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Ost Rock Klassik

In den letzten Jahren hat es sich ergeben, dass sich ehemalige Bands aus dem Osten der Republik für eine besondere Konzerttour zusammengeschlossen hatten. Handgemachte Rockmusik trifft Klassik, so könnte wahrscheinlich auch das Motto der Tour lauten, denn hier stehen Musiker auf der Bühne die mit ihrer Musik Geschichte geschrieben hatten.

Viele der Musiker waren nicht linientreu, wie manche heutzutage immer noch behaupten würden. In der ehemaligen DDR haben die Musiker es gelernt, in lyrischen Texten ihre Botschaften zwischen den Zeilen zu verstecken. Und bei der Jugend hatte die Musik einen Symbolcharakter für Freiheit und Anderssein gehabt. In den 60er Jahren konnte man im Osten der Republik sogar Beatles-Platten erwerben und wenn es nur unter dem Ladentisch war. Und in dieser Zeit entwickelte sich auch in der damaligen DDR eine Musikbewegung. Zahlreiche Bands entstanden, deren Titel auch heute noch bekannt sind. Titel wie „Wer die Rose ehrt“, „Am Fenster“, „Als ich fortging“ oder „Über sieben Brücken“.

Anfang der 90er Jahre wurde es still um die Musik der ehemaligen Bands der DDR, man hatte sie irgendwie abgeschrieben und es folgte die nüchterne Wahrheit, bekannte Künstler wie Tamara Danz starben. Dann folgten die zaghaften Touren und viele erinnerten sich an ihre Jugend und dazu gehörte auch diese Musik.

Seit 2007 wurde das erste Mal das Projekt aus der Taufe gehoben, hierzu konnte das Deutsche Filmorchester Babelsberg gewonnen werden, die die Touren seit dieser Zeit begleiten. Und 2010 waren Rockhaus, Renft, Tino Eisbrenner, Karat, Angelika Mann, , Silly, Pankow, Electra, , Günther Fischer und Angelika Mann mit dabei.

Die Gruppe Rockhaus, die bereits 1978 gegründet worden war, war durch ihren poppigen Sound bekannt geworden. Eigentlich haben sie eine Mischung zwischen der Neuen Deutschen Welle und Hip Hop hingelegt. Ihre bekannten Songs waren “Disco in der U-Bahn” oder “I.L.D.”

Die Klaus Renft Combo gehörte zu den Bands, die mit Auftrittsverbot in der DDR belegt worden sind. Renft hatte sich nicht verbiegen lassen und hat es zu dem damaligen Zeitraum gewagt, kritische Texte zu verfassen. Klaus Renft ging nach dem Verbot in den Westen, wo er aber nie so richtig angekommen war. Nach der Wiedervereinigung hat sich die Band wieder zusammengeschlossen, nur war dies von kurzer Dauer. Als ob ein Fluch auf die Band lag, starb erst Klaus Renft, dann kurze Zeit später der Gitarrist Heinz Prüfer und Peter “Cäsar” Gläser. Ihre Musik aber bleibt unvergesslich.

Tino Eisbrenner war der Sunnyboy und war der Sänger der Band Jessica gewesen. Aber eigentlich hatten sie damals nur einen Hit, “Ich beobachte Dich”. Danach wechselte er erfolgreich auf die Theaterbühne, und hat sich hier hauptsächlich mit Brecht oder Tucholsky erfolgreich auseinandergesetzt. Dem Ruf seiner Kollegen für die Tour ist er schließlich gefolgt.

Karat war neben den das Aushängeschild des Ostrocks schlechthin. Ihre Songs waren sehr poetisch, dabei denkt man Schwanenkönig, König der Welt oder Über sieben Brücken, den Peter Maffay nur coverte. 2004 dann der Schock, Herbert Dreilich, der Sänger mit dieser einprägsamen Stimme verstarb. Wo man eigentlich an das Aus dachte, ist der Sohn von Dreilich in die Band als Sänger eingestiegen und stimmlich sind sich beide sehr ähnlich.

Angelika Mann, auch eher bekannt als “die Lütte” hat sehr viel mit Reinhard Lakomy, Manfred Krug oder Günter Fischer zusammengearbeitet. Ihre bekannten Songs waren „Mir doch egal“ oder „Champus-Lied“. Die Gruppe Pankow hat mit ihrem Sänger André Herzberg genau den Nerv der Jugend getroffen, die sich von Bands wie den abgewandt hatten. Bekannt geworden sie sind auch mit ihrer Rock-Oper “Paule Panke”. Heutzutage spielen sie nicht mehr in Originalbesetzung, für Herzberg singt jetzt Jürgen Ehle. Silly hat mit Anna Loos einen Ersatz für die charismatische Frontfrau Tamara Danz gefunden. Anna Loos kann und will nicht Tamara Danz ersetzen, aber stimmlich passt sie in die Familie, wie sich die Band selber betitelt. In der damaligen Originalbesetzung hat die Band vor und nach der Wende riesige Halle gefüllt. Songs wie “Mont Klamott” oder “Bataillon d`Amour” bleiben unvergesslich.

Günther Fischer und seine Tochter sind auch dem Ruf des Konzertereignisses gefolgt. Zu DDR-Zeiten war Fischer einer der bekanntesten Komponisten, der zahlreiche Filmmusiken geschrieben hatte. Zuvor hatte er in den 60er Jahren sich der Jazzmusik verschrieben und mit Uschi Brüning und Manfred Krug die Bühne unsicher gemacht. Electra wurde bereits 1969 von Musikstudenten gegründet. Von Anfang an haben sie sich nicht in eine Schublade sperren lassen. Experimentieren mit klassischer Musik und Popmusik gehörte einfach genau dazu.

ist die Band, in der die Mitglieder die wenigsten Haare besitzen, ihr Slogan lautete “Ohne Bass und ohne Haare mit durch die 80er Jahre”. Die Mannen um Toni Krahl sind immer noch dabei, Songs wie „Am Fenster“ oder „Casablanca“ klingen auch nach so vielen Jahren einfach klasse.

Zum Schluss traten die alten Herren auf, die Stones Deutschlands, die . Auf der einen Seite waren sie ein Devisenbeschaffer, denn ihre Platten wurden auch hinter dem Eisernen Vorhang sehr gut verkauft, auf der anderen Seite waren sie auch Botschafter. Und wenn es so weiter geht, spielen die Herren noch bis zur Rockerrente oder als Vorband der Stones.

All diese Garanten der guten Musik findet man auf einer Doppel-DVD oder CD, die von Universal Musik herausgegeben wurde. Das Filmorchester und die Rockmusiker bilden eine hervorragende Synthese, so dass alles sehr angenehm wirkt. Soundtechnisch ist die DVD einfach nur gelungen.

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