Kreuzworträtselfall

Der Polizeiruf war die Antwort der DDR auf den Tatort. Die erste Ausstrahlung erfolgte 1972. Über die Wende konnte sich der Polizeiruf auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit einem Marktanteil von über 15 Prozent behaupten.

Mit dem Kreuzworträtsel Mord hatten die Macher sich an die Filmumsetzung eines realen Falles gewagt. Dieser Fall zählt zu den spektakulärsten Fällen der Kriminalgeschichte in Gesamtdeutschland. Um die betroffenen Personen zu schützen, wurde die Handlung an fiktive Orte verlegt. Im Januar 1981 verschwand ein siebenjähriger Junge spurlos. Eigentlich wollte er mit seinem Freund ins Kino gehen, dort ist er aber nie erschienen. Als er Abends gegen 18.00 Uhr nicht nach Hause kommt, wurde eine Vermisstenanzeige erstattet.

Alle Suchmaßnahmen haben nichts gebracht. Durch Zufall findet einige Zeit später ein Streckenläufer der Bahn einen Koffer an den Gleisen. Als er ihn diesen öffnet, macht der Streckenläufer einen schrecklichen Fund. Im Koffer befand sich die Leiche des Jungen. Am Koffer und im Umfeld konnte die Polizei keine Spuren finden. Nur im Koffer befanden sich Zeitungen, bei denen das Kreuzworträtsel ausgefüllt wurde.

Da der Täter den Jungen missbraucht hatte und ihn mit brutaler Gewalt getötet hatte, kann die Polizei davon ausgehen, dass der Täter sich wieder an einem Jungen vergeht.

Die Polizei entschließt sich, von allen Bewohnern des Stadtteils Schriftproben zu nehmen, um so den Täter zu ermitteln, denn andere Möglichkeiten gibt es nicht.

So hatte die Polizei ein Kreuzworträtsel in Umlauf gebracht, hat von sämtlichen Briefen oder Personalakten Schriftproben genommen, um den Täter zu ermitteln. Was aus dem Film nicht hervorgeht, ist, dass die Polizei in dem Zusammenhang auch andere Delikte festgestellt hat.

Nach fast einem Jahr Ermittlungen konnte der Fall geklärt werden. Der Täter gestand.

Da solche Taten immer noch Auswirkungen haben, kann man sagen, dass der Vater des Opfers alkoholkrank wurde. Der Vater des Täters konnte die Schmach nicht ertragen und hatte sich kurze Zeit darauf das Leben genommen.

Es war das erste Mal, dass das damalige DDR-Fernsehen einen Kriminalfilm nach einer realen Vorlage gedreht hatte. Dabei wurde im Film akribisch der Ablauf eingehalten, wie es im realen Fall war. Außerdem war es das erste Mal, dass man im damaligen DDR-Fernsehen das Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern thematisiert hatte.

Noch immer zählt dieser Kriminalfilm zu einem der bedeutendsten Filmen und ist immer noch sehr sehenswert. Vor allem weil er halbwegs real darstellt, unter welchem Druck Ermittler arbeiten müssen, um einen Fall dieser Dimension zu lösen.

Der Täter selbst starb in Magdeburg, 32 Jahre nach dem Mord an dem siebenjährigen Jungen und zwar genau an dem Tag, wo er den Jungen ermordet hatte. Magdeburg war der Lebensmittelpunkt des Mörders, als dieser in den 90er Jahren aus der Haft entlassen wurde, weil eine lebenslange Einweisung nach DDR-Recht in der damaligen Bundesrepublik nicht rechtskräftig war.

Icestrom bearbeitet zur Zeit sehr aufwendig die damaligen Filme des DDR-Fernsehens und der DEFA, so dass diese nicht in Vergessenheit geraten.

  • Verleih Icestorm

 

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