Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Tumult Royal

Die Welt nach meinem Ebenbild schaffen. Noch nie gelang mir das so gut, wie in dem Spiel . Die Autoren Klaus und Benjamin Tauber versetzen die Spieler in die Rolle eines Königs, der sich selbst mehr liebt als sein Volk. Überall auf der Welt lässt er Statuen von sich errichten, um seine Untertanen mit dem Anblick seines Antlitzes zu beglücken. Solange die Bevölkerung nicht hungern muss und selbst noch ein paar Rohstoffe bekommt, lässt es sich die Eigenart Ihrer Könige auch gefallen. Werden diese jedoch zu gierig, gibt es, wie der Untertitel des Spiels schon sagt, gehörig eins auf die Krone.

Spielablauf
Wer im ganzen Reich Statuen bauen will, muss zuerst seine eigene Burg errichten und die Welt auf seine großen Taten vorbereiten. Hierfür zieht jeder Spieler eine der Adligen-Karten, nimmt sich eine der Burgtafeln und platziert seine Statuen im Lager seiner Burg. Auf der Weltkarte werden die ersten Ländertafeln umgedreht und jeder Spieler darf sich mit seiner ersten Statue auf einer Wiese verewigen. Jetzt heißt es schnell sein, bevor die Konkurrenz die besten Plätze auf Straßen, in Dörfern oder in Städten wegnehmen.

IMG_2123_ratgeberspiel

Hierfür müssen zuerst Steuern eingetrieben werden, um sich den Luxus auch leisten zu können. Zuvor wird die Stimmung des Volkes erkundet. Die Drehscheibe gibt nach einem kurzen Dreh darüber Auskunft, wie viele Rohstoffe das Volk benötigt, um nicht in Zorn über die derzeitige Führungsriege auszubrechen. Die ausgelegten Warenplättchen werden im verdeckten Zustand, über den Tisch verteilt, bereit gelegt und pro Spieler werden 3 Warenplättchen zufällig entfernt. Jetzt aber rann an den Speck und lasst uns beginnen mit der Steuer-Raubphase. Schnell noch die Sanduhr umgedreht, eine Hand hinter den Rücken und dann beherzt zugegriffen. Jeder Spieler darf gleichzeitig je eines der Warenplättchen greifen, sich dessen Vorderseite angucken und wählen, ob er es behält oder zurück zu den anderen legt. Dies dürfen alle Spieler, bis zum Ablauf der Zeit, so oft sie mögen wiederholen und Rohstoffe für den Bau ihrer Statuen sammeln.

Zuvor schaut sich das Volk noch die übrigen Rohstoffe an. Sind von jeder Kategorie ausreichend übrig geblieben, verläuft die Runde friedlich ab und der Reihe nach darf begonnen werden, die eigenen Statuen zu errichten. Waren die Spieler jedoch zu gierig, gibt es einen Aufstand. Dabei holt sich das Volk pro Kategorie vom jeweils gierigsten Spieler alle Rohstoffplättchen bis auf eins.

IMG_2116_ratgeberspiel

Nun wird es aber wirklich Zeit, sich vom anstrengenden Steuern eintreiben auszuruhen und sich am Anblick einer neuen Statue zu erfreuen. Hierbei darf der Spieler mit dem höchsten Rang auf der Adligen-Karte als erstes eine Statue auf ein angrenzendes Feld seiner bisherigen Statuen setzen. Diese muss jedoch, entsprechend der pro Feld geforderten Rohstoffkombination, bezahlt werden. Bleiben Rohstoffe übrig, werden diese durch Gefolgsleute ersetzt. Der Reihe nach darf jeder Spieler bauen bis, er pleite ist und neue Rohstoffe vom Volk benötigt.

Zuvor werden jedoch die Adligen-Karten entsprechend der Anzahl an Gefolgsleuten neu verteilt und der neue König gekrönt. Wer die Macht an sich gerissen hat, muss 5 Gefolgsleute abtreten und darf noch, je nach Fortschritt des Spiels, ein bis zwei Statuen auf der Königschronik platzieren. Nach Runde 3 und 5 werden jeweils weitere Landschaftstafeln aufgedeckt, um so neue Bauflächen zu erschließen. Damit der Spieler mit den wenigsten Statuen nicht heillos das Rennen verliert, erhält dieser die Gunst des Volkes. In der nächsten Steuer-Raubphase wird jeweils minus 1 auf seinen aktuellen Rohstoffwert gerechnet. Nicht selten beschützt einen dies vor dem fackelschwingenden Volk.

Gewonnen hat der Spieler, welcher als Erstes seine 25 Statuen errichtet hat oder sich mit einem wachsenden Vorsprung vom letzten Spieler abhebt. Nach spätestens 10 Runden wird der Sieger anhand der meist gebauten Statuen ermittelt. Wer gut pokert und immer die zweitmeisten Rohstoffe sichert, kann sich auf geschickte Weise von den anderen Spielern abheben und verbreitet seine Statuen schnell im ganzen Land.

IMG_2133_ratgeberspiel

Spielmaterial
Der hat beim Spielmaterial einiges aufgeboten, um den Spieler erfolgreich in das gewählte Szenario zu versetzen. Die Burgtafeln sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern durch ihre Einsparungen für die Statuen des Spielers auch noch äußerst praktisch in der Handhabung. Jederzeit gewähren die Burgtafeln den Überblick über den aktuellen Punktestand und bieten durch die aufgedruckten Aktionskosten und den Rundenablauf eine sehr gute Zusammenfassung des Spielgeschehens.

Alle weiteren Spielelemente sind hochwertig im Material und vom schönen sowie stimmigen Design. Hier ist auch alles dabei. Drehscheibe, Sanduhr, Holzfiguren, größere Landschaftstafeln und kleine Ressourcenplättchen. Leider bietet der großzügige Karton keinerlei Fächer zum Verstauen der Spielmaterialien. Hierfür müssen beigelegte verschließbare Plastiktütchen herhalten. Zwar ist dies ausreichend, da für jedes Spiel alle Materialien verwendet werden, jedoch hätte ich mir etwas mehr Ordnung in diesem Tumult gewünscht.

IMG_2131_ratgeberspiel

Die Anleitung ist gut geschrieben und bietet allerlei Beispiele zum Spielablauf. Wer zu faul zum Lesen ist, kann zudem auf die Erklär-App von Kosmos zurückgreifen. Diese führt einen Schritt für Schritt durch den Aufbau und den nachfolgenden Spielablauf. Immer wieder hat man Zeit, die erklärten Aktionen durchzuführen und weiß nach der ersten Runde bestens über das Spiel Bescheid. Man sollte für beide Wege jedoch viel Zeit einplanen, da die Anleitung sowie die App jeweils äußerst ausführlich in ihren Beschreibungen sind. Dennoch eine wunderbare und gelungene Ergänzung zum Standardspielmaterial.

Fazit
Das Wort „Tumult“ beschreibt das Spiel schon ganz gut. Besonders das Herzstück des Spiels, die Steuer-Raubphase, ist aufregend und lässt die Spielrunde oft in einem kleinen Durcheinander ausarten. Waren die Spieler zu rücksichtslos, kommt schnell Freude auf, wenn der gierigste unter ihnen vom Volk bestraft wird und alle anderen dafür das Land mit ihren Statuen zu pflastern können. All das wird gewürzt mit einem kleinen und leicht greifbaren, strategischen Anteil bei der Auswahl der gewünschten Bauflächen. Ein tolles Familienspiel für heitere Abende und besonders mit mehr als zwei Spielern herrlich chaotisch.

  • Autor: Klaus und Benjamin Tauber
  • Spielzeit: ca. 40 Minuten
  • Vertrieb:
  • Anzahl: 2 bis 4 Spieler
  • Kategorie: Familienspiel
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

9.0 Bewertung

Das Wort „Tumult“ beschreibt das Spiel schon ganz gut. Besonders das Herzstück des Spiels, die Steuer-Raubphase, ist aufregend und lässt die Spielrunde oft in einem kleinen Durcheinander ausarten. Waren die Spieler zu rücksichtslos, kommt schnell Freude auf, wenn der gierigste unter ihnen vom Volk bestraft wird und alle anderen dafür das Land mit ihren Statuen zu pflastern können. All das wird gewürzt mit einem kleinen und leicht greifbaren, strategischen Anteil bei der Auswahl der gewünschten Bauflächen. Ein tolles Familienspiel für heitere Abende und besonders mit mehr als zwei Spielern herrlich chaotisch.

  • Spielidee 10/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 9/10
  • Interaktion 9/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 9/10

Weitere Informationen

  • Titel: Tumult Royal
  • Kategorie: Brettspiele
  • Autor: Klaus und Benjamin Tauber
  • Verlag: Kosmos Verlag

Wie bewerten Sie dieses Spiel?

GD Star Rating
loading...

Kommentar schreiben