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Ein mittelschönes Leben

Das Fazit vorab: Sehr empfehlenswert. Die Schlussfolgerungen bei den Kindern sind u.a.:

„Nicht wegsehen, sondern verstehen, tolerieren und helfen“. ““ ist sehr empfehlenswert und besonders auch für Grundschulen und Horteinrichtungen als Lehrmittel einsetzbar.

Die Autorin Kirsten Boie, 1950 in Hamburg geboren, erzählt in “” die Geschichte eines Mannes, der obdachlos wurde. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin war Lehrerin, bevor sie für Kinder und Jugendliche zu schreiben begann. Sie gehört zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen und wurde 2007 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.

Bevor Sie das Hörbuch den Kindern vorstellen, ist es empfehlenswert, sich selbst die erforderlichen 50 Minuten Zeit zu nehmen, um die CD zu hören. Die Kinderbuchautorin hat das schwierige Thema Obdachlosigkeit exzellent und kindgerecht umgesetzt.

Nach meinen Erfahrungen sollte das Hörbuch in Etappen den Kindern vorgestellt werden:

Erzählung

Kinder befragen Betroffene. Die Sprecherin Ursula Illert erzählt einfühlsam die emotional geladene Geschichte eines Mannes, der obdachlos wurde. Die Geschehnisse machen betroffen und nehmen den Zuhörer mit.

Es stellt sich die Frage, wie war es möglich, ohne eigenes Verschulden in eine solche Situation zu geraten. Kann einem so etwas passieren? Das gesamte Hörbuch ist ein Appell an Toleranz und Mitgefühl. Die Autorin Kirsten Boie äußerte sich über das Projekt:

“Vor allem Großstadtkinder begegnen auf den Straßen fast täglich Obdachlosen. Wir wollen vermitteln, dass wir es hier nur am Rande mit einem individuell verschuldeten Problem zu tun haben, dass Obdachlosigkeit immer am Ende einer traurigen Entwicklung von Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und sozialer Isolation steht.” (Quelle: Oetiger-Verlag)

Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland beläuft sich auf ca. 300.000, wobei nahezu 30.000 Menschen auf der Straße leben. Ausgehend von unseren über 82 Millionen Bürgern in Deutschland beträgt die Quote der Obdachlosen ca. 0,4 % und 0,04 % der Menschen leben auf der Straße. Ein Anteil, der verschwindend klein erscheint, sähe man in den Großstädten Deutschlands nicht die Betroffenen in den Innenstädten und Parkanlagen.

Kaum irgendjemand macht sich Gedanken darüber, wie Menschen in diese Lage gekommen sind. Nach der Geschichte des Mannes, der obdachlos wurde, werden im Hörbuch Einzelschicksale Betroffener durch Kinder hinterfragt:

  • wo schläft man als Obdachloser,
  • was passiert, wenn man krank ist,
  • warum leben viele Obdachlose mit Tieren,
  • aus welchen Berufsgruppen kommen die Betroffenen
  • usw.

Was zur Obdachlosigkeit führte, ist im Grunde genommen eine Folge, oftmals unverschuldeter Ereignisse mit Kettenwirkung:

  • keine Arbeit,
  • Schulden,
  • Trennung,
  • Verlust der Wohnung,
  • Verlust des Kontos,
  • ohne Wohnung und Konto keine Arbeit
  • ohne Arbeit keine Wohnung.

“ ist sehr empfehlenswert und besonders auch für Grundschulen und Horteinrichtungen als Lehrmittel einsetzbar.

Der Erlös kommt der Arbeit des Hamburger Straßenmagazins zugute und ist das größte Beschäftigungsprojekt für Obdachlose der Stadt, die den Betroffenen damit eine Chance einräumen und ihnen Perspektive geben möchten.

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