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Das Labyrinth der Träumenden Bücher

von Walter Moers, gelesen von Andreas Fröhlich
Back to Zamonien! Endlich ist ein neuer Roman aus der bekannten Fantasy-Reihe von Walter Moers erschienen. Nach “Ensel und Krete”, “Rumo und die Wunder im Dunkeln”, “Die Stadt der Träumenden Bücher” und “Der Schreckensmeister”, soll “” den Leser abermals auf den Kontinent Zamonien entführen. Ob dabei an den Erfolg der Vorgängerromane angeknüpft werden kann? Die Messlatte liegt bekanntlich sehr hoch…

Was zum Teufel ist los in Zamonien?
Wer hinter dem Namen eine abgedreht-verrückte Geschichte im Stile Käpt‘n Blaubärs vermutet, der liegt schon einmal gar nicht so falsch. Ausgangspunkt war Walter Moers Erstlingsroman “Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär”, in welchem die 13,5 Leben des Käptain Blaubär aus der Ich-Perspektive des abenteuerlichen Geschichtenerzählers rekapituliert werden. Auf seinen Reisen verschlägt es ihn auf den geheimnisvollen Kontinent Zamonien.

Dort begegnet er nicht nur allerlei seltsamen Geschöpfen, sondern erlebt Unglaubliches. Der Leser wird in eine Welt verschlagen, die alt und jung gleichermaßen zu begeistern wussten. In den nachfolgenden Romanen werden zahlreiche, nicht unmittelbar zusammenhängende Geschichten rund um den seltsam-verrückten Kontinent erzählt.

Charakteristisch für die Erzählungen, dass sie nicht nur unterhalten, sondern auch zahlreiche Anspielungen und Seitenhiebe auf Literaturbetrieb und Gesellschaft aufboten: Kurzum, nicht nur den Kindern sondern vor allem auch deren Eltern wurde einiges geboten.

Inhalt
Hildegunst von Mythenmetz hat es geschafft, er ist ein berühmter Schriftsteller geworden. Knapp 200 Jahre nach seinen Abenteuern in Buchhaim sitzt er auf der Lindwurmfeste und bekommt reichlich Post von seinen Verehrern. Unter den vielen Schreiben findet sich jedoch ein seltsames Dokument mit einem herausragend niedrigen literarischen Niveau. Mit dem ersten Blick und während der Lektüre diesen Briefes fallen ihm verschiedene Gemeinsamkeiten auf:

Nicht nur, dass das Schreiben einen ähnlichen Inhalt hat wie jenes, dass ihn vor Jahren zu der schicksalhaften Reise verführte. Selbst die Unterschrift ist von seiner eigenen nicht zu unterscheiden. Mit dem Hinweis, dass der Schattenkönig zurück sei, endet der Brief – als Absender wurde sein eigener Name angegeben. Hildgunst reist umgehend nach Buchhaim, den Grund des rätselhaften Briefes ausfindig zu machen…

Kritik
Bereits die Reaktionen der Fangemeinde war gespalten: Auf der einen Seite wurden die Moersschen Wortkreation, die fantastische Atmosphäre und der geniale wie witzige Umgang mit der Sprache gelobt. Auf der anderen Seite wurde beklagt, dass es der Handlung fast vollständig an Spannung fehle und das (Hör-)Buch eher an einen lauwarmen Aufguss von “Die Stadt der Träumenden Bücher” erinnere. Wir waren daher sehr gespannt, was uns tatsächlich mit der Neuerscheinung erwarten würde.

Tatsächlich trifft die Kritik – aus unserer Sicht – genau den Kasus knacktus: Wie immer gelingt es Walter Moers, mit der Sprache zu spielen, mit fantastischen Figuren zu beeindrucken und durch eine rundherum eigentümlich-kreative Atmosphäre den Hörer zu bannen.

Die Handlung für sich betrachtet, reißt allerdings nicht sonderlich mit. Viel Kurioses ersetzt nun mal keinen Spannungsbogen, stellenweise wurde das Hörbuch regelrecht langatmig. Besonders ärgerlich an dem Hörbuch: Zum Ende, als es tatsächlich beginnt, richtig interessant zu werden, ist Schicht im Schacht. Dem Sprecher allerdings ist kein Vorwurf zu machen. Diesem gelingt es, die Atmosphäre des Buches, die nach wie vor sehr überzeugend und unglaublich kreativ ist, optimal in Szene zu setzen und dem wandelnden Fantastischen seine Stimme zu leihen.

Fazit
Mit Sicherheit handelt es sich nicht um den größten literarischen Erguss des Walter Moers, als unleserlich oder gar als einen kompletten Reinfall ist der Roman allerdings nicht zu bezeichnen. Nach wie vor gelingt es der Story, den Hörer wie Leser auf eine fantastische Reise zu schicken – leider fällt diese weit weniger spannend und abenteuerlich aus als die vorherige. Schade, hier wurde Potenzial unnötig vergeudet.

Lesens- und hörenswert bleibt das (Hör-)Buch dennoch, für ein Prädikatsergebnis reicht die dargebotene Leistung allerdings nicht. Vielmehr wird solide Unterhaltung auf recht hohem inhaltlichem Niveau geboten.

Das Hörbuch hat eine Laufzeit von knapp 14,5 Stunden und ist bei Der Hörverlag erschienen. Im Handel ist “” für knapp 25€ erhältlich.

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