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Zeiten ändern Dich

Schon mal etwas von Anis Mohamed Youssef Ferchichi gehört? Nein?! Zumindest in Deutschland gehört er zu einen der bekanntesten und erfolgreichsten Rapper des vergangenen Jahrzehnts. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich nur unter seinem Künstlernamen:

Ein wenig erinnert der Film an „8 Mile“, er kreist rund um das Leben und den Aufstieg des Rappers „“. Angefangen mit seiner problematischen Jungend, seiner „Karriere“ als Drogendealer bis hin zu seinem finalen Auftritt vor dem Brandenburger Tor. „“ ist eine Art Versuch, den Wandel vom „unreifen Gangsta“ hin zum erwachsenen Profi-Rapper nachzuzeichnen.

Nach dem Genuss des Filmes ist man versucht zu schreiben, dass „“ den Zuschauer in eine andere Zeit versetzt. Ein wenig fühlt man sich in dieser antiquierten Welt, in der „Ehre“ und „Respekt“ zentrale Kategorien sind, etwas fremd. Letztendlich wird hier das Leben in einer Parallelgesellschaft dargestellt, das für die meisten Menschen sehr weit weg von der eigenen Lebensrealität sein dürfte.

So eine Distanz ist ein echtes Manko, es macht es dem Zuschauer schwer, sich in diese Welt richtig einzufühlen – zumindest dann wenn der Zuschauer nicht gerade selbst im Ghetto Großstadt lebt oder ein Fan des Rappers ist. Einige Dialoge im Film wirken derart welt- und lebensfremd, dass man fast von unfreiwilliger Komik sprechen kann – obwohl die Protagonisten (irgendwie) glaubhaft machen, dass es ihnen ernst zu sein scheint.

Auch ist der Wandel s nicht wirklich authentisch: Keine Frage, der Hass auf seinen Vater ist nachvollziehbar und augenscheinlich berechtigt. Aber wieso vergibt er diesem dann auf einmal? Sicherlich sollen in dem Film nur einige Lebensstationen nachgezeichnet werden, aber das eine oder andere hätte den Zuschauer sicherlich noch interessiert. So wird beispielsweise sein Verhältnis zu „Sido“ nicht einmal angeschnitten.

Ein weiteres Problem ist die schauspielerische Leistung des Rappers und seine seltsamen Kommentare zum Filmgeschehen. Immer wenn größere einschneidende Ereignisse stattgefunden haben, lässt er seinen Gedanken freien Lauf und begleitet damit das Geschehen. Dummerweise sind diese (teilweise) derart ungelenk und unreflektiert, dass das Gerede über „Ehre“ und „Respekt“ dem einen oder anderen Zuschauer ziemlich schnell zum Hals raushängen dürfte. Sicherlich mag er in solchen Situationen genau so gedacht haben, dennoch sind seine Ausführungen irgendwie unpassend und unüberlegt.

Wirklich gut hingegen hat uns die Musik an sich gefallen, auch die Leistung von Moritz Bleibtreu, Elyas M’Barek, Hannelore Elsner und Karoline Schuch kann sich sehen lassen. Schlussendlich müssen wir aber zum Fazit kommen, dass es deutlich sinnvoller gewesen wäre, ein Tourvideo zu drehen, als dem Rapper ein derartiges filmisches „Denkmal“ zu setzen. Lediglich Liebhaber der Musik oder Fans werden hier auf ihre Kosten kommen, für alle anderen hingegen ist der Film keine wirkliche Empfehlung. Eigentlich schade, wäre der Film reflektierter und überlegter gewesen, hätte er ein riesiges Potenzial gehabt – aber so…

Der Film ist ab dem 15. Juli im Handel erhältlich und wird voraussichtlich ~15€ kosten. Freigegeben ist er ab einem Alter von 12 Jahren, aus unserer Sicht ist eine Altersgrenze von ca. 14 Jahren zu empfehlen.

Verleih: Constantin

Hier erhältlich
Zeiten ändern dich

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