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Das Salz der Erde

Der Schriftsteller Daniel Wolf hatte eigentlich einmal Sozialpädagogik studiert. Aber irgendwie hat ihn schon damals das Thema Mittelalter fasziniert. Herausgekommen ist ein Werk von über 1000 Seiten, was von der erste Minute bis zur letzten Sekunde fesselt. Über 40 Stunden dauert das Hörwerk und ist einfach mal kurz gesagt gigantisch.

Die Geschichte führt in das Jahr 1173, als der junge Michel mit seinem Vater Rémy und seinen Geschwistern aus dem Dorf Fleury geflohen war, weil der Herrscher einen Dorfbewohnen auspeitschen ließ, da dieser zwei Hasen im Wald gejagt hatte. Die Dorfbewohner, die Leibeigene sind, behandelt er sehr schlecht. Weil der Vater ahnt, dass er eventuell das nächste Mal bestraft würde, haben sie sich zur Flucht entschieden. Aber einer aus der Dorfgemeinschaft muss ihn verraten haben, denn sie werden von den Soldaten verfolgt.

Aber durch Glück konnten sie sich im Wald verstecken. Ihr Ziel war die Bischofsstadt Varennes-Saint- Jacques, wo sie dann von einem Kaufmann aufgenommen wurden, der sie auch gleichzeitig vor den Herrschern versteckte. Rémy und seine Kinder dürfen ein Jahr und ein Tag nicht wieder eingefangen werden, erst dann sind sie frei. In der Zeit arbeitet der Vater auf dem Hof des Kaufmannes. Danach schafft es der Vater, selber ein kleiner Kaufmann zu werden und den Sohn Michel schickt er in die Lehre nach Mailand. Michel de Fleury kann sich hier schon in jungen Jahren bis zur rechten Hand des Kaufmannes hocharbeiten und wird auch schon mit eigenen Geschäften beauftragt.

Bis er eines Tages einen Brief bekommt, dass der Vater verstorben war. Fast drei Wochen benötigt der junge Mann, um wieder nach Hause zu reisen. Das Problem, Varennes leidet unter der Herrschaft des raffgierigen Bischofs Ulman und des skrupellosen Ritters Aristide de Guillory. Mailand hatte ihm gezeigt, dass man in einer freien Stadt besser leben kann. Er versucht dabei, die Kaufleute von seiner Idee zu begeistern, schafft sich aber gleichzeitig zahlreiche Feinde, die sich an ihre Macht klammern.

Daniel Wolf schafft es mit seinem Werk, einen kleinen Einblick in die Lebenswelt der Menschen zu geben. Das Leben der Menschen zu diesem Zeitpunkt war nicht einfach. Das Salz war ein wichtiges Handelsgut und wurde gebraucht. Aber die Kirche, denen die Salinen gehörten, haben die Preise diktiert, so dass sich das Volk dieses kaum leisten konnte. Es war die Zeit, wo die Kaufmannsgilde sich dagegen auflehnte.

Unser Held der Geschichte muss viele Schicksalsschläge ertragen, auch dass ein Freund aus Kindheitstagen sich zu seinem Feind entwickelt. Und dann ist da noch die Liebe.

Wolf schafft es, tatsächliche Geschichte mit seiner fiktiven Handlung geschickt zu verbinden. Dadurch entsteht ein spannendes Werk, das einem die tatsächliche komplizierte Lebenswelt der Menschen aufzeigt. Dieses wirkt alles sehr lebendig, so dass einem regelrecht Bilder vor den Augen entstehen, so dass man gar nicht das Werk aus der Hand, in dem Fall die CDs des Hörbuches, beiseite legen will.

Dies ist wahrscheinlich eines der besten Hörbücher, die in diesem Jahr erschienen sind.

Das Buch

  • Daniel Wolf
  • Historischer Roman
  • 2013. Originalausgabe
  • Taschenbuch, Klappenbroschur, 1.152 Seiten.
  • Goldmann
  • ISBN: 978-3-442-47947-4
  • € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,90*

 

 

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