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Elysium

Begeistert von Fantasy? Mächtige Gottheiten, tapfere Helden und bösartige Monstrositäten… all dies erinnert mich an die griechische Mythologie. Wer die Geschichten um Zeus und die Titanen, oder Herkules Weg vom Halbgott zur Gottheit noch nicht kennt, sollte dringend mal einen Blick in die vielfach verarbeiteten Geschichten werfen. Die Space Cowboys Autoren Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan zeigen zudem, wie die griechische Mythologie nicht nur als Vorlage für spannende Mythen, sondern auch als Thematik für ein ausgezeichnetes Kennerspiel dienen kann.

Spielablauf
Als Halbgott mit Ambitionen versucht man in diesem Spiel seine eigenen Mythen zusammenzustellen und beim Kampf um die meisten Siegpunkte nicht auf die fiesen Tricks der anderen Mitspieler hereinzufallen. Hierfür werden Runde für Runde in der Agora ausliegende Karten zum Kauf bereit gestellt.

Besonders ist hierbei der Zugmechanismus. Jeder Spieler erhält zu Beginn einer jeden Runde vier unterschiedlich farbige Säulen. Jede Karte zeigt zudem an, welche der Säulen als Grundbedingung noch vorhanden sein müssen. Zum Kauf einer Karte muss jedoch nicht die gleichfarbige Säule bezahlt, sondern eine beliebige Säule weggestellt werden. Dies zwingt die Spieler in jeder Runde vorauszuplanen, welche der Säulen sie für den Kauf der übrigen Karten in den kommenden Runden noch benötigen werden.

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Eine gekaufte Karte landet in der Sphäre des Spielers. Aus dieser können Karteneffekte genutzt werden, um den Spielablauf zu beeinflussen. Hierbei unterscheiden sich die Karteneffekte maßgeblich entsprechend der zugehörigen Gottheit. Jede der Karten entstammt einer der acht in dem Spiel enthaltenen Götterfamilien. Während Ares-Karten versuchen den Ruhm zu mehren und in Siegpunkte zu konvertieren, sind die Karten des Poseidons darauf ausgelegt anderen Spielern Karten wieder wegzunehmen. Jedes Spiel setzt sich aus fünf dieser Götterfamilien zusammen und kreiert dadurch immer wieder ein anderes Spielgefühl.

Siegpunkte werden erlangt, wenn am Ende einer jeden Epoche (4 Runden), Karten von der Sphäre ins übergehen. Im können entsprechende Karteneffekte nicht mehr verwendet werden. Wertvolle Karten wollen somit zeitig für ihre Siegpunkte gesichert und gleichzeitig so spät wie möglich übergeführt werden, um ihre mächtigen Effekte weiterhin nutzen zu können. Der so entstehende Zwiespalt hält das Spiel dauerhaft spannend.

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Auch wenn die vielfältigen Kartenfähigkeiten einen zu Beginn den Überblick verlieren lassen, wird nach wenigen Runden klar, dass dieses Spiel durchweg gut durchdacht wurde. Die Einstiegshürde wird durch hilfreiche Zusammenfassungskarten für jeden Spieler abgeschwächt. Spätestens nachdem man jede Karte einmal gesehen hat, werden die Strategien auch schnell komplexer. Nur wer innerhalb der fünf Epochen nicht zu schnell aufgibt und einen kühlen Kopf bewahrt, wird es schaffen den Gottheiten zu huldigen und mit den meisten Siegpunkten in den Olymp aufzusteigen.

Spielmaterial
So sehr ich auch suche, an dem Spielmaterial von gibt es nichts zu meckern. Sämtliche Materialien sind mit viel Liebe zum Detail mit der Thematik verbunden. Die Spielkarten sind aus stabilem Plastik, halten dadurch einiges aus, und sind zudem mit passenden Abbildungen verziert. Statt einfach nur alles lieblos auf dem Tisch zu verteilen, bilden die Spielelemente einen antiken Tempel. Die Säulen liegen gut in der Hand und passen ebenfalls wunderbar in das Gesamtbild. Wer sich jetzt Sorgen macht, wie die ganzen Materialien ordentlich verstaut werden sollen, kann sich auch hier auf die Space Cowboys verlassen. Wirklich alles findet hier seinen vorgesehenen Platz und bildet zudem erneut einen Tempel im antiken Stil.

Für mich stellt das Begleitheft zu den Karten ein absolutes Highlight dar. Jede Gottheit und ihre dazu passenden Karten werden mit ihren Mythen kurz beschrieben. Wer zum Beispiel noch nicht weiß, wie Hephaistos seinen Platz im Olymp errungen hat, wird diese intrigenreiche Geschichte in Kurzform nachlesen können.

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Fazit
Erneut zeigt der Space Cowboys Verlag wie ein hochwertiges Brettspiel auszusehen hat. Der permanente Wettstreit um die ausliegenden Karten bleibt durchgehend spannend und lässt durch den ausgeklügelten Säulenmechanismus so manchen Kopf rauchen. Die Zusammensetzung eines Kartendecks durch die unterschiedlichen Götterfamilien hält das Spiel auch bei wiederholten Runden immer wieder spannend. Spielgruppen mit aggressiver oder strategischer Spielweise werden garantiert eine geeignete Kombination an Götterfamilien finden. Wer strategische Spiele mag, wird mit garantiert bestens bedient. Lediglich Familien mit kleinen Kindern sollten von diesem doch recht anspruchsvollen Spiel Abstand nehmen.

Bei der diesjährigen Wahl zum Kennerspiel des Jahres ist leider knapp am Titel gescheitert. Wer sich vom diesjährigen Sieger Broom Service überzeugen möchte, kann sich den dazugehörigen Ratgeberspiel-Testbericht hier durchlesen.

  • Autor: Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan
  • Spielzeit: ca. 60 Minuten
  • Vertrieb: Asmodee | Space Cowboys
  • Anzahl: 2 bis 4 Spieler
  • Kategorie: Kennerspiel
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.3 Bewertung

Erneut zeigt der Space Cowboys Verlag wie ein hochwertiges Brettspiel auszusehen hat. Der permanente Wettstreit um die ausliegenden Karten bleibt durchgehend spannend und lässt durch den ausgeklügelten Säulenmechanismus so manchen Kopf rauchen. Die Zusammensetzung eines Kartendecks durch die unterschiedlichen Götterfamilien hält das Spiel auch bei wiederholten Runden immer wieder spannend. Spielgruppen mit aggressiver oder strategischer Spielweise werden garantiert eine geeignete Kombination an Götterfamilien finden. Wer strategische Spiele mag, wird mit garantiert bestens bedient. Lediglich Familien mit kleinen Kindern sollten von diesem doch recht anspruchsvollen Spiel Abstand nehmen.

  • Spielidee 8/10
  • Ausstattung 10/10
  • Spielablauf 8/10
  • Interaktion 8/10
  • Einfluss 9/10
  • Spielbarkeit 7/10
  • Spaß 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: Elysium
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan
  • Verlag: Asmodee | Space Cowboys

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