Alpha Protocol

Ein neuer ist auf dem Markt und schlägt ein wie eine Bombe. SEGA hat mit „“ alles richtig gemacht, das Spiel setzt Maßstäbe, an denen sich andere Spiele erstmal messen lassen müssen…

Zur Einführung…

Hinter dem Kürzel „RPG“ verbirgt sich die digitale Variante eines Rollenspiels. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle einer beliebigen Figur und besteht mit dieser diverse Abenteuer. Um die anstehenden Aufgaben bestmöglich zu lösen, stehen dem Anwender meistens verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, so hat dieser Einfluss auf die Ausrüstung, auf die Fähigkeiten und Eigenschaften seiner „Spielfigur“.

Es gibt verschiedene Varianten von RPGs, beispielsweise oder s. Bei der ersten handelt es sich um ein Internetrollenspiel mit einer sehr großen Anzahl an Teilnehmern, die zweite ist eher actionbetont und wird meist als Solo-Variante gespielt.


Der Spieler schlüpft in die Rolle des Soldaten „Michael Thornton“. Dieser wurde vom Geheimdienst auf Grund seiner Talente neu angeworben und soll helfen „verschwundene“ Raketen wieder zu finden und einen Anschlag aufzuklären. Schnell wird klar, dass es sich nicht um ein einfaches x-beliebiges Attentat und einen stinknormalen Waffendiebstahl handelt, vielmehr scheint Michael direkt zwischen die Fronten eines Krieges zu geraten, dessen Teilnehmer und Hintergründe er noch nicht kennt…

Ein wenig erinnert das Spiel schon an einen Shooter. Der Spieler kämpft sich durch die einzelnen Missionen und hat dabei eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Gegner ins Jenseits zu befördern. Dennoch bleibt festzuhalten, dass „“ die typischen Elemente eines RPGs vorweist und sich somit eindeutig von dem besagten Genre abgrenzen kann. Der Spieler hat eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten, die sich auf die jeweilige Story und den Verlauf der einzelnen Missionen auswirken kann.

Er kann die Fähigkeiten seiner Figur verbessern, seine Eigenschaften optimieren, seine Ausrüstung verändern oder einfach nur seinen „Charme“ spielen lassen. Egal ob man sich für die James-Bond-Variante oder den Ramboverschnitt entscheidet, es führen viele Wege zum Ziel – manche sind einfacher, einige etwas schwerer…

Das größte Problem des Spiels dürfte die Abgrenzung zu einem anderen Genre sein. Wie bereits bei  anderen s fiel es auch hier schwer, die Grenze zwischen Ego-Shooter und Rollenspiel zu ziehen. Die kampfbetonten und teilweise recht blutigen Missionen machen es einem dahingehend recht schwer, wobei man die einzelnen Spielabschnitte (zumindest teilweise) auch durchspielen kann, ohne auch nur einen einzigen Schuss abzugeben.

Ansonsten wird dem Spieler hier genau das geboten, was zu erwarten war. Ein gutes Abschneiden in der Mission bringt Punkte, die man prompt in neue Fähigkeiten und Eigenschaften investieren kann. Je nach Präferenz kann man dabei verschiedene Karrieren einschlagen und den Handlungsverlauf bzw. Lösungsmöglichkeiten zukünftiger Missionen beeinflussen. Neben dem actionorientierten Handlungsverlauf gibt es aber auch Missionen, die aus mehr oder weniger längeren Dialogen bestehen, auch hier kann sich der Spieler nach Lust und Laune austoben. Egal ob man den unschuldigen Neuling, den grimmigen Draufgänger oder den smarten Agenten mimt, jede Antwort kann potenzielle Auswirkungen auf den Gegenüber haben. Mal erleichtern sie einem das Leben, mal wird einem durch einen blöden Spruch die Tour so richtig „versaut“ – der Spieler hat es in der Hand.

Besonders positiv fiel uns dahingehend auf, dass das Spiel nicht in ein sinnloses Rumgeballere ausartete, sondern stets Bezug zur Handlung hergestellt wurde. Der Spieler weiß zu jeder Zeit, warum er gerade durch die Gegend pirscht und sein Handeln kann den Verlauf des Spiels nachhaltig beeinflussen. Auch die Modifizierungsmöglichkeiten des Charakters sind umfangreich und ermöglichen zahlreiche Lösungsansätze zur Bewältigung der einzelnen Aufgaben – dem Spieler wird in der Hinsicht so einiges geboten.

Auch grafisch macht „“ alles richtig. Die Umgebung ist stimmig, die Zwischensequenzen richtig gut und das ganze Drumherum sehr detailliert, hier bleiben kaum Wünsche offen – großes Lob! Einzig die Steuerung fällt in diesem Zusammenhang negativ auf – zumindest wenn man keinen X-Box 360°-Controller hat. Zwar lässt sich die Steuerung per Tastatur und Maus beliebig anpassen, etwas ungelenk bleibt die Handhabung trotzdem. An der Stelle hätten wir uns ein wenig mehr Einfallsreichtum und Flexibilität gewünscht, zumal nicht jeder über so einen besagten Controller verfügt und eine Neuanschaffung für ein einziges Spiel nicht wirklich lohnt.

Ein weiteres Manko ist die fehlende deutsche Sprachausgabe, die ganze Handlung lässt sich leider nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln verfolgen. Das ist zwar kein wirkliches Problem, zumal die Story dadurch auch ein wenig an Authentizität gewinnt, aber ärgerlich bleibt es trotzdem – eine gute Besetzung der Sprecherrollen hätte sich mit Sicherheit nicht negativ auf die Wertung ausgewirkt. Dahingehend hat man leider Potenzial verschenkt. Ansonsten wurde auch hier nicht gekleckert sondern geklotzt, das Spiel ist bis auf das Sprachmanko ein echter Hinhörer und sorgt mit dafür, dass dem Anwender ein Spielerlebnis der Extraklasse geboten wird.

Positiv fiel weiterhin auf, dass der Anwender die Wahl zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden hat – so können auch Anfänger „“ genießen, ohne von Frustrationsmomenten überwältigt zu werden. Anbei sei bemerkt, dass die höchste Schwierigkeitsstufe wirklich haarig ist und auch geübte Spieler fordern dürfte – das sollte man vor Beginn wissen!

Fazit
“ ist aus unserer Sicht ein Spielerlebnis der Extraklasse, für -Fans ein echtes Muss. Obwohl nicht alle Optimierungsmöglichkeiten genutzt worden sind, konnte das Spiel auf ganzer Linie überzeugen. Das Spiel ist ein echter Actionkracher, der das Suchtrisiko nach oben schnellen lässt – dem Käufer wird hier einiges geboten!

Für Jüngere ist das Ganze allerdings nicht geeignet. Abgesehen davon, dass das Spiel nicht für unter 16-Jährige freigegeben worden ist, sind die Inhalte doch ziemlich brutal und stellenweise blutig.

Eltern sollten dahingehend darauf achten, dass „“ auch tatsächlich in die richtigen Hände kommt. Deutlich jünger als die veranschlagte 16-Jahres-Grenze sollte der Spieler jedenfalls nicht sein.

  • Publisher Sega
  • System PC (DVD-ROM)
  • USK  ab 16
  • Spieleinteilung: Gelegenheitsspieler, Vielspieler
  • Schwierigkeitsgrad: 3 (mittelschwer spielbar)

Hier erhältlich.
Alpha Protocol

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