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Domus Domini

Im Jahre 1122 feierte Petrus Venerabilis seinen Amtsantritt als Abt von Cluny. Sein Vorgänger hinterließ ihm ein runtergewirtschaftetes Kloster, welchen in den folgenden Jahren zu neuen Aufschwung verholfen werden sollte. Die Spieler sind Leiter eines der umliegenden Klöster und versprechen sich eine kleine Belohnung, wenn sie den neuen Abt bei seinen Aufbauplänen unterstützen können. Aus der Geschichte ist bekannt, dass dieses Vorhaben von großem Erfolg gekrönt sein wird. Wie gut sich die Spieler bei der Unterstützung schlagen, müssen sie jedoch selbst erst herausfinden.

Spielablauf
Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein zunächst leeres Klostertableau und 3 Klosterausbau-Markern. Im Verlaufe des Spiels zeigen diese den Fortschritt in den drei Wirtschaftsbereichen Gemüsegarten, Käserei und Brauerei an. Zudem erhält jeder Spieler einen Stein zum Anzeigen der Punkte in der Ablassbriefe-Leiste, der Klosterbesitz-Leiste und der Straße nach Cluny. Der gesamte Aufbau kann schon so manchen Tisch bedecken und wird bei 6 Spielern zu einer wahren Herausforderung. Ist aber einmal alles platziert, kann es losgehen mit der Ersten von 4 Runden. Pro Spielrunde führen die Spieler der Reihe nach jeweils sieben Spielphasen durch. Hierbei beendet ein Spieler zunächst alle sieben bevor der nächste an der Reihe ist. Um den Überblick zu behalten, werden die Phasen im Folgenden näher betrachtet. Nach spätestens zwei Runden ist jedem Spieler der Ablauf der Runde jedoch klar.

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Startspieler ermitteln, Produktions- und Sonderkarten aktualisieren und Zinsen einnehmen (1): In ist Startspieler sein nicht immer ein Segen. In der ersten Runde bekommt der Spieler mit der höchsten Kloster-Karte die Startspielersäule. Diese wird jede Runde automatisch eins nach links weitergegeben. Setzt man einen Denar ein, kann man die Startspielersäule ebenfalls eins weitergeben, dies kann beliebig oft wiederholt werden. Wer die Säule letztendlich behält, startet die aktuelle Runde und bekommt die jeweils eingesetzten Denare aller Spieler. Als nächstes wird eine neue Produktionskarte vom Stapel genommen. Diese bestimmt, welche Waren diese Runde besonders gut ankommen. Hat ein Spieler am Ende der Runde einen passenden Cellerar, kann er die auf der Karte verzeichneten Bonuspunkte abstauben. Ab der zweiten Runde werden zudem die Sonderkarten für die fortschrittlichsten Klöster vergeben. Zinsen werden ab der zweiten Runde an fleißige Sparfüchse ausgezahlt. In Phase 3 werden wir den Einsatz von Denaren näher beleuchten.

Cellerar einstellen und Gemüse erwerben (2): Wer sich an dieser Stelle fragt, was eine Cellerar ist, dem werde geholfen. Ein Cellerar war der Wirtschaftsverwalter eines Klosters. Dieser kann in aus einem Stapel zur Verfügung stehender Cellerare gewählt werden und bringt im Verlauf des Spiels mehrere Boni. Ein einmal angeheuerter Cellerar wird durch den Besitz der jeweiligen Spielkarte angezeigt. Diese kann wieder zurück an den Stapel verkauft werden, wobei Differenzbeträge jeweils beglichen oder ausgezahlt werden müssen. Am Ende des Spiels wird der Wert des Cellerars auf das Siegpunkte-Konto addiert. Zum Ende der zweiten Phase können Gemüse-Chips erworben werden. Jeweils zwei Chips kosten einen Denar. Alle Waren müssen in dem Speisesaal eingelagert werden. Eine Überproduktion verfällt ohne Gegenwert.

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Investitionen tätigen (3): Phase 3 handelt von dem Ausbau der im Kloster zur Verfügung stehenden Produktionsgebäude. Für die Bezahlung der pro Stufe ansteigenden Kosten können die Klosterausbau-Marker in ihren jeweiligen Bereich erhöht werden. Zudem lohnt sich der Bau einer Kapelle. Hier können Laienbrüder eingesetzt werden, welche die Produktion von Nahrungseinheiten zusätzlich erhöhen und zusätzlich bringen die ausgebauten Kapellenteile zum Ende des Spiels noch einmal weitere Siegpunkte. Jedoch müssen die Mäuler der zusätzlichen Laienbrüder erst einmal gestopft werden. Für jeden muss ein Gemüsechip pro Runde abgegeben werden. Zuletzt gibt es noch die Möglichkeit Hundehütten zu bauen, um Platz für Wachhunde zu schaffen. Diese können vor Manipulationen durch andere Mitspieler schützen. Nicht verwendete Denare können dem Geldverleiher angeboten werden, welcher sich in der nächsten Runde mit 1 Denare Zinsen pro 3 abgegebenen Denare bedankt (maximal 3 Denare Zinsen). Phase 3 endet mit der Berechnung der eingebrachten Nahrungseinheiten und dem verschieben der Spielfigur auf das Feld mit der gleichen Anzahl. Schafft es ein Spieler mehr als 400 Nahrungseinheiten zu erwirtschaften, erreicht seine Spielfigur die Stadt Cluny und ist bis Ende der Runde geschützt.

Beherbergte Laienbrüder (4) werden in Phase 4 nochmals aktiv und können an gegnerische Mitspieler zum Betteln geschickt werden. Wer in Phase 1 den Trunkenbold erhielt kann diesen ebenfalls zur Belästigung anderer Mitspieler losgeschickt werden. Die Laienbrüder, sowie der Trunkenbold setzen das Ziel des Angriffs 3 Felder auf der Straße nach Cluny zurück und geben dem aktiven Spieler jeweils einen Ablassbrief. Laienbrüder können jedoch nur auf vor einem gelegenen Spieler eingesetzt werden, wohingegen der Trunkenbold auch zum Ausbau des eigenen Vorsprungs verwendet werden kann. Abgewehrt werden können beide Effekte durch den Einsatz von Wachhunden. Pro Wachhund kann einer der Laienbrüder oder der Trunkenbold aufgehalten werden. Ablassbriefe erhält der aktive Spieler dennoch.

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Einsatz von Gemüsechips oder dem Gemüsekarren (5): Um den eigenen Vorsprung auszubauen oder den Anschluss nicht zu verlieren, können in der fünften Phase übrige Gemüseschips investiert werden. Jeder abgegebene Gemüsechip bringt die eigene Spielfigur ein Felder weiter. Der Einsatz des Gemüsekarrens bringt den Spieler zudem gleich 3 Felder weiter nach vorne.

Ernähren ungenutzter Laienbrüder (6): Im Speisesaal zurückgelassene verlangen nun auch nach einer angemessenen Ernährung. Für 1 bis 3 Laienbrüder muss 1 Gemüsechip abgegeben werden und 4 bis 6 Laienbrüder kosten 2 Gemüsechips. Nicht ernährte Laienbrüder gehen zurück in den Vorrat. Laienbrüder die bereits in Phase 4 auf dem Feld oder in der Kapelle eingesetzt wurden müssen nicht noch einmal bezahlt werden.

Ablassbriefe und Denare (7): Petrus Venerabilis bewertet die eingebrachten Nahrungseinheiten dieser Runde. Für jedes auf dem Spielfeld fortgeschrittene Feld gibt es einen Ablassbrief. Wer die Stadt Cluny erreicht hat erhält also 41 Ablassbriefe, befindet sich ein Spieler hingegen noch auf Feld 0 geht er diese Runde leer aus. Da Petrus auch in den folgenden Runden auf eine reiche Ernte setzt gibt er allen Spielern die mindestens ein Feld auf der Nahrungseinheiten-Leiste fortgeschritten sind Geld für weitere Investitionen. Der Spieler mit dem niedrigsten Wert erhält hierbei das meiste Geld und bekommt 7 Denare. Die folgenden Spieler erhalten in aufsteigender Reihenfolge 5, 4, 3, 2 und 1 Denare (abhängig von der Spieleranzahl). Bei zwei Spielern mit gleichen Fortschritt wird der höhere Betrag an den Besitzer des teureren Cellerar als ersten die Denare. Haben die Spieler noch keine 4 Runden gespielt, geht es weiter mit Phase 1.

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Durch den siebenphasigen und dadurch auch lang andauernden Zug ist die Spielzeit deutlich von der Anzahl der Spieler abhängig. Pro Spieler ist mit einer Spieldauer von ca. 25 Minuten zu rechnen. Legen sich die Spieler auf ihren Weg nach Cluny übermäßig viele Steine in den Weg, kann dadurch gut und gerne auch länger als 3 Stunden dauern. Auch wenn die Einnahme von 410 Nahrungseinheiten zunächst utopisch klingt, kann man bei mehrfachen Spielen eine deutliche Verbesserung der eigenen Punktewerte feststellen. Dennoch bleiben die 410 Punkte eine ganz schöne Herausforderung. Am Ende des Spiels werden erwirtschaftete Klosterelemente noch einmal in Ablassbriefen aufgewogen. Die jeweils höchste Ausbaustufe der einzelnen Produktionsbetriebe, der Cellerar, angebaute Kapellenabschnitte, sowie Laienbrüder und Ablassbriefe bringen jeweils einen stattlichen Bonus auf das Punktekonto der Spieler. Wer am Ende der vier Runden und der zusätzlichen Wertungsphase mit den meisten Punkten im Spiel führt, gewinnt diese Spielrunde. Bei einem Gleichstand wird zunächst der Restbetrag an Denaren vergleichen und als zweites Kriterium die Kosten des aktuellen Cellerars.

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Das Basisspiel von bietet zudem zwei Erweiterungen, die den einmal gewöhnten Spielablauf für erfahrene Spieler noch etwas durcheinanderbringen können. Die Spielerweiterung Räuber ergänzt die Straße nach Cluny um weitere Gefahren. Jeweils in der siebten Runde werden vier Bäume auf das Feld des Spielers mit den wenigsten erwirtschafteten Nahrungseinheiten und den darauffolgenden Feldern gestellt. Befindet sich am Ende der nächsten Runde ein Spieler auf diesen Feldern so verliert er 2 Denare. Dies kann er jedoch durch die Abgabe zweier Wachhunde oder einem Hund plus Viehhirten verhindern. Die ErweiterungEreigniskarten bringen den sonst recht starren Spielverlauf ins Wanken. Die verschiedenen Ereigniskarten bringen teils positive Effekte, wie doppelte Punktzahl, und auch negative Effekte, wie einen Aufstand der Laienbrüder, mit sich. Teils werden somit ganze Phasen übersprungen. Während die Räuber ohne Bedenken bereits beim zweiten Durchspielen hinzugefügt werden können, sollte man beim Einsatz der Ereigniskarten bereits einiges an Erfahrung mit sich bringen.

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Spielmaterial
Die Spielmaterialien sind zahlreich und gut verarbeitet. Sämtliche Marker bestehen aus Pappe und sind ordentlich gedruckt. Leider bietet die Verpackung bis auf eine extra Schachtel für die Karten keine Möglichkeit, um die beigelegten Marker zu sortieren. Die mehrsprachige Anleitung beschreibt die einzelnen Phasen gut und beleuchtet alle Zugmöglichkeiten detailliert. Leider haben sich bei der Übersetzung des Spiels mehrere Fehler eingeschlichen, welche wohl erst nach dem Hauptdruck aufgefallen sind. Hierfür wurden glücklicherweise Korrekturzettel beigelegt.

Fazit
präsentiert sich als Kennerspiel ohne Glücksfaktor. Lediglich die Mitspieler können einen mit wenigen Tricks ein Bein stellen. Wer gerne optimiert und sich bei Aufbauspielen das Ziel setzt, das Optimum aus jedem Zug zu holen, ist mit gut bedient. Jeder einzelne Zug und jeder Schritt müssen sitzen, um mit anderen Mitspielern mithalten zu können, dank des gut ausbalancierten Gameplays. Dies und die langen Zugzeiten können den Spaß von Gelegenheitsspielern bzw. von Familien und Kinder mindern.

  • Autor: Heinz-Georg Thiemann
  • Spielzeit: ca. 25 Minuten pro Spieler
  • Vertrieb: franjos Spieleverlag
  • Anzahl: 2 bis 6 Spieler
  • Kategorie: Kennerspiel
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.4 Bewertung

präsentiert sich als Kennerspiel ohne Glücksfaktor. Lediglich die Mitspieler können einen mit wenigen Tricks ein Bein stellen. Wer gerne optimiert und sich bei Aufbauspielen das Ziel setzt, das Optimum aus jedem Zug zu holen, ist mit gut bedient. Jeder einzelne Zug und jeder Schritt müssen sitzen, um mit anderen Mitspielern mithalten zu können, dank des gut ausbalancierten Gameplays. Dies und die langen Zugzeiten können den Spaß von Gelegenheitsspielern bzw. von Familien und Kinder mindern.

  • Spielidee 8/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 7/10
  • Interaktion 9/10
  • Einfluss 10/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Domus Domini
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Heinz-Georg Thiemann
  • Verlag: franjos Spieleverlag

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