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aber bitte mit Sahne

Ein Kartenspiel von einem Autor mit genialen, aber auch exzentrischen Spielideen – Jeffrey D. Allers

Seit 33 Jahren gibt es ihn schon, nicht den Herrn Allers, sondern den Erfolgstitel von Udo Jürgens: „ … “.
Um es vorweg zu nehmen, „… “ ist ein Spiel für Jung und Alt, ein Spiel zum Verschenken, es ist ein generationenübergreifendes Spiel mit leicht verständlichen Spielregeln und zügigem Spielverlauf. Das relativ kurze und entspannende Kartenspiel vermittelt Spielspaß.

Die Feiertage stehen vor der Tür und nicht nur der traditionelle deutsche Gänsebraten wird uns begleiten, sondern auch jede Menge Torte. Die Bescherungskaravanen bewegen sich durch das Land. Bekannte, Verwandte, Eltern, Großeltern und Kinder präsentieren in der Regel zum Kaffee ein „Törtchen“. Der Kommentar dazu: “… ”.

Somit hat Udo Jürgens einen Slogan geschaffen, der in unseren Sprachschatz eingegangen ist und erstaunlicherweise sowohl von den 20-Jährigen als auch von unseren Senioren, der Situation entsprechend, „angetrillert“ wird.

Die Spielidee mit dem wohl nicht rechtlich geschützten Teilsatz, „ … “, ist genial. Während ansonsten Tante Clara auf ihre Figur achtet, kann sie nunmehr ungehemmt zuschlagen und sich zur Siegerin schlemmen, nach dem Leitsatz:

„Je mehr auf den Hüften, desto erfolgreicher.“ Es ist ein nach der alten Kuchenregel „einer teilt, der andere darf wählen“.

Jeffrey D. Allers ist kein Unbekannter:

  • Eine Frage der Ähre,
  • Circus Maximus,
  • Alea Iacta Est.

zeichnen den Autor aus. Jeff Allers ist es gelungen, im Internet zu seiner Person nahezu anonym zu bleiben, gäbe es nicht seinen Blog:

„Jeff Allers, in letzter Zeit wohl einer der produktivsten Berliner Spieleautoren (wenn er denn ab Dezember 2008 tatsächlich wieder in Berlin ist), beginnt seine Rückkehr aus den USA mit einem englischsprachigen sehr informativen Blog über die Arbeit Berliner Spieleautoren.“ Quelle: Bambus Spieleverlag Günter Cornett

Viel verrät die Seite über den dunkelhaarigen Lockenkopf mittleren Alters allerdings auch nicht.

Die Spielschachtel, gestaltet von Harald Lieske, ist in Pink gehalten und mit einer Obsttorte bedruckt, auf der Sahnehäubchen platziert sind. Sie könnte in einer Gefriertruhe im Supermarkt zwischen den Torten für einen Kindergeburtstag liegen und das Angebot von Coppenrath und Wiese ergänzen. Ich erachte das Design als gelungen.

Bevor ich mich mit meinen 6- und 7-jährigen Kindern an die Torte wagte, habe ich zunächst selbst „gekostet“, ob genießbar. Also Schachtel auf, Spielregeln gelesen und angetestet.

Zum Spiel gehören 57 Kuchenstücke. Es gibt 8 verschiedene Kuchensorten, Pflaume, Aprikose, Kirsche, Brombeere, Kiwi, Stachelbeere, Erdbeere und Schokolade, alles auf starkem Karton fotorealistisch illustriert mit jeweils unterschiedlicher Stückzahl und unterschiedlicher Anzahl von Sahnehäubchen.

Die Spielkarten, ungewöhnlich in der Form, jedoch notwendig, um den Kreis zu bilden, sind hervorragend gelungen. Sie sind derart realistisch, dass es zur Anregung und zum Wunsch wird, etwas Vergleichbares im Original auf den Tisch zu bringen.

Die Stücke sind so geschnitten, dass elf eine komplette Torte ergeben.

Fachlich völlig falsch, Herr Jeffrey D. Allers, denn Konditoren teilen in der Regel in 16-er und der Hausgebrauch in 12-er Stückchen, weil das „Um-die-Ecke-schneiden“ nicht funktioniert, auch nicht in den USA.

Für den Tortenkenner sieht das etwas eigenartig aus, mindert jedoch nicht den Spielspaß.

Bei Herrn Jeffrey D. Allers weiß man allerdings nie genau, ob dies nicht Absicht ist.

Jeffrey D. Allers – Circus Maximus, ein Kartenspiel für 3-5 Spieler, ist so organisiert, dass jeder Spieler Anführer einer Bande von Schwarzmarkthändlern ist.

Quelle: Spielbeschreibung

Jeffrey D. Allers ist ein Autor, von dem man etwas Besonderes zu erwarten hat.

Somit ist die Torte schon etwas Besonderes. Die Tortenstücke werden verdeckt gemischt und zu 5 Stapel zu je 11 aufgebaut; der Rest wird ungesehen zurück in die Kiste gelegt. Es werden fünf Runden gespielt. Der Startspieler, als Gastgeber legt aus den Tortenstücken die „11er Torte“, wobei die Reihenfolge der Stücke der im Stapel entsprechen muss. Dann teilt er diese in höchstens so viele Portionen auf wie Mitspieler teilnehmen. Die Gäste nehmen sich reihum je eine Portion, der Gastgeber erhält die letzte. Jeder entscheidet: gleich essen und sich Punkte sichern, oder Tortenstücke sammeln – in der Hoffnung, am Ende die meisten Stücke einer Sorte zu haben und Extrapunkte einzuheimsen.

Isst man ein Stück, legt man es verdeckt vor sich ab. Es bringt bei Spielende so viele Punkte, wie es Sahnehäufchen besitzt.

Sammelt man ein Stück, lässt man es offen vor sich liegen. Hat man bei Spielende die Mehrheit in einer Sorte, bekommt man so viele Punkte, wie es Stücke gibt.

Das klingt alles kompliziert, ist es aber nicht. Hier gilt es im wahrsten Sinne des Wortes: „Probieren geht über Studieren“, .

Eine neue Torte entsteht.
Interessant wird nun die Zusammensetzung. Wie ordnet der Gastgeber die Portionen. Lässt er gleiche Stücke, die nebeneinander liegen, zusammen, oder trennt er sie. Sind die entstandenen Stücke gleichgroß oder gleich wertvoll, was kann ich selbst am besten gebrauchen? Welche Stücke wurden schon gegessen?

Ab der zweiten Runde hat man auch die Möglichkeit, auf das Nehmen einer Kuchenportion zu verzichten und alle gesammelten Stücke einer Sorte zu essen. Dies kann sinnvoll sein, wenn man sicher nicht mehr die Mehrheit erreichen kann.

Nachdem ich wusste, wie alles funktioniert, habe ich kurz den Kindern die Spielregeln erklärend, mit der ersten Runde begonnen.

Das Spiel zeichnet sich durch einfache Regeln und eine kurze überschaubare Spieldauer aus, was für Kinder in dem Alter auch von Bedeutung ist. Nach mehreren Runden wird alles verständlich. Der Spaß ist garantiert.

Wir werden gespannt sein, was uns Jeffrey D. Allers mit seinen ansonsten wagemutigen und mit schwarzem Humor durchzogenen Spielideen demnächst präsentiert.

Finanzkrise als Brettspiel? Das Jonglieren mit Milliarden? Spielfiguren, wie Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy, die über das Spielbrett ziehen? Der deutsche Michel darf dabei nicht fehlen.

Einer der wenigen Autoren, der dieser Gradwanderung gewachsen ist und den erforderlichen Humor aufbringt, ist Jeffrey D. Allers.

Es lohnt sich auf jeden Fall, beide Augen auf Jeffrey D. Allers zu werfen. Er sorgt immer für Überraschungen.

Angaben

  • Verlag: Winning Moves
  • Spieler: 2 – 5
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 25 Minuten pro Runde
  • Spieleinteilung: Gelegenheitsspieler, Familienspiel
  • Schwierigkeitsgrad: 2 (leicht spielbar)

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1 Kommentar

  1. Danke fuer den schoene Rezession fuer mein Spiel “Aber bitte mit Sahne.” Es freut mich das es euch gefallen hat!

    Viele Gruesse aus Berlin,
    Jeff

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