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Das Konzil der Vier

Wie der Name es bereits ankündigt, bilden vier Konzile mit jeweils vier Konziliaren das Zentrum dieses Spiels. Jeder Spieler versucht der einflussreichste Händler über ein Gebiet von drei Reichen zu werden. Hierfür müssen politische Machtverhältnisse geschickt ausgenutzt oder angepasst werden, um schnellstmöglich die eigenen Taschen zu füllen und neue Handelsrouten zu etablieren. Simone Luciani und Daniele Tascini verschränken Politik und Wirtschaft in ihrem neuen Spiel „“. Vor einem halben Jahr bewerteten wir ihr Worker Placement Spiel „Auf den Spuren von Marco Polo“ mit einer guten 7,4. Ob „“ diese Wertung überbieten kann, klären wir im Test.

Spielablauf
Zu Beginn des Spiels muss das Königreich aufgebaut werden. Hierfür werden die 3 Spielplanteile mit frei kombinierbarer Vorder- und Rückseite aneinandergelegt. Belohnungsmarker werden an die entsprechenden Markierungen an jeder Stadt offen platziert und jeweils zwei Baugenehmigungen werden pro Spielplanregion aufgedeckt. König und königliche Belohnungen werden auf den vorgesehenen Spielplanfeldern abgelegt und zu guter Letzt werden die vier Konzil-Balkone aufgebaut und mit jeweils 4 zufälligen Konziliaren gefüllt.

Die Spieler starten das Spiel mit jeweils 10 zu errichtenden Kontoren, 6 Politikkarten und jeweils 0 Punkten auf der Adels- und Siegpunktleiste. Der Spielerreihenfolge nach erhalten die Spieler 10 bis 13 Gold und 1 bis 4 Assistenten, mit deren Hilfe er seine Handelskammer zu neuer Größe führen soll. Die ansteigende Startmenge an Gold und Assistenten kompensiert die Vorteile der Zugreihenfolge.

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Im Uhrzeigersinn führen die Spieler nun jeweils einen Spielzug aus 2 Phasen aus. Zuerst zieht der aktuelle Spieler eine weitere Politikkarte und nimmt diese geschlossen auf die Hand. Im Folgenden muss er eine Hauptaktion und darf, wenn er möchte, eine Nebenaktion durchführen. Die Reihenfolge kann hierbei beliebig gewählt werden. Es stehen insgesamt die 4 Hauptaktionen zur Verfügung: einen Konziliar wählen, eine Baugenehmigung erwerben, einen Kontor mithilfe einer Baugenehmigung bauen und einen Kontor mit Unterstützung des Königs bauen.

Ist der Spieler unzufrieden mit dem derzeitigen Machtgefüge, kann er einen neuen Konziliar auf eine der Tribünen platzieren. Der älteste Konziliar wird hierbei vom Konzil-Balkon entfernt. Der erfolgreiche Putsch wird zudem mit 4 Goldstücken belohnt. Die Konstellation der Konzil-Balkone ist für den Erwerb von Baugenehmigungen von großer Wichtigkeit. Um eine Baugenehmigung einer Region zu erwerben, muss der Spieler jeden der aktuellen Konzile mit einer Politikkarte in gleicher Farbe bestechen. Jokerkarten können für einen beliebigen Konziliar eingesetzt werden. Ein Mangel an richtigen Karten kann hierbei durch den Einsatz von Gold ausgeglichen werden. Die Verwendung einer Jokerkarte verlangt zuzüglich ein Goldstück. Von den jeweils zwei offen ausliegenden Baugenehmigungen kann der Spieler nun eine wählen und erhält sofort alle auf der Karte verzeichneten Belohnungen. Dies können weitere Assistenten, Gold, Siegpunkte oder Politikkarten sein. Abschließend wird die entstandene Lücke mit einer neuen Baugenehmigung vom Stapel aufgefüllt.

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Eine bereits gekaufte Baugenehmigung kann für Städte mit den auf der Genehmigung verzeichneten Buchstaben eingesetzt werden. Sind mehrere Möglichkeiten aufgeführt, entscheidet sich der Spieler für eine der Städte und stellt einen seiner Kontore auf die Stadt. Die Baugenehmigung kann fortan nicht weiter verwendet werden und wird daher auf ihre Rückseite gedreht. Statt Baugenehmigungen zu verwenden, kann auch der König bestochen werden. Hierfür müssen, wie bereits beim Erwerb einer Baugenehmigung, die Konziliare des Königs-Balkons bestochen werden. Der König kann nun über das Straßennetz zu einer beliebigen Stadt bewegt werden. Jede passierte Straße kostet jedoch 2 Goldstücke, um für die exorbitanten Kosten zur Sicherung des Königstrupps aufzukommen. Die Zielstadt wird auch in diesem Fall mit einem neuen Kontor in der jeweiligen Spielerfarbe besetzt.

Für beide Aktionen ist jedoch zu beachten, dass pro Stadt nur einer der eigenen Kontore gebaut werden darf. Für jedes Kontor eines Mitspielers muss zudem ein zusätzlicher Assistent ausgeschickt werden. Die Mühen werden jedoch durch die neben den Städten offen liegenden Belohnungsplättchen vergütet. Jedes gebaute Kontor bringt sofortige Boni in Form von Gold, Assistenten oder Siegpunkten. Baut ein Spieler alle Kontore einer Region oder einer Farbe, erhält er zudem eine königliche Belohnung. Erhält der erste Händler pro Region noch einen großen Bonus, werden Nachkömmlinge weniger belohnt. Die richtigen Prioritäten zu setzen ist hier also das A und O um sich zeitig die Märkte und damit auch die Siegpunkte zu sichern.

Schnelle Aktionen können genutzt werden, um vor oder nach der Hauptaktion noch einmal die Spielsituation zu verändern. Hier stehen ebenfalls vier strategisch wichtige Möglichkeiten zur Wahl. Für drei Gold kann ein Assistent erworben werden. Dieser könnte für den Bau von Kontoren in bereits belegten Städten eingesetzt werden. Zudem können Assistenten zum Tauschen der ausliegenden Baugenehmigungen oder zur Platzierung eines Konziliars genutzt werden. Hat man bis zu drei Konziliare angesammelt, kann man wahlweise auch eine weitere Hauptaktion durchführen. Alle Aktionen vergrößern die taktische Tiefe des Spiels und machen die Jagd nach den besten Kontoren deutlich abwechslungsreicher.

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Platziert ein Spieler sein letztes Kontor, beendet er damit das Spiel und beginnt die Wertungsphase. Hierbei sichert er sich bereits 3 Siegpunkte für das erfolgreiche Bauen sämtlicher Kontore. Alle Spieler erhalten nun die auf den Belohnungsplättchen und Königlichen Belohnungen gesammelten Siegpunkte. Wer auf der Adelsleiste am weitesten vorgerückt ist, sichert sich noch zusätzliche 5 Siegpunkte, der zweite Platz auf der Adelsleiste erhält 2 Siegpunkte und alle anderen gehen bei dieser Wertung leer aus. Zuletzt gibt es noch 3 Punkte für den Spieler mit den meisten Baugenehmigungen. Wer am Ende mit den meisten Siegpunkten aus der Spiel- und Wertungsrunde dasteht, war der erfolgreichste Handelschef und gewinnt das Spiel.

Spielmaterial
Das Spielfeld ist variabel gestaltet. Die drei Spielfeldtafeln können mit Vorder- und Rückseite jeweils beliebig kombiniert werden. Dies führt zwar nur zu geringen Veränderungen im Spielablauf, wirkt aber durch die Veränderung der Farbe pro Stadt und des Straßennetzes festen Strategien effektiv entgegen.

Belohnungsmarker, Bonusplättchen, Baugenehmigungen und Assistenten sind jeweils aus Pappe. Die Baugenehmigungen sind jeweils durch leicht verständliche Piktogramme bedruckt und machen es einfach, eine geeignete Belohnung zu identifizieren. Die Politikkarten sind etwas klein geraten, da jedoch nur die Farbe maßgeblich ist, reicht dies für den Spielablauf völlig aus.

Sehr schön umgesetzt sind die 3D-Modelle der vier Konzile. Auf diesen nehmen jeweils 4 Konziliar-Figuren Platz. Setzt man einen neuen Konziliar ein, schubst dieser den ältesten Konziliar regelrecht vom Konzil. So macht das Verändern der Konzilkombination gleich doppelten Spaß.

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Fazit
ist ein leicht zu erlernendes Strategiespiel mit angemessener Tiefe. Das Spielgeschehen rund um die Konzile und das Management von Assistenten und Gold zeigt sich familienfreundlicher als der Vorgänger „Auf den Spuren von Marco Polo“. Das Mindestalter von 10 Jahren sollte aufgrund der schnell aufkommenden Komplexität um den Aufbau einer idealen Handelsroute jedoch nicht unterschritten werden. Wer langfristig plant und die Konziliare seiner Wahl rechtzeitig platziert, kann seine Mitspieler schnell um einige Punkte übertrumpfen.

  • Autor: Simone Luciani, Daniele Tascini
  • Spielzeit: ca. 40 – 70 Minuten
  • Vertrieb: 
  • Anzahl: 2 bis 4 Spieler
  • Kategorie: Kennerspiel, Kartenspiel
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.0 Bewertung

ist ein leicht zu erlernendes Strategiespiel mit angemessener Tiefe. Das Spielgeschehen rund um die Konzile und das Management von Assistenten und Gold zeigt sich familienfreundlicher als der Vorgänger „Auf den Spuren von Marco Polo“. Das Mindestalter von 10 Jahren sollte aufgrund der schnell aufkommenden Komplexität um den Aufbau einer idealen Handelsroute jedoch nicht unterschritten werden. Wer langfristig plant und die Konziliare seiner Wahl rechtzeitig platziert, kann seine Mitspieler schnell um einige Punkte übertrumpfen.

  • Spielidee 8/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 8/10
  • Interaktion 7/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Das Konzil der Vier
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Simone Luciani, Daniele Tascini
  • Verlag: Heidelberger Spieleverlag

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