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Euphrat & Tigris

Das antike Mesopotamien wurde geprägt durch viele aufstrebende und untergehende Nationen. Die dem Spiel namensgebenden Flüsse Euphrat und Tigris waren Lebensgrundlage für bekannte Hochkulturen, wie die Sumerer, Babylonier und Perser. Zurückversetzt in eine Zeit um 3000 v. Christus, versuchen die Spieler neue Reiche an den Ufern zu erbauen und gegen feindliche Völker zu verteidigen. Nur wer sich erfolgreich gegen Angreifer zur Wehr setzt und ausgewogene Königreiche erbaut, kann sich langfristig einem Platz am Flussbett sichern.

Spielablauf
Am Anfang war das Nichts. Genau so beginnt auch das Spiel auf der Landkarte Mesopotamiens. Bis auf die wenigen Tempel vergangener Zivilisationen müssen die Spieler sich selbst um die Wiederbevölkerung des Landes kümmern. Dafür steht einem Spieler jede Runde ein Pool aus vier Aktionen zur Verfügung, aus denen er zwei beliebige mit Wiederholung wählen kann.

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Wählt der Spieler einen Anführer (König, Priester, Bauer und Händler) zu setzen, so kann er ein Königreich gründen oder ein bestehendes Königreich unterwandern. In diesem können später Revolten gestartet werden, um die eigene Vorherrschaft zu sichern. Des Weiteren kann die Landkarte um Zivilisations- oder Spezialplättchen erweitert werden. Diese dienen der Erweiterung der Reiche oder dem Einleiten von Katastrophen und Kriegen. Statt Anführer oder eine der beiden Plättchensorten zu legen, kann der Spieler noch bis zu sechs Plättchen aus seinem eigenen Spielbereich mit neuen Plättchen aus dem Beutel austauschen.

Kriege und Revolten werden durch das Auslegen weiterer Tempel, eine Art der Zivilisationsplättchen, beeinflusst. Jeder Spieler kann durch das einmalige Erweitern der Reiche seine Kampfkraft stärken. Der Sieger verweilt fortan als alleiniger Herrscher des Königreiches und erhält einen Siegpunkt in der Farbe der Vertriebenen Anführer.

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Die einzelnen Aktionen haben jeweils dauerhafte Wirkungen auf das Spielgeschehen. So bringen angelegte Zivilisationsplättchen, dem Spieler Siegpunkte ein, der einen gleichfarbigen Anführer in diesem Königreich platziert hat. Der König dient hierbei als Joker und lässt andere Anführer leer ausgehen. Zudem können Händler einem Spieler die wertvollen Schätze der Tempel sichern. Diese dienen bei der Auswertung der Siegpunkte als Bonus und können in einer beliebigen Kategorie angerechnet werden. Wer zudem ein 2×2 Quadrat aus Tempeln bildet, kann diese zu einem Monument ausbauen. Monumente bieten eine dauerhafte Quelle für Siegpunkte ihrer jeweiligen Farbe.

Das Spiel endet, sobald sich nur noch zwei Schätze auf dem Spielfeld befinden oder der Nachziehbeutel leer ist. Der Sieger wird durch die Auswertung der Siegpunkte ermittelt. Der Clou, sämtliche Siegpunkte zählen nur für ihre gleichfarbige Kategorie. Am Ende des Spiels wird von jedem Spieler jedoch nur die schwächste Kategorie gewertet. Nur wer ein ausgewogenes Reich erbaut, wird als Herrscher in die Geschichte eingehen.

Spielmaterial
Im Gegensatz zur Erstausgabe des Spiels wurden die vielen Holzteile durch Plastikfiguren ersetzt. Dies kommt zwar dem Gesamtgewicht der Packung zugute, wirkt aber qualitativ eher nach einem Rückschritt. Hinzugekommen ist eine weitere Seite des Spielplans die für Veteranen des Spiels Grundlage für erneute abendfüllende Spielerunden bietet. Leider ist in der neuen Verpackung bei weitem nicht genug Platz für sämtliche Materialien, was bei uns dazu führte, den Sack voller Spielmarker unter der Pappeinlage deponieren zu müssen. Es bleibt unverständlich, warum diese Einlage so groß gewählt wurde.

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Die Anleitung erhält ausnahmsweise einen Abschnitt für sich. Nach 16 übergroßen Seiten hat sie es sich auch redlich verdient. So ziemlich jede Regel wird im Detail für sich selbst und in Kombination mit den anderen genauestens beschrieben. Zwar wird hier wirklich auf jede Kleinigkeit geachtet, aber der Spieler auch gewaltig abgeschreckt. Wer sich einmal durchgekämpft hat, wird schnell feststellen, dass der Spielablauf in wenigen Sätzen und durch eine kleine Proberunde deutlich besser erklärt werden kann. Wer während des Spiels noch einmal nachschlagen muss, kann auch einen Blick auf den vor sich stehenden Sichtschirm werfen. Dort werden die Zugregeln noch einmal kurz zusammengefasst. Gelungen sind hingegen die vielfältigen Anmerkungen zu geschichtlichen Begebenheiten und der Bedeutung Mesopotamiens.

Fazit
Am Spielgeschehen von Euphrat und Tigris hat sich seit der Erstauflage nichts verändert. Lediglich die zusätzliche Spielfeldseite bietet Kennern des Spiels eine neue Herausforderung für die Optimierung ihres Reiches. Wer jedoch Zugriff auf die alte Version hat, könnte von dieser einzigen Neuerung etwas enttäuscht sein. Alles in allem bietet aber ein ausgewogenes Strategiespiel, welches durch die permanente Interaktion durchgehend spannend bleibt.

  • Autor: 
  • Spielzeit: ca. 60 bis 120 Minuten
  • Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag | Fantasy Flight Games
  • Anzahl: 2 bis 4 Spieler
  • Kategorie: Legespiel
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

7.0 Bewertung

Am Spielgeschehen von Euphrat und Tigris hat sich seit der Erstauflage nichts verändert. Lediglich die zusätzliche Spielfeldseite bietet Kennern des Spiels eine neue Herausforderung für die Optimierung ihres Reiches. Wer jedoch Zugriff auf die alte Version hat, könnte von dieser einzigen Neuerung etwas enttäuscht sein. Alles in allem bietet aber ein ausgewogenes Strategiespiel, welches durch die permanente Interaktion durchgehend spannend bleibt.

  • Spielidee 7/10
  • Ausstattung 4/10
  • Spielablauf 7/10
  • Interaktion 9/10
  • Einfluss 7/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 7/10

Weitere Informationen

  • Titel: Euphrat & Tigris
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Reiner Knizia
  • Verlag: Heidelberger Spieleverlag | Fantasy Flight Games

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