Brothers: A Tale of Two Sons im Test

Ich selbst bin als Einzelkind aufgewachsen, aber weiß um das besondere Band das Geschwister miteinander verbindet. Auch wenn man nicht immer glücklich über einen Bruder oder Schwester ist, so unterstützt man sich doch in schwierigen Lagen. Die Situation der zwei namenlosen Hauptcharaktere könnte auch schwieriger nicht sein. Ihr alleinerziehender Vater leidet schwer und es bedarf der dringenden Hilfe des Heilers.


Spielmechanik

Genau hier setzt das Spiel ein und verwundert zunächst mit einem einzigartigen Spielkonzept. Der Spieler oder die beiden Spieler steuern beide Brüder gleichzeitig. Hierfür wird nur ein Gamecontroller verwendet. Laufen kann man mit einem der Joysticks und Aktionen werden mit der linken und rechts Triggertaste eingeleitet. Bei Bedarf kann die Kamera noch mit den Schulterknöpfen gedreht werden, dies war jedoch im Verlaufe des Spiels nur in wenigen Ausnahmen nötig.

Die Geschichte der beiden Brüder zwingt sie regelmäßig zusammenzuarbeiten. So muss der schwerkranke Vater auf einer Schubkarre transportiert werden. Alleine ist die Last jedoch zu hoch, so dass einer vorne und einer hinten anpacken muss. Gemeinsam bewegt man sich dann Richtung Ziel. Was auf geraden Strecken noch gut funktioniert, muss spätestens ab der ersten Kurve genauestens koordiniert werden.

Brothers: A Tale of Two Sons | 505 Games | Starbreeze Studios

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Story

Zurück zur Geschichte: nachdem die beiden Brüder ihre erste Etappe überstanden haben, erfahren Sie das zur Heilung des Vaters dringend noch ein Reagenz benötigt wird. Gemeinsam machen sie sich auf den weiten Weg, durch das Land. Der ältere der beiden Brüder stets mit Blick auf das Ziel und der kleinere gerne etwas keck in der Interaktion mit anderen. Dies fällt vor allem auf, wenn beide Spieler mit Nicht-Spieler Charakteren oder Gegenständen auf ihrer Reise interagieren. Während der große Bruder damit beschäftigt ist sich nach dem Weg zu erkunden, spielt sein kleiner Bruder kleine Streiche, ist begeistert von Tieren oder jagt auch mal einem Ball hinterher.

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In vielen Situationen ist jedoch nur gemeinsam ein Fortkommen zu erreichen. Da müssen schon einmal wilde Hunde abgelenkt, Brücken gesenkt und Hebel gezogen werden. Viele weitere Konzepte wurden im späteren Spielverlauf integriert. Doch wir wollen keinem Leser die besondere Erfahrung nehmen, sie selbst zu entdecken.

Im vielseitigen Geschehen geht die seichte Story leider etwas unter. Da das Spiel keinerlei verständliche Dialoge hat und Charaktere sich über eine Kunstsprache plus Gestik und Mimik unterhalten, ist es auch schwer eine tiefgehende Geschichte zu erzählen. Entscheidungspunkte gibt es zudem nicht. Die Reise der beiden ist vom Schicksal bereits vorgegeben. Doch auch mit diesen Mängeln gilt: der Weg ist das Ziel. Mit Brothers: A Tale of Two Sons macht es einfach richtig Spaß am Abenteuer der beiden Jungs teilzunehmen.

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Nachdem bereits das Spielkonzept zu überzeugen weiß, bietet das Spiel in Punkto Grafik auch eine wahrhaft malerische Kulisse. Überall in der Spielwelt finden sich Bänke, die, wenn man sich eine kurze Ruhepause gönnt, einen Kameraschwenk über die Landschaft auslösen. So einige Male habe ich mir dabei die Kulisse als Postkartenmotiv vorgestellt. Ohne zu viel über den Weg der beiden Brüder verraten zu wollen, möchte ich die vielseitigen Landschaften mit Bergen, Minen, Wäldern, Ruinen und vielen mehr immer wieder loben. Hier steckten die Entwickler sehr viel Liebe ins Detail. Auch wenn das Interaktionskonzept mit einer Taste nur sehr eingeschränkt ist, so wirkt es in jedem Gebiet aufs Neue frisch, da nur wenig Elemente zwischen den Gebieten wiederverwendet werden.

Die musikalische Untermalung ist vergleichsweise zurückhaltend, aber keineswegs langweilig. In seichten Fantasyklängen wiegt man dahin und genießt die Reise gleich noch mehr. Die Charaktere bleiben jedoch oft Stumm und kommentieren das Geschehen nur in einer unbekannten Sprache oder mit wenigen Geräuschen. Wie bereits erwähnt mangelt es der Story daher an Tiefgang, auch wenn die Entwickler von Starbreeze mit der umgesetzten Gestik und Musiks stets die nötigen Gefühle rüberbringen.

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Fazit

Brothers: A Tale of Two Sons bietet eine zauberhafte Geschichte über zwei Brüder. Die Reise der beiden ist mit viel Liebe zum Detail dargestellt und bietet einiges an Abwechslung. Wirklich Spaß macht die Bedienung aber nur zu zweit. Hier müssen sich beide Spieler stets einig werden, was der nächste Schritt sein soll. Als Solo-Spieler entfällt dieser Faktor und macht die Reise ein klein wenig zu leicht. Die abwechslungsreichen und spannenden Momente lassen einen oft mitfiebern.

Das Spiel eignet sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Lediglich eines der letzten Kapitel könnte für die jüngsten unter uns etwas zu düster sein. Wer daher überlegt das Spiel zu kaufen, sollte noch einmal einen genaueren Blick darauf werfen. Mit 15 Euro ist Brothers: A Tale of Two Sons mit einer Spielzeit von ca. 3 Stunden leider etwas teuer geraten. Im Sonderangebot kann der Preis der digitalen Version des Spiels aber wenige Euro sinken. Hier ist Ausschau halten dringen empfohlen!

Alles in allen: Eine Geschichte mit Herz.

Test und Besprechung von Alexander Dockhorn

Bewertung

7.7 Bewertung

Brothers: A Tale of Two Sons bietet eine zauberhafte Geschichte über zwei Brüder. Die Reise der beiden ist mit viel Liebe zum Detail dargestellt und bietet einiges an Abwechslung. Wirklich Spaß macht die Bedienung aber nur zu zweit. Hier müssen sich beide Spieler stets einig werden, was der nächste Schritt sein soll. Als Solo-Spieler entfällt dieser Faktor und macht die Reise ein klein wenig zu leicht. Die abwechslungsreichen und spannenden Momente lassen einen oft mitfiebern. Alles in allen: Eine Geschichte mit Herz.

  • Grafik 8/10
  • Sound 7/10
  • Balance 6/10
  • Atmosphäre 8/10
  • Bedienung 8/10
  • Spielidee 9/10

Weitere Informationen

  • Titel: Brothers: A Tale of Two Sons im Test
  • Kategorie: Computerspiele
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Anzahl Spieler: 1-2 Spieler
  • Autor: Starbreeze Studios AB
  • Verlag: 505 Games | Starbreeze Studios

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