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Citrus

Mit „“ verbindet man Zitrusfrüchte, vor allem Orangen und Zitronen. Man denkt an tropisches Klima und lässt die Gedanken immer weiter schweifen.

Dann sieht man es vor sich. Man steht in der dämmernden Abendsonne seit Stunden auf dem Feld. Pflückt den letzten Zitronenbaum ab, um den letzten leeren Korb für den heutigen Tag noch zu füllen.

Nur noch ein Korb für heute, denkt man sich. Man schaut kurz in die Weite und sieht, dass seine Arbeiter dasselbe denken. Man lässt seinen Blick in die Ferne abschweifen und sieht auf seine kleine, aber sehr schöne Finca, in der bereits selbstgemachte Limonade als Belohnung für einen bereitsteht. Doch erwacht man plötzlich aus seinen Tagträumen, versunken in das atmosphärische Spielecover von „“, entwickelt von DLP-Games.

Die Spielidee von „“ ist teilweise aus anderen Spielen bekannt, denn es handelt sich um ein klassisches Aufbau-/Strategiespiel für 2 – 5 Personen und baut unter anderem auf bereits erprobten Spielmechaniken auf.

Das Spielmaterial macht einen sehr guten Eindruck. Sehr positiv sind die mitgelieferten Aufbewahrungstüten und der Stoffbeutel. Etwas neckisch dagegen ist die Eigenwerbung auf der Spielkartoninnenseite, denn somit hat die sonst eher triste und unbenutzte Innenseite endlich einen sehr guten Nebeneffekt: Bewerbung weiterer Spiele des Verlags.

Die Einarbeitung in das Regelwerk fällt erst einmal nicht sehr schwer und zur Not gibt es Eyecatcher, um die wichtigsten Informationen zu einem Punkt noch einmal kurz überfliegen zu können. Der Faden mit der Liebe zum Detail spiegelt sich in der Anleitung sehr stark wider.

Die Vorbereitungen sind bebildert und zeigen illustrativ, was zu tun ist. Ziel ist nämlich der Erhalt der meisten Punkte durch strategische Bebauung und geschickte Haushaltsplanung.

Wie bei einem Aufbau-/Strategiespiel üblich wird zuerst der Spielplan ausgebreitet, wobei man sich dabei noch eine Version aussuchen darf. Auf der einen Seite befindet sich die lange und auf der anderen die kurze Spielversion. Jeder Spieler setzt dann einen Arbeiter auf die Punkteleiste des Spielplans.

Zusätzlich bekommt jeder Spieler ein Spielertableau, fünf Arbeiter und einen Geldmarker, welcher auf die 6 gelegt wird. Neben dem Spielplan wird auch noch ein Plantagenmarkt errichtet.

Danach werden auf den Büschen des Spielplans Landschaftsplättchen verteilt. Sowohl die Baufeld-, als auch die Finca-Plättchen werden gemischt und jeweils als Stapel auf dem Plantagenmarkt abgelegt. Die obersten drei Baufeld- und die obersten vier Finca-Plättchen werden aufgedeckt und auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt. Abschließend wird nur noch der Plantagenmarkt mit Plantagenplättchen aufgefüllt.

Der Grundablauf ist recht einfach. Jeder Spieler kann abwechselnd entweder bauen oder ernten. Für die Bau-Aktion muss man zuerst Plantagen vom Markt kaufen. Dabei kostet eine Plantage 1 Geld und man muss immer eine komplette Reihe kaufen.

Somit kann man nur kaufen, wenn man Geld hat und bauen kann, denn die Plantagen müssen sofort angepflanzt werden. Ansonsten bekommt man Minuspunkte. Neue Plantagen dürfen grundsätzlich nur an einer Finca beginnen, bestehende können dagegen einfach erweitert werden, sofern man sich an ein paar Bauregeln hält, wie beispielsweise nicht auf einem Berg zu bauen.

Durch den Anbau von Plantagen kann man besondere Ereignisse freischalten, beispielsweise Bonuspunkte durch die Umschließung einer Finca durch die Plantagen oder den Gewinn von Landschaftsplättchen. Die Landschaftsplättchen können alle fast jederzeit gespielt werden und bringen einige Spielvorteile, wie den Erhalt einer beliebige Plantage vom Markt und sofortiger Verbau oder den Erhalt von Geld.

Die zweite Aktion, die ein Spieler in einer Runde anstatt des Bauens tätigen kann, ist das Ernten. Jede bebaute Plantage kann von einem Arbeiter gepflegt werden. Falls man aber mal wieder etwas Geld für sinnvoll hält, kann man den Arbeiter die Plantagen abernten lassen und bekommt für die Ernte wiederum Siegpunkte und für die Arbeiter im Tableau Geld.

Interessant ist die Regel, dass sich das Einkommen nach der Anzahl der Arbeiter auf dem Tableau ausrichtet. Steht ein Arbeiter nach der Ernte darauf, bekommt man zwei Geldeinheiten. Bei fünf Arbeitern sind es dann schon acht Geldeinheiten.

Das Spiel endet, nachdem alle Plantagen-Plättchen verbaut sind. Dann folgt noch die Endwertung für die Mehrheit an den noch nicht umschlossenen Fincas, noch nicht abgeernteten Plantagen und für die Landschaftsplättchen.

Das Ziel ist auch am Ende noch, die meisten Siegpunkte zu ergattern, um das Spiel zu gewinnen. Damit man einen Anreiz hat, das Spiel mehrmals zu spielen, bietet es verschiedene lange und kurze, einfache und komplexe Spielversionen. Durch diese verschiedenen Ausgangsversionen bietet das Spiel darüber hinaus sehr flexible Einstiege, um je nach Teilnehmerrunde eine passende Alternative zu finden.

Der Gesamteindruck von ist sehr rund, denn sowohl die Illustrationen als auch die Grundmechaniken sind sehr schön umgesetzt. Durch die einfachen Regeln hat man einen schnellen Einstieg in das Spiel. Die Waage zwischen dem kontinuierlichen Engpass der Plantagenplättchen und der Geldeinnahme kennzeichnen die Attraktivität des Spiels.

Leider gibt es wie bei ähnlichen Spielen, wie beispielsweise Carcassonne, eine teilweise lange und unattraktive Wartezeit, in der die nicht-aktiven Spieler nichts weiter tun können. ist ein sehr gelungenes und rundes Spiel und für alle geeignet, die gerne ein Strategiespiel mit trickreichen Herausforderungen spielen, aber nicht stundenlang ein komplexes Regelwerk durchwälzen wollen.

  • “ von Jeffrey D. Allers erscheint im Oktober. Illustration/Grafik: Klemens Franz, 2-5 Spieler ab 10 Jahren, Dauer 50-60 Minuten. Verlag .

Getestet und geschrieben von Friedrich Lüder.

 

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