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Das wahre Leben
– Das wahre Leben ist ein Spiel für zwei bis vier Spieler. Jeder Spieler arbeitet im Verlauf des Spiels an seinem Lebenslauf und mit diesem auf sein Lebensziel hin.

Zu Beginn des Spiels zieht jeder ein geheimes Lebensziel. Hinzu kommen drei öffentliche Ziele, die für alle gelten. Nachdem jeder noch Karten für die eigene Kindheit erhalten hat, kann es auch schon losgehen.

Das Spielprinzip basiert darauf, durch Würfeln Lebensereigniskarten zu erlangen und mit denen einen Lebenslauf zu erstellen. Hierfür liegen jeweils fünf verschiedene Karten auf dem Spielfeld, welche durch Würfelsymbole erkauft werden können. Diese Karten können dann zusätzliche Symbole zum Kaufen weiterer Karten bringen. Durch geschicktes Würfeln und strategisches Aussortieren kann man also Ereignisse zu seinem Lebenslauf hinzufügen.

Vom Spielmechanismus ist es also ähnlich wie von Kniffel bzw. Yatzee.

Auf diese Weise wird Runde für Runde der Lebenslauf erstellt und nebenbei auf die Erfüllung des eigenen Ziels geachtet, wozu bestimmte Kartenkombinationen nötig sind.

Durch originell und sehr kunstvoll illustrierte Karten, welche sehr an „Ich – Einfach Unverbesserlich“ erinnern und mitunter erheiternden Karrieresprünge im Leben – vom Praktikanten zum Firmenchef – aufwarten, könnte es ein kurzweiliges Erlebnis werden. Leider steht dem wiederum das Spielziel im Weg.

Hierfür zählt nicht, was genau man im Leben erreicht hat, sondern eine große Kombination von Lebenszielen, der Anzahl von Ereignissen im Lebenslauf und Reichtum an Besitztümern. Somit muss man jeden Zug überlegen, was einen am besten vorwärts bringt, wodurch ein fröhlicher und heiterer Spielverlauf verhindert wird. Zusätzlich spielt jeder für sich allein, denn Interaktionen mit den Mitspielern gibt es nahezu gar nicht.

Die Spielidee bietet sicherlich mehr, wird aber durch das Spielen auf einen Sieg hin begrenzt. Spätestens nach zwei- bis dreimaligem Spielen kennt man jedoch alle Karten und das Spiel reduziert sich auf ein strategisches Einzelspiel.

Der Kerngedanke, dass man sich spielerisch mit den verschiedenen Möglichkeiten von Lebensentscheidungen auseinandersetzt, ist jedoch sehr schön illustriert und gelungen. Eine Möglichkeit, um die Interaktion zu fördern, wären bspw. Erweiterungen, um seine Mitspieler stärker zu beeinflussen.

Im wahren Leben kommt es nun mal auch vor, dass eine andere Person den versprochenen und zugesicherten Posten bekommt.

Getestet und geschrieben von Christoph Hollmann

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