Disciples III: Renaissance

Marodierende Menschen, elegante Elfen oder verfluchte Verdammte – die Disciples-Reihe geht in eine neue Runde. Bereits die Vorgänger konnten so manchen Spieler vor den Bildschirm locken, das Spiel tritt in dementsprechend große Fußstapfen. Mit einem Mix aus Rollenspiel und Strategie soll an die letzten Erfolge angeknüpft werden – ob das gelingt?

„Disciples III“ ist in der Fangemeinde und bei Fachkritikern nicht ganz unumstritten, mal gibt es ein dickes Lob und mal wird nur eine mehr oder minder befriedigende Leistung bescheinigt. Im Großen und Ganzen ist man sich wohl aber darüber einig, dass sich ein Blick ins Spiel auf jeden Fall lohnt. Für uns auf jeden Fall ein Grund, mal etwas näher hinzuschauen.

Drei Völker – Ein Ziel

In dieser wirklich düsteren Welt gibt es drei Völker: die Elfen, die Verdammten und die Menschen. Diese leben, wie man sich denken kann, nicht gerade in einer friedlichen Koexistenz. Mitten in diese spannungsgeladene Beziehung tritt ein Meteor – der von allen Parteien als eine Art Omen gedeutet wird. Die Aufgabe, den Himmelskörper zu bergen, gestaltet sich noch leicht, doch den entstiegenen Himmelsboten für seine Zwecke zu verwenden, ist ungleich schwerer. Die anderen Völker haben verständlicherweise ein Problem damit, dass ein solch mächtiges Wesen nicht in die eigenen Hände gefallen ist.

Stück für Stück kommt man sich näher…

Die wichtigste Aufgabe des Spielers ist es also, den Engel in die Hände zu bekommen und die anderen möglichst daran zu hindern. In einer Vielzahl von Kämpfen muss man dafür sorgen, möglichst heile dem (erlösenden) Ende entgegen zu steuern. Da dies nicht allein zu schaffen ist, bekommt man einige Waffengefährten zur Seite gestellt – diese sollen einem in den zahlreichen Kämpfen zur Seite stehen.

Natürlich ist es ein weit entferntes Ziel, weshalb es einige Missionen bis dahin zu absolvieren gilt. Der Spieler hat jeweils ein abgegrenztes Gebiet, auf dem er verschiedene Aufgaben erledigen muss – eine kleine Weltkarte sorgt für die nötige Übersicht. Das Ganze spielt sich jedoch nicht im Echtzeitmodus ab, sondern wird rundenweise gespielt. Auch die einzelnen Kämpfe sind dementsprechend aufgebaut: Der Spieler platziert seine Einheiten, gibt ihnen Anweisungen und hofft, dass die nächste Runde ein glückliches Ende nimmt. Die Spielweise ist etwas ungewohnt und erinnert an längst vergangene Zeiten – eine wirkliche Einschränkung des Spielvergnügens ist sie aber nicht.

Neben den Kampagnenmissionen gibt es noch die Möglichkeit, zu zweit gegeneinander zu spielen oder in einem freien Spiel seine Figuren durch die Landschaft zu jagen. Ein Multiplayermodus gibt es allerdings nicht.

Der Kampf

Wie bereits erläutert wurde, finden die einzelnen Kämpfe im Rundenmodus statt. Bei den Kampfplätzen handelt es sich um ein abgestecktes Gebiet, auf dem man seine Mannen bewegen kann. Das Areal ist dabei in verschiedene Felder unterteilt, auf denen man seine Kämpfer postieren muss, auch hier gilt, dass die einzelnen Figuren nur einen beschränkten Bewegungsradius haben – bedingt durch das Rundenspiel.

Über das Areal verteilt sind einzelne Felder, auf denen Kämpfer mit bestimmten Fähigkeiten (Magie, Nah- und Fernkampf) Boni erhalten. Manchmal können außerdem einige Hindernisse den Weg versperren, die erstmal umgangen werden müssen, wenn man zu dem Gegner gelangen möchte. Es gilt, dementsprechend taktisch klug vorzugehen, die Bewegungen der eigenen Truppen zu koordinieren und möglichst schnell die einzelnen Bonusfelder zu besetzen. Der Computergegner ist einem dabei sogar, wenn auch unfreiwillig, behilflich: Die feindlichen Kämpfer sind ziemlich aggressiv und greifen vor allem diejenigen an, die die geringste räumliche Entfernung zum eigenen Standort haben. Sie gehen dabei auch nicht besonders strategisch vor und ignorieren teilweise nebenstehende Bonifelder. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gegner leicht zu besiegen wären, mangelnde Intelligenz machen diese mit einer erheblichen Kampfstärke und großer Langlebigkeit wett.

Spielwelt und Schwierigkeitsgrade

Um in den Kämpfen eine gute Figur abzugeben, braucht man nicht nur sehr gute Kampfgefährten, sondern auch spezielle Fähigkeiten und eine gute Ausrüstung. Wie in anderen Rollenspielen kann man deshalb seinen Helden mit entsprechenden Gegenständen ausstatten und, nach einigen Erfolgen auf dem Feld, verschiedene Fertigkeiten angedeihen lassen.

Neben den einzelnen Kämpfern kann man aber auch seine Hauptstadt ausbauen, auch hier sollte man ein wenig strategischer vorgehen. Je nachdem welche Gebäude gebaut wurden, können einige Gefährten aufsteigen – oder eben nicht. Um an die nötigen Ressourcen zu kommen, sollte man die Weltkarte absuchen, zahlreiche Rohstofflieferanten und einzelne Rohstoffe warten darauf, eingesammelt zu werden. Für unseren Geschmack hat man an dieser Stelle ein wenig übertrieben, man hätte nicht ganz so viel herumliegen lassen sollen – das hätte das taktische Geschick des Spielers ein wenig mehr gefordert. Auch wäre es ganz gut gewesen, wenn die einzelnen Gegenstände, die von der einzelnen Person getragen werden, auch bei den Händlern einsehbar sind – auch hier ist die Handhabung manchmal etwas aufwändig.

Grundsätzlich wurde hier jedoch gute Arbeit geleistet, auch wenn es manchmal etwas unübersichtlich wird und an der einen oder anderen Stelle Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

Grafik und Sound

Die Grafik gibt eine ordentliche Figur ab: Die Landschaft ist atmosphärisch dicht und düster, die Kampfszenen gelungen und der Sound ganz passabel. Leider verzichtete man, aus welchen Gründen auch immer, auf eine vernünftige Sprachausgabe – in der Hinsicht gibt es demnach Verbesserungsbedarf. Grundsätzlich gibt die Gesamtperformance ein stimmiges Bild ab und kann sich, alles in allem, sehen und hören lassen. An der Stelle sollte auch erwähnt werden, dass die Systemanforderungen vergleichsweise moderat sind.

Fazit

Eine fantasievolle Story, die sehr gelungen umgesetzt wurde – was will man mehr? Zwar gibt es an der einen oder anderen Stelle durchaus Verbesserungsmöglichkeiten, grundsätzlich jedoch wurde eine durchgehend gute Leistung abgeliefert. In Anbetracht dessen, dass das Spiel auch auf etwas älteren Rechnern spielbar ist, kann man den Machern nur ein Lob aussprechen – „“ ist ein würdige Fortsetzung der Disciples-Reihe.

Das Spiel ist nicht besonders brutal, obwohl „Mord und Totschlag“ regieren. In den Schlachten spritzt kein Blut umher, sondern bei dem Tod einer Figur steigt Rauch auf und sie verschwindet anschließend. Der Nutzer bekommt Action ohne übermäßige Brutalität geboten, wir teilen dahingehend die Alterseinschätzung von PEGI und USK – dass „Disciples III“ für Spieler ab 12 Jahren geeignet ist. Mit einem Preis von 40-45€ ist das Spiel allerdings auch nicht ganz billig, in Anbetracht der gebotenen Leistung ist das jedoch ein angemessener Preis.

Das Spiel würden wir vor allem Personen empfehlen, die dem Mix aus Rollenspiel und Strategie aufgeschlossen gegenüber stehen sowie sich für fantasievolle (und etwas düstere) Geschichten begeistern können.

  • PublisherKalypso Media
  • Vertrieb  Koch Media
  • System  PC (DVD-ROM)
  • USK  ab 12  Jahren

Hier erhältlich.
Disciples III: Renaissance

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