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Die Welt, wie wir sie kannten

Die Autorin Susan Beth Pfeffer lieferte mit ihrem Roman „, “ einen neuerlichen Titel für das Weltuntergangs-Genre.

Allein das Jahr 2012 befeuert allerlei Weltuntergangszenarien, spätestens mit dem gleichnamigen Film dürfte diese Debatte auch einem breiterem Publikum bekannt sein. Fast jedes Jahr steuert ihrem (sicheren) Untergang entgegen, zumindest für mich ist dieses Thema (mitsamt seiner obskuren Theorien) derart omnipotent, dass es (fast) nervt. Das Ende der Welt, oder wahlweise der Menschheit, gehört jedoch scheinbar zu jenen Themen, von denen Zuschauer, Zuhörer und Leser magisch angezogen werden. Die Schwierigkeiten, die dieses Thema mit sich bringt, werden dadurch nicht weniger. Es ist eben nicht nur die Zahl der Konkurrenten, sondern auch die Überzeugungskraft der Geschichte, die maßgeblich den Erfolg des Autoren mitbestimmt.

Ist die Story glaubwürdig oder hanebüchen? Kann sich der Leser/Zuhörer/Zuschauer in die Protagonisten hineinversetzen oder sind diese unnahbar und wenig authentisch? Unter diesen Gesichtspunkten haben wir uns auch die Hörbuchfassung von „, “ zu Gemüte geführt und wurden, trotz anfänglicher Skepsis, positiv überrascht.

Inhalt

Ein Meteorit kollidiert mit dem Mond. Zwar war dieses Ereignis vorhersehbar, allerdings hat man nicht mit den verheerenden Folgen gerechnet. Der Himmelstrabant nahm diesen Aufschlag nämlich nicht so einfach hin, sondern seine Umlaufbahn wurde dadurch geändert. Zwar kreist er immer noch in stabilen Bahnen um die Erde, aber er ist nun wesentlich näher. Die Gezeiten verändern sich dadurch, es kommt zu Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüchen. Letztere sorgen wiederum dafür, dass Unmassen an Asche in die Atmosphäre geblasen werden. Die katastrophalen Folgen bekommen auch Miranda und ihre Familie zu spüren, denn was einst im Überfluss existierte, gibt es nur noch auf dem Schwarzmarkt – wenn überhaupt.

Mit zunehmender Dauer der Krise, welche zusätzlich durch einen strengen und langen Winter verschärft wird, schwinden die Überlebenschancen. , wie Miranda sie kannte, gibt es nicht mehr, ihre Welt beschränkt sich nur noch auf wenige Quadratmeter. Zu dieser bedrückenden Enge kommt aber auch die Furcht vor dem eigenen Tod, denn die Vorräte sind begrenzt und ein positives Ende der Katastrophe ist nicht in Sicht …

Kritik

Die Story ist kein Roman im klassischen Sinne, sondern sie wird in der Form eines Tagebuches erzählt. Miranda dokumentiert darin ihre Gedanken und gibt verschiedene Erlebnisse wieder. Diese Art, eine Geschichte zu erzählen, ist ein deutlicher Gewinn für den Hörer. Die Story lebt vor allem von den Emotionen und Gefühlen des Mädchens, die mit den Ereignissen einhergehen. Ein Tagebuchformat vermittelt die Gefühle und Emotionen unmittelbar – der Hörer wird buchstäblich in die Geschichte hineingezogen. Auch die Auswahl der Sprecherin hat einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Hörerlebnis. Ihre Vortragsweise und Interpretation verleiht Miranda eine Stimme, sie passt zu ihrem Wesen, verleiht ihr eine große Portion Glaubwürdigkeit.

Der „Weltuntergang“ als solcher spielt für die Geschichte eine weit weniger tragende Rolle, als eigentlich vermutet. Vielmehr handelt es sich um einen Aufhänger, um zu den Erlebnissen eines jungen Teenagers überzuleiten, der erleben muss, wie (die sie kannte) sich schlagartig wandelt. Das Hauptthema der Story ist weniger der Weltuntergang an sich, sondern vielmehr die Auswirkungen desselbigen auf das Leben der Familie. Die Autorin bleibt in der Hinsicht sehr konsequent. Nicht zuletzt dadurch gewinnt die Geschichte an Glaubwürdigkeit und Authentizität, obgleich sich die eine oder andere Unstimmigkeit eingeschlichen hat.

So stellten wir uns im Nachhinein dann doch die Frage, wie es die Post so lange durchhalten konnte – obwohl chronische Benzinknappheit herrschte. Auch wirkte die wundersame Heilung der gebeutelten Familie etwas zu konstruiert. Das ist zwar ziemlich ärgerlich, aber im Großen und Ganzen vernachlässigbar. Vernachlässigbar deshalb, weil Autorin und Sprecherin den Leser derart „einlullen“, dass einem diese Dinge wirklich erst im Nachhinein auffallen.

Dieses Einfangen und Fesseln des Lesers ist eine wirklich große Leistung des Hörbuches. Die Begebenheiten und Beschreibungen lassen eine Welt im Kopf des Zuhörers entstehen, in der sich dieser einfühlen und hineinversetzen kann. Kleine Ungereimtheiten fallen da kaum auf, auch wenn wir uns im Nachhinein schon wünschen würden, wenn man die eine oder andere aufgeworfene Frage am Ende beantwortet hätte.

Das Hörbuch ist aus unserer Sicht sehr hörenswert, nicht nur der Zielgruppe von 13 bis 16 Jahren, sondern auch Älteren kann man „, “ ans Herz legen.

Von Susan Beth Pfeffer, gelesen von Stefanie Stappenbeck

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