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Conquest Stratego

ist eine Neuauflage des 1946 erstmalig erschienenen Klassikers Stratego aus dem Hause (was wiederum auf dem 1909 in Frankreich erschienenen L’Attaque basiert). Die Spieler schlüpfen in diesem rundenbasierten Strategiespiel in die Rolle von Generälen, die ihre Armeen befehligen, um die Vorherrschaft über das Land Westeros Westeria zu erlangen.

Spielziel und –thematik
Ziel des Spiels ist es – wie beim klassischen Stratego – die Fahne des Gegners zu erobern. Das kann sehr schnell gehen oder lange dauern. Je nachdem wie gut der Gegenüber sein Fahne beschützt und ob zur richtigen Zeit die richtigen Aktionskarten gezogen werden. Im Gegensatz zum Klassiker muss man auch nicht nur die Flagge von einem Gegner finden, sondern man muss alle Flaggen erobern – dabei kann man seine eigene Flagge auch zurückerobern.

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Spielvorbereitung
Vor dem ersten Spiel müssen wir alle Pappmarker aus den vorgestanzten Bögen entfernen und diese in die Plastiktürmchen einsetzen. Danach werden die Landmarker auf die entsprechenden Regionen gelegt und die Aktionskarten gemischt. Nun nimmt sich reihum jeder Spieler einen Gebietsmarker, wobei die Reihenfolge am Ende umgedreht wird. Es zieht also zuerst Spieler 1, Spieler 2, Spieler 3, dann Spieler 4 zweimal, dann wieder Spieler 3, usw. bis alle Gebiete verteilt wurden. Ob man nun versucht, alle Gebiete zusammen zu wählen oder nicht, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Allerdings sollte man schon darauf achten, mindestens eines der Gebiete zu bekommen, in denen eine Stadt liegt. Diese bringen einem später nämlich mehr Aktionen.

Sind alle Ländereien aufgeteilt, stellt jeder Spieler seine Armee auf. Hierbei sollte man darauf achten, dass jede Armee, die man aufstellt, unterschiedlich stark ist. Die Stärke wird im Wesentlichen durch eine Zahl festgelegt (je größer, desto besser). Es gibt aber auch einige Ausnahmen. Die eigene Fahne hat keine Stärke und kann auch nicht bewegt werden. Außerdem hat jeder Spieler zwei verfluchte Länder unter seiner Kontrolle (die den Bomben aus dem klassischen Spiel entsprechen). Diese beiden “Armeen” dienen als Fallen für den Gegner, denn die meisten Armeen werden beim Angriff hierauf schlichtweg getötet. Nur die Zauberin (Einheit der Stufe 3) kann ein verfluchtes Land besiegen. Genauso kann der König (Einheit der Stufe 10) nur von dem Spion (Einheit Stufe 1) geschlagen werden – allerdings auch nur dann, wenn der Spion der Angreifer ist. Für alle anderen Einheiten gilt: Höhere Stufe schlägt niedrigere Stufe – und bei Gleichstand verlieren beide. Insoweit ist alles wie beim klassischen Stratego. Was jedoch ein wenig mehr Würze ins Spiel bringt, sind die Aktionskarten. So kann man hiermit zum Beispiel mehr Bewegungen für seine Armeen pro Zug erhalten, Einheiten miteinander vertauschen oder besiegte Einheiten zurück aufs Spielbrett bringen.

Haben alle nun Spieler ihre Armeen in Position gebracht, beginnt das Taktieren. Zu Beginn eines jeden Zugs zieht jeder Spieler Aktionskarten. Je mehr Gebiete man kontrolliert, desto größer ist der Pool an Karten, den man ziehen darf (zwei pro Gebiet). Hiervon darf man genau eine ausspielen. Nachdem die Karte abgearbeitet wurde, zieht man mindestens eine seiner Armeen (oder mehr, wenn man die entsprechende Aktionskarte gespielt hat oder man die Kontrolle über Länder mit Städten hat). Gerade im Vier-Spieler-Spiel ist das Spielbrett in den ersten Zügen noch sehr voll, sodass man kaum Möglichkeiten hat, seine Bewegungen auch wirklich frei auszuspielen. Da ein Gebiet allerdings nur als kontrolliert zählt, wenn man als einziger Einheiten hier stationiert hat (jedes Gebiet hat drei Zonen, deshalb können bis zu drei Spieler eine Armee in einem Gebiet haben). Die ersten Runden sorgen also dafür, dass sich die Auswahl an Aktionskarten am Anfang stark verringert. Außerdem werden die Gebiete mit Städten relativ hart umkämpft sein. Der Vorteil, den zusätzliche Bewegungspunkte bringen, ist einfach zu groß.

Im Endspiel, wenn sich die Reihen gelichtet haben, bekommt eine weitere Einheit einen sehr großen Wert: Der Aufklärer (Einheit Stufe 2). Obwohl die Einheit eigentlich relativ schwach ist, hat sie – wie auch im klassischen Spiel – eine besondere Fähigkeit. Wenn man sich entscheidet, dem Gegenspieler zu offenbaren, dass eine bestimmte Einheit ein Aufklärer ist, dann darf sich der Aufklärer mit einem einzelnen Bewegungspunkt beliebig weit bewegen. Ergibt sich also zum Schluss ein freier Weg zu der Armee, die sich schon die ganze Partie über verdächtig wenig bewegt hat, kann man es riskieren, um seine Aufklärer los zu schicken und… in ein Verfluchtes Land zu laufen.

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Spielmaterial
Die Gebiets- und Armeemarker bestehen beide aus Recyclingkarton, die Karten sind normale Spielkarten. Die Türme, in die die Armeemarker gesteckt werden, um zu verhindern, dass die Mitspieler erkennen können, um welche Einheit es sich handelt, sind aus einfachem Plastik und fühlen sich nicht besonders angenehm in der Hand an. Für einen Preis von zur Zeit rund 35 EUR hätte ich hier etwas mehr erwartet. Im direkten Vergleich zu Colt Express zum Beispiel erhält man dort aktuell zum halben Preis deutlich mehr und schöneres Spielmaterial.

Bewertung
Wer Stratego kennt, wird mit eine kurzweilige Alternative finden, die sich auch für mehrere Spieler eignet. Durch das kleinere Spielbrett und die kleinere Armeegröße geht ein wenig Tiefe verloren. Durch die Möglichkeit mehrere Bewegungen pro Zug durchzuführen, wird das Spiel insgesamt etwas schneller. Das alles schadet auf keinen Fall – eingefleischte Strategoexperten werden dem klassischen Spiel jedoch sicherlich den Vorzug geben.

Fazit
Für Fans des klassischen Stratego nur kurz zusammengefasst:

  • bis zu vier Spieler
  • weniger Einheiten pro Spieler
  • keine quadratischen Länder mehr, Nachbarländer sind nicht unbedingt verbunden
  • Aktionskarten

Für alle anderen:
ist ein kurzweiliges Strategiespiel, das ohne komplizierte Regeln auskommt. Das Spielprinzip hat sich seit über 100 Jahren bewährt und ist heute noch genauso fesselnd wie damals – wahrscheinlich gerade, weil es durch ein paar neue Elemente etwas moderner daherkommt, als sein älterer Bruder.

  • Autor:  Spiele
  • Spielzeit: ca. 60 Minuten
  • Vertrieb:  Spiele
  • Anzahl: 2 bis 4 Spieler
  • Kategorie: Kennerspiel, Strategiespiel
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Bildquelle: Christian Braune

Test und Artikel von Christian Braune

Bewertung

7.4 Bewertung

Wer Stratego kennt, wird mit eine kurzweilige Alternative finden, die sich auch für mehrere Spieler eignet. Durch das kleinere Spielbrett und die kleinere Armeegröße geht ein wenig Tiefe verloren. Durch die Möglichkeit mehrere Bewegungen pro Zug durchzuführen, wird das Spiel insgesamt etwas schneller. Das alles schadet auf keinen Fall - eingefleischte Strategoexperten werden dem klassischen Spiel jedoch sicherlich den Vorzug geben. Für alle anderen ist ein kurzweiliges Strategiespiel, das ohne komplizierte Regeln auskommt. Das Spielprinzip hat sich seit über 100 Jahren bewährt und ist heute noch genauso fesselnd wie damals - wahrscheinlich gerade, weil es durch ein paar neue Elemente etwas moderner daherkommt, als sein älterer Bruder.

  • Spielidee 7/10
  • Ausstattung 6/10
  • Spielablauf 8/10
  • Interaktion 8/10
  • Einfluss 7/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Conquest Stratego
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Jumbo Spiele
  • Verlag: Jumbo Spiele

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