Deadfall Adventures

Auf Indies Spuren…
Ein bisschen ist’s wie beim allseits beliebten Halbtagsprofessor und Vollzeitabenteurer Indiana Jones. Überall lauern fiese Bösewichte und eine hübsche Begleiterin gibt es gratis obendrauf. Auf der Jagd nach dem Herz von Atlantis wandelt man auf viel betretenen Pfaden, doch die Angst, ein lahmes Spiel mit ausgelutschtem Thema meistern zu müssen, ist unbegründet. “” kann und darf sich sehen lassen.

Indie und Co. lassen grüßen
Zugegebenermaßen bietet “” kaum Überraschendes. Der Plot verläuft analog zu den reichlich vorhandenen (Indiana-Jones-)Adventure-Spielen: Zwar schwingt diesmal nicht Indiana Jones (oder sein Nachwuchs) die Peitsche, sondern ein Nachfahre Quartermains.

Bei den Gegnern hingegen bleibt alles beim Alten, böse Kommunisten und miese Nazis stellen sich unserem Helden in den Weg und versuchen, ihn daran zu hindern, einen sagenhaften Schatz zu bergen. Begleitet wird dieser – wie könnte es anders sein – von einer gutaussehenden und intelligenten jungen Frau. Kurzum: Kaum ein Klischee wird ausgelassen.

Dennoch wäre es nicht fair, dem Spiel eine völlig ausgelutschte Story zu unterstellen. Mit Blick auf die Indiana-Jones-Quadrologie bleibt beispielsweise festzuhalten, dass stets das Gleiche durchaus auch einen Unterhaltungswert generieren kann.

Es kommt halt nur darauf an, wie der Plot präsentiert wird. Zwar ist “” als Ego-Shooter angekündigt worden, aber so richtig kommt das vermeintlich zu Grunde liegende Genre nicht zur Geltung.

Deadfall Adventures1

Kein Ego-Shooter, aber was dann?
Im Großen und Ganzen kann das Spiel als buntgemischter Cocktail bezeichnet werden. Die zahlreichen Gefechte erinnern durchaus an einen Shooter, wobei das taktische Element zu kurz kommt und die Gegner schlichtweg kopflos agieren. Selbst blutige Anfänger dürften kaum Probleme haben, diese zu beseitigen. Dennoch sind die Kämpfe unterhaltsam und kurzweilig, sofern man keine allzu großen Maßstäbe anlegt, kann man dieses Element getrost als “passabel” bezeichnen.

Die Rätsel wiederum sind – zumindest hin und wieder – durchaus knackig. Sicherlich könnte man auch hier nachbessern und ein wenig in die Tiefe gehen. So manches Mal hätten wir uns ein wenig mehr Komplexität und Logik gewünscht, wobei die gebotene Qualität keinesfalls die Schlechteste ist.

Auch hier gilt: Sofern nicht die Träume eines Hardcore-Adventure-Spielers erfüllt werden müssen, sind die gebotenen Rätsel als ordentlich umgesetzt und sehr gut in das Spiel (und dessen Story) implementiert einzuordnen. Luft nach oben gibt’s freilich auch hier.

Deadfall Adventures2
Auch als Actionrollenspiel kann das Spiel kaum durchgehen.

Zwar tauchen hier Rollenspielelemente auf und kommen, nicht zuletzt durch die interessante Story, sehr gut zur Geltung; dennoch sind diese viel zu schwach entwickelt. Die Interaktion mit der Umwelt bleibt rudimentär entwickelt, auch hier hätte man Einiges tun können (beispielsweise hätte man sich diesbezüglich an “Mass Effect 2” orientieren können).

Die Implementierung einer Charakterentwicklung ist hingegen gut gelungen, vielleicht nicht besonders innovativ umgesetzt, aber durchaus ansehnlich ausgestaltet. Ebenso ist die Schatzjagd zur Verbesserung der Fähigkeit unseres Helden eine gute Idee gewesen, welche anständig umgesetzt worden ist.

Ein gelungenes Rundumpacket
Wenngleich nicht jeder Aspekt des Spieles rundum gelungen ist, das Gesamtpacket ist durchaus gelungen. Die jeweiligen Genre-Elemente und die Story bilden ein stimmiges Ganzes und sorgen für gute Unterhaltung. Mit Blick auf die nett anzuschauende Grafik und die ordentlich umgesetzte Geräuschkulisse samt gut ausgewählter Sprecher, lässt sich die Qualität der Gesamtleistung kaum bestreiten:

Die Zwischensequenzen sind ansprechend, die Stimmen zu den Figuren passend und die einzelnen Schauplätze liebevoll in Szene gesetzt. Die leicht zu erlernende Steuerung tut ihr übriges. Insbesondere der aufgeschlossene Gelegenheitsspieler dürfte hier auf seine Kosten kommen.

Mit Blick auf die Gewaltszenen wurde “” zu Recht in die Kategorie der Ü16-Spiele eingeordnet. Wir würden daher empfehlen, sich an dieser Einstufung beim Kauf zu orientieren. Der Preis von knapp 40€ ist gerechtfertigt, zu einem Schnäppchen macht es das Spiel allerdings nicht.

Fans der Indiana-Jones-Reihe oder ähnlicher Abenteurer-Geschichten ist “” ans Herz zu legen, vor allem wenn diese an den genannten Genres Gefallen gefunden haben.

Vertrieben wird das Spiel durch Nordic Games, “” ist im Handel sowie bei Steam erhältlich. Auf älteren PCs ist nicht mit einem flüssigen Spielvergnügen zu rechnen, ein Blick auf die Systemvoraussetzungen ist deshalb empfehlenswert.

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