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Der Planer: Industrie-Imperium

Solide Kaufmannskunst steht zwar bei der Berufsausbildung und gerne auch im Job hoch im Kurs, wohl aber nicht in der Computerspielergemeinde. Wie diese dabei helfen soll, potenzielle Käufer von diesem Spiel zu überzeugen war uns, mit Blick auf ähnliche Spielveröffentlichungen der näheren Vergangenheit, ein Rätsel. Leider war es uns auch nach dem Test kaum möglich, eine Antwort darauf zu finden. Der Planer ist mit seinen Stärken und Schwächen eine echte Geschmackssache…

Vom Bauern zum Industriemagnaten
Wer einmal groß ins Geschäftsleben einsteigen will, muss sich erst mal im Backen kleiner Brötchen üben. Soweit ist der Spielstart verständlich, warum man aber dafür nur unter die Geflügelzüchter oder die Landwirte gehen kann, ist uns schleierhaft. Für die Macher des Spiels schien es jedoch ein guter Ausgangspunkt zu sein, jedenfalls steht einem zu Beginn nicht mehr Auswahl zur Verfügung als Hühnchenfarm und Bauernhof. Bereits hier könnte man den ersten Kritikpunkt ansetzen, denn – mal ehrlich – es gibt dutzende Alternativen und man hätte dem Spieler wenigstens einige davon als Startpunkt anbieten können.

Wie dem auch sei, nachdem man erfolgreich genötigt worden ist, auf den Spuren Wiesenhofs zu wandeln, muss man sich mit logistischen Krimskrams beschäftigen: Die Infrastruktur muss ausgebaut, Arbeiter angestellt und die Logistik abgestimmt werden. Hier mutierten die Macher zu echten Detailjunkies, zum Teil ist das Spiel hier ziemlich frimelig und verloren im Kleinklein. Jedenfalls machen manche Dinge stutzig (bspw. dass man sich nicht um Stromleitungen kümmern muss oder dass die Arbeiter universell einsetzbar zu sein scheinen) und andere Sachen erscheinen einem doch als ein wenig zu simpel dargestellt (so z. B. stellt sich irgendwann ein gewisser Automatismus bzgl. der Abläufe im Spiel ein, auf die ganz große Herausforderung wartet der Spieler leider vergeblich).

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Großer Sprung oder Durchhänger?
Auch wenn sich der letzte Abschnitt reichlich negativ liest, hat durchaus seine Stärken: Das Spieldesign ist brauchbar und der Automatismus mutiert auch nicht zur Routine, denn der Spieler wird zu einer gewissen Grundaufmerksamkeit genötigt (bspw. mit Blick auf die Anlieferungen und die Überwachung von Angebot und Nachfrage). Kurzum: Das Problem mit ist keine Systemfrage, sondern liegt eher in der Umsetzung des Spiels begründet.

Während des Spieltests beschlich uns das Gefühl, dass einige Jahre der Spielentwicklung schlichtweg verschlafen hat. Dieser Eindruck wird durch die ein wenig in die Tage gekommene Grafik genährt, sowie dem wenig eleganten Spielmenü und -Interface. Obgleich die Bedienung gut von der Hand geht, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen, wirkt das Spiel schlicht altbacken. Schwächen wie kleine Logikfehler und auch die bereits angedeutete fehlende Kreativität im Spielaufbau mindern den Spielspaß erheblich.

Auf der anderen Seite sind die Systemanforderungen moderat, es ist einfach „ins Spiel zu finden“ und auch die Spielperformance ist für Liebhaber von Wirtschaftssimulationen durchaus befriedigend. Zwar sind Grafik und Animation nicht up-to-date, das heißt jedoch nicht, dass diese unansehnlich wären.

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Hinzu kommt, dass es für den geneigten Freizeit-Industriemagnaten kaum spielbare Alternativen gibt, ist somit ohne ernsthafte Konkurrenz.

Weder Top noch Flop: Ordentliche Performance ohne größere Highlights
Kurzgesagt ist kein Fehlgriff, sofern sich der Käufer – vor dem Erwerb des Spiels – keine Illusionen über die Schwächen des Spiels macht. Zwar ist das Spiel im Kern nur Mittelmaß, jedoch gibt es keine brauchbare Alternativen, sodass Liebhaber des Genres getrost auf das Spiel zurückgreifen können.

Wirklich positiv zu vermelden ist vor allem, dass das Spiel einige (noch ungenutzte) Entwicklungspotenziale bietet: Sollte es gelingen, diese auszuschöpfen, dürfte auch das Interesse potenzieller Käufer jenseits der Grenzen der Wirtschaftsimulationen geweckt werden.

ist bei rondomedia erschienen und im Handel für knapp 30€ erhältlich. Mit Blick auf die Wirtschaftslastigkeit des Spielthemas dürfte vor allem ein älteres Publikum (> 16 Jahre) Interesse an dem Spielerwerb zeigen.

Bewertung

6.4 Wertung

Kurzgesagt ist kein Fehlgriff, sofern sich der Käufer – vor dem Erwerb des Spiels – keine Illusionen über die Schwächen des Spiels macht.

  • Grafik 6/10
  • Sound 6/10
  • Balance 6/10
  • Atmosphäre 6/10
  • Bedienung 9/10
  • KI 6/10
  • Spielidee 6/10

Weitere Informationen

  • Titel: Der Planer: Industrie-Imperium
  • Kategorie: Computerspiele
  • Verlag: Rondomedia

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