Green Deal

Bei von Juma Al-JouJou handelt es sich um ein Strategie- / Wirtschaftsspiel für drei bis fünf Spieler. Der Spieler übernimmt die Leitung eines internationalen Konzerns und versucht im Laufe des Spiels die meisten Siegpunkte zu erlangen. Dabei spielt im Jahre 2050 und sowohl Ressourcenknappheit als auch Regierungsauflagen zwingen Unternehmen dazu, nachhaltig und sozialbewusst zu agieren. Zumindest nach außen hin. Um sich im Spiel einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten zu schaffen, ist es auch möglich, auf unlautere Mittel wie Steuerhinterziehung und Dumpinglöhne zurückzugreifen. Ob nun ehrlich oder mittels Täuschung und Tricks, am Ende setzt sich der Spieler durch, der seine Ressourcen am sinnvollsten eingesetzt und bei den einzelnen Wertungen am besten abgeschnitten hat.

Gespielt wird auf einem Spielplan, der alle nötigen Informationen der Spieler abbildet. Dazu gehören das Einkommen, das aktuelle Geld, die Projekte, in die der Spieler investiert hat sowie die aktuelle Spielrunde und die Siegpunkte der Spieler. Mittels Markern in der Farbe der jeweiligen Spieler wird auf den einzelnen Spielfeldern markiert, wie viele Ressourcen ein jeder Spieler zur Verfügung hat (Geld / Einkommen) oder wie weit der Fortschritt seiner Entwicklung in den verschiedenen Projektbereichen ist.

Das ganze System ist sehr praktisch, da es verhindert, dass man mit extra Spielgeld hantieren muss. Weiterhin ermöglicht es mehr taktische Tiefe, da auf einen Blick zu sehen ist, wie viele Mittel den einzelnen Spielern zur Verfügung stehen oder in welchen Bereichen diese wie stark ausgeprägt sind. Informationen, die für die eigene Planung von großem Interesse sind.

Eine Partie besteht aus zehn Spielrunden, die durch einzelne Wertungen unterbrochen sind. Eine Spielrunde besteht dabei immer aus den im Folgenden beschriebenen vier Phasen.

Die erste Phase ist die Auktion. Bei dieser Phase kann jeder Spieler im Geheimen mittels einer Drehscheibe einstellen, wie viel Geld er auszugeben bereit ist, um der Startspieler in der aktuellen Runde zu sein. Ein sehr interessantes Element im Spielverlauf, da gut kalkuliert werden will, welcher Einsatz sich lohnt, um eher an der Reihe zu sein als ein anderer Spieler. Denn gibt man zu viel aus, hat man eventuell im späteren Verlauf der Spielrunde nicht mehr genügend Geld um die Investition zu tätigen, wegen denen man als Erster an der Reihe sein muss.

Die zweite Phase ist die Buchhaltung. Hier wird zuerst das Geld abgezogen, das man bei der Auktion geboten hat. Im Anschluss erhält man Geld in Höhe des Einkommens. Haben alle Spieler die Buchhaltung abgeschlossen, geht es in die dritte Phase.

Bei dieser handelt es sich um die Investition. Hierbei können die Spieler in der Reihenfolge der Auktion (der meistbietende Spieler zuerst) Aktions- oder Projektkarten kaufen. Dabei geben Aktionskarten verschiedene Boni, wie zusätzliches Geld, Einkommen oder andere Vorteile, wie Schutz vor konkurrierenden Unternehmen. Auch können sie Boni im Bereich der Siegpunkte geben oder Vorteile bei den einzelnen Wertungen schaffen. Die andere Kartenart sind die Projektkarten. Diese sind in vier Bereiche unterteilt: Umwelt, Jobs, Soziales und Forschung. Projektkarten helfen dem Spieler, auf der Nachhaltigkeitsskala voranzuschreiten. Dabei hat jedes Projekt zusätzlich Einfluss auf das Einkommen und die Siegpunkte eines Spielers.

green-deal_spiel

Haben alle Spieler ihre Investitionen für die Runde getätigt, kommt man in die letzte Phase, die Expansion. Hierbei wird auf einer Weltkarte ein Plättchen für jedes erworbene Projekt aus der Investitionsphase platziert. Dabei hat jedes Projekt einen Wert zwischen eins und fünf. Die Platzierung will dabei gut überlegt sein. Werden Plättchen derselben Kategorie (Umwelt, Jobs, Soziales oder Forschung) nämlich nebeneinandergelegt, so hat man die Möglichkeit entweder mit dem Besitzer des anderen Plättchens zu kooperieren (das Einkommen beider Spieler steigt) oder zu konkurrieren (das eigene Einkommen steigt und das des Gegners wird vermindert). Haben alle Spieler ihre Plättchen auf der Weltkarte platziert, ist die Runde abgeschlossen und die nächste Runde beginnt erneut mit der Auktion.

Zwischen den Spielrunden und nach der zehnten und letzten Runde gibt es verschiedene Bewertungen der Unternehmen der Spieler. Die Bewertungskategorien sind dabei die PR-Wertung, die Nachhaltigkeitswertung und die Unternehmensbewertung. Je nachdem, wie gut ein Spieler in den einzelnen Bewertungen abschneidet, erhält er Siegpunkte. Hier sind vorausschauendes Planen und Taktieren gefragt, um bei den Bewertungen möglichst gut abzuschneiden und so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Dabei geht es bei der PR- und der Nachhaltigkeitswertung vornehmlich um den Fortschritt in den einzelnen Projektkategorien und bei der Unternehmensbewertung um das Einkommen. Sind alle Wertungen abgeschlossen, gewinnt der Spieler das Spiel, der am Ende die meisten Siegpunkte hat.

regt während des gesamten Spiels dazu an voraus zu planen, seine Gegner genau im Auge zu behalten und seine eigenen Strategien immer wieder an die seiner Mitspieler und der sich ständig ändernden Spielsituation anzupassen. Auch bietet das Spiel nach mehreren Partien immer noch eine Herausforderung und der Spielspaß bleibt erhalten. Dies macht das Spiel zu einer empfehlenswerten Ergänzung für jeden Spielschrank von Strategie- und Wirtschaftsspielfans. Der Einstieg in das Spiel ist dank der einfach zu verstehenden und gelungenen Anleitung bereits in der ersten Partie sehr angenehm.

Alles in allem ist ein wirklich gut gelungenes Spiel. Aber ein paar kleine Kritikpunkte gibt es dennoch. So sind beispielsweise die gewählten Spielerfarben der Spielsteine alle sehr trist. Ein weiteres Problem sind jedoch die Auktionsscheiben und die PR-Wertungskarten. Diese werden respektive in der Auktion bzw. PR-Wertung verwendet, um verdeckt Informationen abzugeben. Dabei sind die Zeiger auf den Auktionsscheiben sehr locker, was schnell dazu führen kann, dass sich der eingestellte Wert unbeabsichtigt verändert. Bei den PR-Wertungskarten gibt es leider keine Möglichkeit seine Wertungseinträge zu fixieren, was es ebenfalls umständlich macht, eine verdeckte Verteilung seiner Ressourcen vorzunehmen.

Abgesehen von diesen durch das Material verursachten Problemen handelt es sich bei um ein sehr gelungenes Brettspiel.

Test und Artikel von Enrico Gebert

Bewertung

8.9 Wertung

regt während des gesamten Spiels dazu an voraus zu planen, seine Gegner genau im Auge zu behalten und seine eigenen Strategien immer wieder an die seiner Mitspieler und der sich ständig ändernden Spielsituation anzupassen. Auch bietet das Spiel nach mehreren Partien immer noch eine Herausforderung und der Spielspaß bleibt erhalten. Dies macht das Spiel zu einer empfehlenswerten Ergänzung für jeden Spieleschrank von Strategie- und Wirtschaftsspielfans. Der Einstieg in das Spiel ist dank der einfach zu verstehenden und gelungenen Anleitung bereits in der ersten Partie sehr angenehm. Alles in allem ist ein wirklich gut gelungenes Spiel. Abgesehen von diesen durch das Material verursachten Problemen handelt es sich bei um ein sehr gelungenes Brettspiel.

  • Spielidee 10/10
  • Ausstattung 6/10
  • Spielablauf 9/10
  • Interaktion 10/10
  • Einfluss 10/10
  • Spielbarkeit 8/10
  • Spaß 9/10

Weitere Informationen

  • Titel: Green Deal
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Juma Al-JouJou
  • Verlag: Karma Games

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