfang der 90er Jahre bekannt geworden ist, als man Briefe von Margaret Daisy Stuckley, der Cousine fünften Grades, gefunden hatte. Daisy (Laura Linney) wurde von Roosevelt eingeladen. Beide hatten sich seit langem nicht gesehen. Nach und nach entwickelt sich aus diesem Treffen eine Liebesbeziehung.

Hyde Park On Hudson

Dabei muss man wissen, dass Franklin D. Roosevelt eigentlich im Rollstuhl saß. Man vermutet, dass er an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankt war. Außerdem war Roosevelt der einzige Präsident, der länger als zwei Wahlperioden amtierte und wie kein anderer die Geschichte der USA prägte und immer noch andere Präsidenten, die ihm folgten, beeinflusste. Außerdem ist es ihm zu verdanken, dass auf der Konferenz von Casablanca im Januar 1943 die Verbündeten auf eine bedingungslose militärische Kapitulation des Deutschen Reiches pochten.

Der Regisseur Roger Michell, der unter anderen Notting Hill gedreht hatte, hat hier ein wahres Meisterwerk abgeliefert. Eine Geschichte voller Wärme und Schauspielern, denen man anmerkt, dass sie sich in ihre Rollen hineinversetzen konnten. Vor allem die dargestellte väterliche Beziehung zwischen König und Präsident sowie die Liebesbeziehung zu Daisy. Dabei dreht ein Engländer einen geschichtsträchtigen Film über einen amerikanischen Präsidenten.

Bill Murray zeigt die Wechsel, vom politischen Jongleur, über Melancholiker zum humorvollen Vater, was in ihm als Schauspieler steckt, denn so soll der Präsident gewesen sein. Vor allem kommen die Dialoge genau auf den Punkt, so dass man gar nicht genug davon bekommt. Alles in allem wird die Geschichte dabei sehr glaubhaft dargestellt.

Hyde Park On Hudson

Den Gegenpart bietet Samuel West, der den stotternden König darstellt. Dieser junge König, der weiß, dass er ein starkes Handicap besitzt und sich auf einen schweren Gang, sprich den Krieg vorbereiten muss. Dieses vermag West hervorragend darzustellen, gerade die Kleinigkeiten, seien es die Gesten, die Mimik werden einfach nur brillant umgesetzt. Beide Hauptdarsteller ergänzen sich dabei, als ob sie nie etwas anderes gemacht haben.

Man kann sich dabei dem Kommentar der Süddeutschen Zeitung nur anschließen, die den Film als filmisches Kleinod bezeichnet haben. Er ist einfach nur sehenswert und verdient, gesehen zu werden.

Tobis Film

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