Castle Panic

Orks, Trolle, Kobolde. Von überall stürmen die Monster auf uns zu und wollen unsere prächtige Burg zerstören. Die berühmte Verteidigung von Minas Tirith in Tolkiens Romanreihe „Der Herr der Ringe“ steht Modell für Justin de Witts Spiel . Gemeinsam müssen die Spieler die Horde anstürmender Monster mit drei Garnisonen und ein paar barbarischen Helden von Bedrohungen aus allen Richtungen verteidigen. Was für Tricks die Monster und die Menschen auf Lager haben und wie viel Spiel in steckt, lest ihr im folgenden Test.

Spielablauf
Zu Beginn des Spiels wird zuerst die Burg aufgebaut. Diese besteht aus 6 Türmen und 6 Mauern, welche auf den 6 im Kreis angeordneten in eine von 3 Farben eingefärbten Sektoren mittig verteilt werden. Diese gilt es im Verlauf des Spiels zu beschützen. Die häufige Nennung der Zahl 6 ist kein Zufall. Mit einen Würfel wir der Sektor bestimmt aus dessen Richtung sich neue Monster nähern. Vier Runden hat man Zeit bis die Monster die Burg erreichen und diese in Schutt und Asche legen. Nach jedem Zug eines Spielers bewegen sich alle auf dem Spielfeld befindlichen Monster um einen Kreisbogen weiter in Richtung Mitte. Das Spielfeld unterteilt sich in die 5 Kreisbögen für Wald, Bogenschützen, Ritter, Schwertkämpfer und das Burginnere.

IMG_2900_ratgeberspiel

Alle Streitkräfte können mit Burgkarten aktiviert werden. Von diesen erhalten die Spieler je nach Spieleranzahl 4 bis 6 Karten zu Beginn des Spiels und ziehen am Anfang ihres Zuges auf die jeweilige Zahl auf. Der Zug eines Spielers unterteilt sich dann in, wie könnte es anders sein, 6 Phasen: Karten nachziehen, optional eine Karte mit dem Stapel tauschen, ebenfalls optional Karten mit einem Mitspieler tauschen, Karten ausspielen, Monster fortbewegen und neue Monster auf dem Spielfeld platzieren.

Beim Ausspielen von Karten muss jeweils beachtet werden, dass eine Angriffskarte nur erfolgreich ist, wenn sich das anzugreifende Monster auf dem jeweiligen Kreisbogen und der richtigen Farbe steht. Die meisten Karten richten bei dem angegriffenen Monster jeweils einen Schadenspunkt an. Sonderkarten, wie der Barbar oder ein Held, töten ein Monster hingegen sofort oder ignorieren die Farb- oder Kreisbogeneinschränkungen. Zusätzlich können die Menschen ihre Verteidigungsanlagen erneut aufbauen, Monster mit Teer aufhalten oder in ihrer Bewegung zurückdrängen.

Genau wie die Menschen haben auch die Monster einige Tricks auf Lager. Von diesen kommen jede Runde bis zu zwei neue Monster auf das Feld. Hierfür werden aus dem beigelegten Beutel zwei neue Monstermarker gezogen. Handelt es sich dabei um eine der fürchterlichen Kreaturen, so würfeln die Spieler den Sektor aus, in welchen ein Monster platziert werden soll. Neben den Standardmonstern, wie Trollen, Orks und Kobolden, gibt es auch noch mächtige Anführer. Betreten diese das Spielfeld, lassen sie entweder ihre befreundeten Monster nach vorne stürmen, heilen diese oder rufen weitere Kameraden auf das Schlachtfeld. Kommt ein Monster an der Burg an, zerstört es mit jedem weiteren Schritt eine der Verteidigungsanlagen. Dringen sie bis in das Innere der Burg ein, können die Spieler nur noch mit speziellen Angriffskarten den nahenden Tod vermeiden.

IMG_2901_ratgeberspiel

Weitere Boshaftigkeiten, wie ein rollender Fels oder gezogene Schlachtrufe, können so manche Spielergruppe zum Verzweifeln bringen. Wer trotz der kniffligen Lage alle Monstermarker abwehren kann und bis zum Ende mindestens noch einen der Türme behält, gewinnt das Spiel. Jeder Spieler erhält dann je nach Art und Anzahl der getöteten Monster noch Siegpunkte, um mit den meisten den Titel Meistermonstertöter zu erringen.

Egal ob alleine oder mit bis zu 6 Spielern, das Regelwerk geht auf die jeweilige Spieleranzahl ein und bietet Sonderregeln, um das Spiel in jeder Situation fair zu gestalten. Wer den kooperativen Gedanken besonders hervorbringen möchte, kann zudem auf die Ernennung des Meistermonstertöters verzichten. Besonders herausfordernd wird es, wenn einer der Spieler die Kontrolle über die Monster übernimmt oder jeder der Spieler einen Turm zugewiesen bekommt und aus dem Spiel ausscheidet, sobald dieser verloren geht.

IMG_2912_ratgeberspiel

Spielmaterial
Wer spielen will, muss zuerst seine Burg errichten. Die Mauer- und Turmteile lassen sich hübsch aufstellen und illustrieren die noch übrigen Verteidigungspunkte sehr gut. Das Spielbrett und die Monster sind vom Design eher einfach gehalten. Dies kommt der Übersicht zugute. Bei von allen Seiten anstürmenden Monstern, können die Verteidiger der Burg jede Hilfe gebrauchen.

Greifen die Menschen zu Sondertricks, wie den Einsatz von Teer oder den Aufbau von Mauerverstärkungen, werden diese durch kleine Pappteile dargestellt. Hierbei sind beide Spielfeldergänzungen etwas zu klein geraten. Die sonst sehr gute Übersicht geht dabei zum Teil verloren.
Besonders gelungen sind hingegen das Spielfeld und die gut geschriebene Anleitung. Letztere geht auf alle Spielmechanismen in ausreichendem Detail ein und wird durch viele optionale Regeln ergänzt, mit denen das Spiel an die Stärke oder das Alter der Spielergruppe angepasst werden kann. Auch auf dem Spielfeld werden die nötigen Zugregeln in jeder Ecke des Feldes noch einmal zusammengefasst, so dass alle Spieler einen Überblick über die bevorstehende Zugreihenfolge bekommen können.

IMG_2894_ratgeberspiel

Fazit
ist ein kooperatives Spiel, bei welchen alle Mitspieler gemeinsam gegen eine zufällige oder durch einen weiteren Spieler gesteuerte Streitmacht ankämpfen. Zahlreiche Regelvarianten machen das Spiel vielseitig und auf die jeweilige Gruppenstärke anpassbar. So werden, wie auf der Packung verzeichnet, auch Kinder ab bereits 8 Jahren bereits Freude an diesem Spiel finden. Auf diese Weise kann besonders im Familienkreis begeistern. Auch Strategen werden durch besonders schwere Spielmodi vor eine ordentliche Herausforderung gestellt. Dann können nur noch mit jeder Menge Kooperation und Planung die Massen abgewehrt werden, wobei der Glücksfaktor beim Ziehen der Karten stets erhalten bleibt.

  • Autor: Justin De Witt
  • Spielzeit: ca. 45 bis 60 Minuten
  • Vertrieb: 
  • Anzahl: 1 – 6 Spieler
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Kategorie: Kooperatives Familienspiel
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.1 Bewertung

ist ein kooperatives Spiel, bei welchen alle Mitspieler gemeinsam gegen eine zufällige oder durch einen weiteren Spieler gesteuerte Streitmacht ankämpfen. Zahlreiche Regelvarianten machen das Spiel vielseitig und auf die jeweilige Gruppenstärke anpassbar. So werden, wie auf der Packung verzeichnet, auch Kinder ab bereits 8 Jahren bereits Freude an diesem Spiel finden. Auf diese Weise kann besonders im Familienkreis begeistern. Auch Strategen werden durch besonders schwere Spielmodi vor eine ordentliche Herausforderung gestellt. Dann können nur noch mit jeder Menge Kooperation und Planung die Massen abgewehrt werden, wobei der Glücksfaktor beim Ziehen der Karten stets erhalten bleibt.

  • Spielidee 9/10
  • Ausstattung 7/10
  • Spielablauf 7/10
  • Interaktion 9/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Castle Panic
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Justin De Witt
  • Verlag: Pegasus Spiele

Wie bewerten Sie dieses Spiel?

GD Star Rating
loading...

Kommentar schreiben