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Wer weiß, wohin?

Ein Dorf voller Gegensätze und nur über eine schmale Brücke, die über eine tiefe Schlucht führt, mit dem Rest der Welt verbunden. Außerhalb des Dorfes herrscht Krieg, Krieg zwischen Moslems und Christen.

Überall rund um das Dorf liegen Mienen aus den vorhergehenden Konflikten. So stellt schon das Aufstellen einer Sattelitenschüssel ein Risiko dar. Aber es funktioniert und das Fernsehen wird zum großen Ereignis im Dorf, für welches der Pfarrer sogar Stühle aus der Kirche stiftet.

Aber da ist auch die andere Seite, denn wer über den Friedhof geht, sieht die vielen Gräber, wo junge Männer wegen des Konfliktes beerdigt wurden.

Und immer wieder schwellen die Konflikte zwischen Moslems und Christen an und aus jeder kleinen Streitigkeit kann wieder ein Brandherd entstehen. Den Frauen aber auch dem Pfarrer und dem Iman ist dies schon lange ein Dorn im Auge, denn sie wollen nur eines, Ruhe und Frieden.

Die Frauen greifen hier zu unorthodoxen Methoden, um den Frieden beim starken Geschlecht wieder herzustellen. So heuern sie eine ukrainische Table-Dance-Damen-Gruppe an und im ersten Moment scheint es zu funktionieren. Die Männer stehen beim einzigen Friseur an. Aber nach kurzer Zeit brodelt es wieder und die Damen haben bemerkt, dass die Männer ihre Waffen wieder ausgraben wollen.

So bleibt nur noch eine Möglichkeit. Selbstgebackene Haschkekse und Getränke, die mit Tabletten versehen sind, werden den Männern heimlich verabreicht. In der Zeit, wo die Männer ihren Rausch ausschlafen, vernichten die Damen die Waffen und als die Männer aufwachen, kommen sie sich vor wie im verkehrten Film. Die Frauen, die zuvor Christen waren, sind jetzt Moslems und umgekehrt.

Die Geschichte spielt in einem namenlosen Land, dies war Absicht von Frau Nadine Labaki, die nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch Regie führte. Dadurch kann man dem Ganzen einen entsprechenden en Charakter geben, denn schließlich gibt es diese Konflikte weltweit. Und neben Beirut fällt einem auch Ex-Jugoslawien ein. Aber die Liste wäre bestimmt lang genug.

Nadine Labaki hatte, bevor sie Filme gedreht hat, Musikvideos produziert. Mit ihrem ersten Film Caramel erlangte sie internationale Aufmerksamkeit. Ihr jetziger Film gewann den Publikumspreis beim Toronto Film Festival 2011.

Bei diesem Film setzt sie vor allen auf Laiendarsteller, die aber dem Film Authentizität geben. Dabei wurde dieser Film an Originalschauplätzen gedreht, wo Moschee und Kirche friedlich gegenüberstehen.

Der Film berührt und trifft genau ins Herz. Man muss sich vor den Frauen und Männern, die die Figuren verkörpern, nur tief verneigen, denn was diese hier präsentieren, ist einfach glaubhaft und identisch. Wäre es auf der Welt überall so, dass Frauen die Männer so beeinflussen, dann gäbe es keine Kriege und Konflikte mehr. Trotzdem ist man an manchen Stellen des Filmes, ganz ehrlich, den Tränen nahe.

Gerade da, wo von den beiden Jungs, die aus der Stadt immer die Waren des täglichen Bedarfes für das Dorf geholt haben, einer davon erschossen wurde und die Mutter ihren toten Sohn beweint. Voller Verzweiflung versteckt sie ihren Sohn im Brunnen des Hauses, um keinen neuen Konflikt zu schüren.

Man kann dem Verleih von nur danken, dass sie den Mut haben, diesen hervorragenden Film zu veröffentlichen, denn dieser ist einfach nur brillant, denn er geht unter die Haut und er hebt sich von vielen Filmen nur positiv ab. Nur mit der Altersempfehlung des FSK würden wir nicht mitgehen, denn ab 6 Jahren ist dieser völlig ungeeignet, denn Kinder in diesem Alter haben nicht das Verständnis, das man für diesen Film aufbringen muss.

Auch muss man Frau Labaki dankbar sein, den Mut aufzubringen, diesen Film zu drehen, denn schließlich herrschen in ihrem Land diese Konflikte.

 

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