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Märchenmord

Nein, hier werden nicht das tapfere Schneiderlein oder andere Figuren beseitigt, nein hier wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, welches vom gegenüberliegenden Fenster den Mord an einem anderen Mädchen beobachtet.

Gina musste über die Sommerferien nach Paris fahren, da ihre Mutter hier am Theater arbeitet. In Paris lebt auch der Großvater von Gina, den sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Mutter machte den Großvater für den Tod seiner Frau verantwortlich, da er schließlich Arzt war. Aber er hatte nicht bemerkt, dass seine Frau schwer erkrankt war. Seitdem weigert sich Gina, französisch zu sprechen.

Und weil dies noch nicht reicht, ist da noch ein Junge, den Gina mag, aber irgendwie scheint dies der Junge nicht zu verstehen. Eben halt Jungs, blind, aber auf beiden Augen. Die Eltern von Gina sind geschieden und zum Abschied hat Gina vom Vater ein teures Handy bekommen, mit dem man auch Filmen kann und so ist in ihr der Wunsch entstanden, Regisseurin zu werden. Und als sie in der Wohnung angekommen ist, beobachtet Gina im gegenüberliegenden Haus ein Mädchen, welches arabisch aussieht.

Doch plötzlich taucht hinter diesem jungen Mädchen ein schwarz gekleideter Mann auf und als er ein Messer zückt, weiß Gina, dass was passieren wird. Durch Zufall nimmt Gina alles mit ihrem Handy auf und als dann noch das Feuer in der Wohnung ausbricht, hält es sie überhaupt nicht mehr. Aber nach den Löscharbeiten wird keine Leiche gefunden und die Polizei tut alles nur ab, als ob dies ein Hirngespinst eines jungen Mädchens wäre, was zu viel Fantasie besitzt. Nur Noah, ein Schuhputzjunge glaubt Gina. Noah unterstützt Gina auf der Suche nach der Wahrheit, dabei muss er aufpassen, dass er von der Polizei nicht entdeckt wird, denn Noah besitzt keine Papiere.

Er und viele andere haben ihre Welt verlassen, um in Frankreich oder anderswo ihr Glück zu machen. Aber ohne Papiere existieren sie überhaupt nicht und können somit nicht integriert werden. Noahs Eltern kamen deshalb hierher, weil ihre Tochter schon seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist und man ihr zu Hause nicht helfen kann, aber in Paris können die Ärzte alles. Für Gina beginnt jetzt die Jagd, denn bevor der „Schwarze Mann“ sie findet, muss sie ihn finden, denn schließlich ist sie die einzige, die ihn gesehen hat. Der Roman schafft es, den jungen Hörern die Probleme der Parallelwelt, sprich von Menschen, die hier ohne Papiere leben und jederzeit fürchten entdeckt zu werden, entsprechend darzulegen.

Dabei wird aber die Situation nicht gewertet, sondern als Fakt mit all den Probleme dargestellt. Die Geschichte wird spritzig und actionreich erzählt. Allen voran ist dies Anna Thalbach zu verdanken, die im wahrsten Sinn mit ihrer Stimme spielt, dass einen manchmal der Schauer den Rücken herunterläuft. Nicht umsonst hat sie bereits mehrere Preise erhalten, u.a. 2008 den Deutschen Hörspielpreis.

  • Autor: Krystyna Kuhn
  • Verlag: Arena

 

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