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Goldie Cox – Das Museum der Diebe

von Lian Tanner, gelesen von Peter Kaempfe.
Welche Rolle spielt die Kindheit im Leben eines Menschen und wie sieht diese idealerweise aus? Wodurch ist sie gekennzeichnet? Ist es vielleicht die Sorglosigkeit, mit der man der eigenen Zukunft entgegen stolpert? Oder ist es vielmehr ein ungezügelter Freiheitsdrang, der von Schürfwunden und aufgeschlagenen Knien begleitet wird? Für Eltern ist das Wesen des Kindes meist ein Buch mit sieben Siegeln: Irrational und zuweilen etwas aufgedreht hält es Mutter und Vater in Atem.

Und immer wieder gelingt es dem eigenen Nachwuchs, sich in irgendwelche (schmerzhafte) Bredouillen zu bringen, die die Eltern (notfalls mit erster Hilfe und gutem Zureden) ausbügeln müssen. Wie wäre eine Welt, in der man solche Probleme von vornherein verhindern könnte? Wie wäre eine Welt, in der jedes Kind einen Begleiter hätte, an den es gebunden ist?

Inhalt
Genau diese Fragen müssen sich die Eltern und Verwandten von Goldie Cox nicht mehr stellen. Diese lebt in einer Stadt, an der die Kinder – zu ihrem eigenen Schutz – an so genannte „Wächter“ gekettet sind. Logisch, dass nicht jeder der Heranwachsenden davon begeistert ist. Goldie gelingt das „Unmögliche“ und sie flüchtet in ein mysteriöses Museum. Sie begegnet dort Geheimnisvollem, Gleichgesinnten und Gegnern der omnipräsenten Wächter. Gemeinsam begeben sie sich in ein gefährliches Abenteuer gegen das Böse und auf einen Feldzug gegen die Bevormundung…

Kritik I: Anknüpfungsmöglichkeiten für Pädagogen
Der ewige Kampf „Gut gegen Böse“ geht mit diesem Hörbuch in die nächste Runde. Zugegebenermaßen ist die ewige Schwarz-Weiß-Malerei im Fantasy-Genre auf Dauer etwas dröge, aber in diesem Fall kommt der klassische Gegensatz doch in sehr unterhaltsamer Gestalt daher. Auch wenn man vom ewigen Kampf des Lichts gegen das Dunkel absieht, finden sich einige interessante Punkte in diesem Hörbuch. Vor allem für den Schulunterricht könnte das Hörbuch eine interessante Bereicherung bzw. ein Einstiegspunkt sein. So zum Beispiel ist die Idee, den Bürger an die Leine zu nehmen, um aufwieglerische Gedanken im Keim zu ersticken, nicht besonders neu und bietet einen alternativen Zugang zum Thema Diktaturen.

Aber auch das Spannungsfeld Sicherheit vs. Freiheit ließe sich anhand des Grundkonfliktes Wächter vs. Bewachter, beispielsweise im Gemeinschaftskunde-Unterricht, behandeln.

Kritik II: Solide Jugendunterhaltung aus dem Bereich Fantasy und Abenteuer
Auch jenseits der pädagogischen Zweitverwertung ist das Hörbuch ein Beispiel für gelungene Jugendunterhaltung. Die Geschichte wird gut erzählt, der Spannungsbogen fesselt den Leser konstant an die Story und auch die Charaktere sind authentisch. Insbesondere den Heranwachsenden dürften die zahlreichen Identifikationspunkte, welche die sehr junge Protagonistin bietet, zugutekommen und ein Garant für ein kurzweiliges Hörvergnügen sein.

Die hohe Qualität des Hörbuches wird unter anderem auch durch Peter Kaempfe gewährleistet. Er leiht den Charakteren des Hörbuches seine Stimme, haucht ihnen Leben und eine Seele ein. Seine Interpretation der Figuren bringt den Hörer sehr nah an den Puls der Geschichte, ohne ein vorgefertigtes Bild zu vermitteln – vielmehr regt er sogar zum kreativen Denken an.

Fazit
Das Hörbuch bietet eine durchweg gute Unterhaltung und einige Möglichkeiten, den Schulunterricht zu bereichern oder diesen einzuleiten. Aus unserer Sicht ist „Das Museum der Diebe“ vor allem für ein Publikum im Alter von 11 bis 14 Jahren sehr zu empfehlen. Für knapp 20€ wird dem Käufer eine ordentliche Leistung mit einer Spiellänge ca. 400 Minuten geboten.

„Das Museum der Diebe“ wurde von Audiolino herausgegeben und ist im Handel erhältlich.

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