Sebastian Bergman – Spuren des Todes 1

Der 59-jährige mehrfach ausgezeichnete Schwede Rolf Lassgård ist nicht nur in Skandinavien seit über zwei Jahrzehnten einer der erfolgreichsten und beliebtesten Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler, sondern gilt auch hierzulande als herausragender, weil vielschichtiger Charakterdarsteller (u. a. in den Krimiserien „Kommissar Beck“, „Bella Block“ oder dem großartigen Drama „Nach Der Hochzeit“ mit Mads Mikkelsen).

Unerreichbar (sorry, Ken!) ist allerdings seine kongeniale Verkörperung von Henning Mankells „Kommissar Wallander“, mit der er von 1995 bis 2007 TV-Geschichte schrieb.

In einem Waldstück bei Västerås wird die Leiche eines Jungen gefunden.

Das Seltsame, dem Jungen fehlt das Herz. Bald hat man den Toten identifiziert, Roger, so heißt der Tote, war noch Schüler. Da der Fall nicht einfach ist, schaltet die ortsansässige Polizei die Landespolizei ein.

So erscheinen Kommissar Höglund und sein Team und übernehmen die Ermittlungen. Bei seinen Ermittlungen mit der entsprechenden Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen trifft der Kommissar auf einen alten Bekannten, Sebastian Bergman. Bergmann war Kriminalpsychologe und hatte früher im Team vom Kommissar mitgearbeitet, bis er aus persönlichen Gründen ausgeschieden war.

Und jetzt will er hier das Haus seiner verstorbenen Mutter verkaufen.

Hinter der Geschichte stecken die Autoren Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. Man muss sagen, dass der deutsche Titel ungünstig gewählt wurde, denn wenn man es direkt aus dem Schwedischen übersetzen würde, würde der Titel „Hinter den Kulissen“ lauten, was viel passender wäre. Beide Autoren werden in Schweden schon mit Stieg Larsson verglichen.

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Västerås gehört zum sogenannten Speckgürtel von Stockholm. Gekonnt wird die Geschichte aus zwei verschiedenen Ebenen erzählt. Auf der einen Seite die Ermittlungen und auf der anderen Seite die Geschichte des ehemaligen Polizeipsychologen Sebastian Bergman. Bergman hat vor Jahren seine Tochter und seine Frau verloren. Seitdem ist er krank und wird von Albträumen geplagt, obwohl dies schon einige Zeit her ist.

Durch Zufall kreuzen sich die Wege bei diesem Fall, als der Kommissar im Nachbarhaus die Durchsuchung absolviert. Und plötzlich bietet er der Polizei seine Hilfe an, an diesem Fall mitzuarbeiten. Höglund ist überrascht, denn er kennt ihn von früher. Er weiß, dass er ein guter Psychologe ist, aber menschlich gesehen ein arrogantes Arschloch.

Bergman versucht, sein Problem mit allerhand Tabletten in den Griff zu bekommen, was aber nicht hilft. Dafür hilft der Sex mit Frauen, so für eine Nacht. Obwohl er als Typ doch durchschnittlich aussieht. Doch sein Charme ist es, dem die Frauen schnell erliegen.

Aber der Fall ist es, der ihn reizt, denn die Polizei hat schnell einen Schuldigen gefunden. Nur passt das Puzzle überhaupt nicht zusammen, denn die Schule, die der Tote besucht hat, ist die Schule, wo Bergmanns Vater als Schulleiter tätig war.

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Die Autoren haben es geschafft, den Figuren einen Charakter zu verleihen. Sie sind zwar Individualisten, können und müssen sich aber im Team ergänzen. Somit kommen sie der Lösung des Falls immer näher.

Und dabei stellt sich heraus, dass der Fall auch Geheimnisse hat, denn das Opfer scheint doch nicht so unschuldig zu sein, wie es die Mutter erzählt. Mit hohem Tempo wird die Geschichte erzählt, welche vom Stil her auch den Zuschauer fesselt.

Ursprünglich hatten die Autoren eine Trilogie rund um den Polizeipsychologen Sebastian Bergman geplant. Mittlerweile sollen es sogar fünf Bücher werden. Auch die Verfilmung des jetzigen Buches steht noch an.

Der Mann, der kein Mörder war, ist ein echt typischer schwedischer Krimi, gelungen, spannend und fesselnd zugleich.

Über den zweiten Film verraten wir nichts.

Das Problem der Verfilmung ist, dass sie sich nicht ganz an die Vorlage des Buches hält, welches noch besser ist als der Film.

Der Film wird hauptsächlich vom mehrfach ausgezeichneten Schweden Rolf Lassgård getragen, der ein überragender Charakterdarsteller ist.

  • Verleih
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

 

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