Julie und die schwarzen Schafe

Der Zuhörer aber auch Leser übernimmt die Rolle des Tagebuchs, dem Julie alles anvertraut. Sie beginnt mit den Höhepunkten und die Tiefpunkte folgen auf dem Fuß, welche leider bei ihren Geschichten doch des Öfteren die Oberhand gewinnen. Julie ist Schülerin der siebten Klasse und schon seit längerer Zeit mit Ben, dem Leadsänger der Schülerband, zusammen. Ben geht in die neunte Klasse.

Aber die Katastrophe nimmt ihren Lauf, als ihr Vater mit Julie und ihrem Freund ins Kino geht. Da die eigentliche Vorstellung ausverkauft ist und der Vater unbedingt ins Kino gehen möchte, gehen sie in eine andere Vorstellung. Nur hat der Vater den Titel verwechselt. Er glaubt, dass dies die Verfilmung eines preisgekrönten Jugendfilms ist, aber in Wahrheit war es ein japanischer Sexfilm, wie peinlich. Nur als alle drei fluchtartig den Kinosaal verlassen wollen, kippt Julie aus Versehen ihr Popcorn auf den vor ihr sitzenden Mann, der gleich ausrastet und gewalttätig wird. Dass dieser Abend noch Auswirkungen nach sich zieht, können alle drei nicht ahnen. Kurze Zeit später muss der Vater zur Polizei und mit der Arbeit wird es bestimmt auch Probleme geben.

Auch wenn Julies Eltern eigentlich ganz ok sind, will ihre Mutter mit ihr den ersten BH kaufen. Klar ist man als Teenager darüber nicht begeistert, vor allem dann nicht, wenn aus der Parallelklasse eine Mitschülerin auftaucht, die all die Peinlichkeiten mitbekommt.

Julie ist eine kleine Naschkatze, besonders dann, wenn sie Probleme hat. Und nun muss ihre Mutter mit einer Diät beginnen und lässt alle anderen Familienmitglieder mit daran teilhaben. Auch ist da noch die Idee von Ben, sie als Sängerin für die Band zu engagieren, nur will der Rest der Truppe, dass ein Casting stattfindet. Julie sucht händeringend nach einer Ausrede, bloß verstrickt sie sich so in zahlreiche Widersprüche und Ben ist davon nicht angetan.

Der zweite Teil ist genauso köstlich wie der erste. Die Hörerinnen, welche die vordergründliche Zielgruppe sind, können sich in die Rolle von Julie hineinversetzen, man leidet förmlich mit. Julie ist authentisch, wie eben eine Dreizehnjährige ist. Sie macht Fehler, streitet nicht nur mit ihren Eltern, hat Schmetterlinge im Bauch und auch wieder Liebeskummer.

Die ganze Geschichte wird sehr sympathisch erzählt und kommt durch die Leserin erst richtig zum Tragen. Viele kennen sie noch aus dem KIKA, wo sie bei Schloss Einstein die zickige Anna gespielt hat. Bei Türkisch für Anfänger konnte sie zeigen, was in ihr steckt.

hat mit Julie eine liebenswerte Figur geschaffen, die genau der Zielgruppe entspricht. Bei den Geschichten hat man nicht das Gefühl, dass sie weit hergeholt sind, nein eher sind dies die typischen Probleme von Mädchen im Alter von Julie.

Wobei man das Hörbuch aber auch das Buch Eltern empfehlen kann, um sich schon darauf einzustellen, was da eventuell auf einen zukommen kann. Julie ist eine echte Bereicherung für die heimische Hörbuch-Bibliothek.

Einen erheblichen Anteil an unserer Begeisterung hatte auch die Sprecherin, . Sie konnte die Geschichte mit ihrer Stimme bereichern, diese passt zur Figur der „Julie“ wie ein Maßanzug. Die Vertonung der Protagonistin ist sehr gut gelungen und konnte uns von Anfang an überzeugen. An der Stelle ein großes Lob an die Macher!

Buch

  • Reihe: Julies Tagebuch
  • Band: 2
  • Verlag: Arena (Juni 2010)
  • Seiten: 301
  • ISBN: 3401064495
  • Preis: 13,95 €

Hörbuch

  • Verlag: Arena Audio
    Empfohlen ab 11 Jahre
    3 Audio-CDs

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