Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Precious

Die Vorlage zu diesem Film von Lee Daniels hat die afroamerikanische Autorin Sapphire geliefert. Die Autorin lebte selber in Harlem und hat hier Kindern sowie Erwachsenen das Schreiben beigebracht, als Hilfestellung um so etwas aus ihrem Leben zu machen.

Claireece Jones lebt mit ihrer Mutter in Harlem und erwartet ihr zweites Kind. Eigentlich nichts ungewöhnliches, wenn nicht das Mädchen erst 16 Jahre alt wäre und wenn das Kind nicht von ihrem Vater wäre. Sie wurde im Beisein ihrer Mutter vom Vater missbraucht. Beim ersten Kind bemerkt man die Auswirkungen des Inzests. Ihre Mutter lässt sie auch immer spüren, dass sie nichts wert sei, denn sie sei nur Dreck. Hinzu kommt, dass sie Analphabetin und stark übergewichtig ist.

Die Mutter selber ist arbeitslos und lebt von der Sozialhilfe. Wenn einmal die Woche die Mitarbeiterin der Stadt kommt, zwecks Überprüfung der Familie, spielt sie eine heile Welt vor. Wenn diese weg ist, schmeißt sie das Kind von Claireece einfach auf den Boden.

Das junge Mädchen muss für die Mutter kochen und wird dabei beschimpft und geschlagen. Wenn der Mutter das Essen nicht zusteht, zwingt sie Claireece dieses zu essen, auch wenn sie es nicht will. Vielleicht ist hier auch der Grund zu sehen, dass sie stark übergewichtig ist. Statt zur Schule zu gehen, soll sie lieber „Stütze“ beantragen, denn Schule bringt ja nichts.

So flüchtet die junge Frau in eine Welt von Träumen, in der sie ein Star ist und von allen akzeptiert würde. Nur durch die Hilfe der Schulleiterin ihrer alten Schule wird sie in eine andere Schule, die sich um legasthenische junge Frauen kümmert, überwiesen. Hier lernt sie schreiben und lesen. Was viel wichtiger ist, sie wird akzeptiert und lernt, sich etwas zuzutrauen. Der Film ist weit weg von den typischen Hollywood-Filmen und gerade das macht ihn so sehenswert.

Auf der anderen Seite verlangt dieser Film viel von seinen Zuschauern ab. Denn schonungslos erzählt er die Geschichte von . Ausweglosigkeit und Bestürzung werden durch diesen Film erzeugt. Die Rückblendungen bezüglich des Missbrauchs von Claireece machen dies sehr deutlich. Auf der anderen Seite erzeugt der Film auch Hoffnung, denn Claireece versucht, durch den Schulbesuch ein normales Leben in Würde zu vollbringen.

Diese Energie, die sie aufbringt, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist enorm. So will sie ihren Sohn, der geboren wird, nicht zur Adoption freigeben. Nein, sie will ihm ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Zu diesem Zeitpunkt erfährt Claireece, dass ihr Vater an AIDS verstorben ist und dass sie selber an AIDS erkrankt ist. Ihr Sohn ist aber verschont geblieben, nur darf sie das Kind nicht mehr stillen.

Der Weg zur Emanzipation ist steinig und lang. Gabourey Sidibe als , eine junge Nachwuchsschauspielerin, verkörpert diese Rolle mit Kraft und Würde. Sie ist dabei unheimlich glaubhaft. Die Mutter wird von der Komödiantin Mo’Nique dargestellt, die gerade bezogen auf die Dialoge glänzt. Mariah Carey als Sozialarbeiterin Ms. Weiss überrascht sehr positiv. In einer Nebenrolle ist Lenny Kravitz als Krankenpfleger John zu sehen.

ist rundherum ein beeindruckender Film, der durch ein hervorragendes Ensemble glänzt. Dabei steigt dieser in die Tiefe der Probleme dieser Menschen am Rande der Gesellschaft ein. Der Film verlangt viel Aufmerksamkeit vom Zuschauer, der auf der anderen Seite dafür mit Gefühl belohnt wird.

  • Verleih: Prokino

Wie bewerten Sie diesen Film?

GD Star Rating
loading...

Kommentar schreiben