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Slow West

Der Western ist tot! Lang lebe der Western?! würde, so einige enthusiastische Kritiker, das längst als „ausgestorben“ bezeichnete Genre des Westerns wiederbeleben. Auch bei den Kinozuschauern konnte eine überwiegend positive Reaktion festgestellt werden. Nach 80 Minuten Filmgenuss müssen auch wir zugegeben, dass der Film eine mehr als überzeugende Leistung abliefert…

Es war einmal Amerika…
Obgleich die Ära der berühmten Wildwestfilme längst vorbei ist, bietet der historische Hintergrund nach wie vor reichlich Anregung für mitreißende Handlungsstränge. ist dafür eine großartiges Beispiel: Nicht die Suche nach Gold, Reichtum oder blinde Rache treiben Jay (Kodi Smit-McPhee) Richtung Westen, sondern die Suche nach seiner großen Liebe Rose (Caren Pistorius).

Obgleich beide aus Schottland kommen, trennen diese Welten. Er ist aus einer adligen Familie, sie ist eine Landarbeitertochter und darüber hinaus nicht wirklich an Jay interessiert. Aufgrund eines unglücklichen Ausganges einer Handgreiflichkeit zwischen Jays und Roses Väter, war die Familie gezwungen, aus Schottland zu fliehen. Jay entschied sich, ihnen hinterher zu reisen und Rose für sich zu gewinnen.

Inmitten des amerikanischen Niemandslandes trifft Jay auf Silas (Michael Fassbender), einen Kopfgeldjäger, der sich als Bodyguard in die Dienste des jungen Schotten stellt. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach Rose und treffen dabei auf Bandenchef Payne (Ben Mendelsohn), der ebenfalls versucht, die Landarbeiterfamilie zu finden.

Slow WestAllerdings treibt diesen nicht die Liebe an, sondern das nicht unerheblich hohe Kopfgeld, das auf Rose und ihren Vater (Rory McCann) ausgesetzt worden ist. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, dessen dramatischer Showdown weder zu einem genretypischen Happy End noch zu einer vollständigen Katastrophe führt.

Wildwest Heroen wanted?
Der Film hebt sich erfrischend von den genretypischen Klischees ab, vermutlich ist das auch einer der Hauptgründe für den bisherigen Erfolg des Films: Es wird darauf verzichtet, eine völlig überzeichnete Heldenfigur in das Zentrum der Geschichte zu platzieren, selbst der Showdown hat kaum etwas gemein mit der typischen, finalen Schießerei klassischer Wildwestfilme.

Realitätsnahe Motive, wie unerwiderte Liebe, menschliche Sehnsüchte und unterschätzte Gefahr, spielen eine zentrale Rolle. Freilich gibt es reichlich Drama, die mit einer ordentlichen Prise Kaltblütigkeit gewürzt ist. Der Modernität des Filmes über eine Geschichte aus einer längst vergangenen Zeit tut das jedoch keinen Abbruch.

Jenseits von Drehbuch und Regie, muss man auch den Schauspielern ein großes Kompliment aussprechen. Deren Leistung ist nicht nur überzeugend und sehr authentisch, ihnen gelingt es, den Zuschauer direkt in ihren Bann zu ziehen und an dem Schicksal der Protagonisten teilhaben zu lassen. Es wird vermieden, eine übergroße Distanz aufzubauen, wie es noch bei den guten alten Wildwestschinken üblich war:

Man schaut nicht mehr Übermenschen bei der Bewältigung sagenhafter Schicksalsschläge zu sondern Menschen, deren Leben schlicht nicht so verlief, wie es von ihnen geplant oder gewünscht war. Diese Nähe erschafft auch eine erzählerische Dichte, die einen an die Handlung regelrecht fesselt.

Ein Neo-Western für einen Filmabend zu Zweit
Zugegebenermaßen, der Film ist kein Blockbuster und auch in der Kategorie „Familienfilm“ lässt er sich kaum verbuchen. Allerdings unterhält der Film und erzählt eine wunderbare, mitreißende und atmosphärisch dicht erzählte Geschichte, abseits der genretypischen Ballerei und epochaler Übertreibungen.

Die exzellenten Schauspieler tun ihr Übriges, um dem Zuschauer ein spannendes TV-Erlebnis zu bieten. Für einen DVD-Abend mit dem Partner oder den Freunden ist der Film wärmstens zu empfehlen!

Trailer

Bewertung

7.6 Wertung

Die exzellenten Schauspieler tun ihr Übriges, um dem Zuschauer ein spannendes TV-Erlebnis zu bieten. Für einen DVD-Abend mit dem Partner oder den Freunden ist der Film wärmstens zu empfehlen!

  • Filminhalt/Drehbuch 10/10
  • Bildqualität/Kamera 8/10
  • Schnitt 9/10
  • Tonqualität 8/10
  • Bonusmaterial 3/10

Weitere Informationen

  • Titel: Slow West
  • Kategorie: Filme
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Verlag: ProKino

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