Das Letzte Bankett

” teilt die Spieler in zwei Fraktionen ein, die jeweils den König ermorden wollen, bevor dies der Konkurrenz gelingt.

Jede der beiden Fraktionen erhält dazu eine Mordwaffe – Dolch oder Gift – und zieht sich zur Beratung zurück. Bei dieser können die Taktik besprochen und die Waffe an einen geeigneten Spieler ausgeteilt werden, der sie in einer seiner Taschen versteckt. Anschließend treffen sich die Mitglieder beider Fraktionen und des Königshauses und setzen sich in einen Stuhlkreis.

Die Sitzreihenfolge ist dabei wichtig, denn für die Verschwörer gilt es, ihren bewaffneten Spieler am Ende einer Runde neben dem König platziert zu haben und dabei gleichzeitig den (unbekannten) gegnerischen Assassinen fernzuhalten. Um das zu erreichen, setzen die Teilnehmer eine von 3 Fähigkeiten auf ihrer Charakterkarte ein. Diese Fähigkeiten nehmen häufig auf unterschiedliche Weise auf die Sitzordnung Einfluss.

So kann beispielsweise der Herzog entweder zwei Mitglieder seiner Fraktion auf seine Nachbarplätze beordern, sich selbst neben ein Fraktionsmitglied setzen oder den König neben sich rufen. Die letzte Fähigkeit ist dabei im Allgemeinen etwas stärker als die Übrigen, erfordert aber die Zustimmung des Königs. Diese kann er aber nur so oft verweigern, wie er Veto-Marker in seinem Besitz hat. Ziel des Königshauses ist es, das Überleben des Königs sicherzustellen oder – falls das fehlschlägt – zumindest die Attentäter der beiden Fraktionen zu identifizieren.

Das Merkmal, das bei dem Letzten Bankett sofort ins Auge springt, ist die massive Spanne von möglichen Spielerzahlen: 6 bis 25 Personen können am Meuchelmahl teilnehmen. Dabei wird jedoch bei weniger als 11 Spielern getrickst, indem jedem Teilnehmer 2 Charaktere ausgeteilt werden, die er beide abwechselnd benutzt.

Neben der möglichen Anzahl ist besonders hervorstechend, dass das Ausspielen der Charakterrollen vom Spiel stark gefördert wird: jede Rollenkarte enthält eine kurze Beschreibung des Charakters (“schmeichelnd”) und zwei mögliche Sprüche, die zu Beginn an den König gerichtet werden können (“Nur das Gold der Krone ist von Dauer, der Mann unter der Krone nicht”).

Der Wiederspielbarkeitswert ist hoch: es gibt insgesamt 25 Rollen, die in Anbetracht der einfachen Spielmechanik überraschend unterschiedlich sind. Außerdem gibt es neben dem Titelszenario “” noch 4 weitere Spielmöglichkeiten, die die Spieldynamik grundlegend ändern.

In “Das Testament des Grafen” beispielsweise ringen die Angehörigen dreier Fraktionen darum, sich nahe der Hinterlassenschaften des besagten verstorbenen Grafen zu platzieren, um Besitzansprüche auf diese geltend zu machen.

Schade ist, dass an einigen Komponenten gespart wurde. Es sind zu wenig Schnüre enthalten, um alle Medaillons, mit denen Spieler ihre Fraktion anzeigen, zu bestücken. Dadurch muss man unter Umständen neu knoten, wenn man das Szenario wechseln will. Das Gleiche gilt für die Veto-Marker, die laut Anleitung gegebenenfalls durch Münzen aufgestockt werden sollen. Die Regelerklärung ist anfängerorientiert und thematisch passend, lässt jedoch zu viele Eckfälle offen.

Zusammenfassend betrachtet ist ein solides leichtes Gesellschaftsspiel, das dank seiner starken Einbindung des Themas und der geringen Dauer insbesondere für Gelegenheitsspieler zu empfehlen ist.

 

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