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Divinity III: Dragon Commander

Sehsüchtig erwartet und alles richtig gemacht! Divinity III weiß in die Fußstapfen seiner Vorgänger zu treten und bietet eine interessante Mischung aus Strategie- und Rollenspiel.

Vom Action-RPG zum Taktik-Spiel…
Divinity II schloss, zumindest mit Blick auf das reichlich fiese Ende, ziemlich ernüchternd ab. Nach der ganzen Plackerei landet man auf alle Ewigkeit in einem Kristall und darf dem Pärchen des Bösen bei der Eroberung der Welt zuschauen.

Durch die Veröffentlichung des Add-On „Flames of Vengeance“ wurde das Ganze noch zu einem versöhnlichen Ende gebracht; die Lust auf Mehr wurde allerdings auch geweckt. Was also tun? Die Macher entschieden sich, den dritten Teil der Reihe in die Vergangenheit zu verlegen und nicht ein weiteres Action-RPG in die Welt zu setzen.

In Divinity III schlüpft der Spieler erneut in die Rolle eines Drachenritters, dieses Mal jedoch darf dieser als Befehlshaber in das Geschehen eingreifen. Es müssen Ressourcen gefördert und Truppen ausgehoben werden, dieses Mal geht’s gegen die liebe Familie.

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Die Geschwister des Helden entschieden sich, ihren Vater hinterrücks zu ermorden, um die Macht an sich zu reißen. Dies führte freilich nicht zu einer einvernehmlichen Aufteilung der Beute, sondern zu einem gewaltigen Geschwisterkrieg. Unser Held soll diesem Chaos Einhalt gebieten und wird dafür mit einem hochgerüsteten, hochmodernen Luftschiff in die Schlacht geschickt. Von hier aus müssen die Völker mit viel Geschick geeinigt und die zahlreichen Gegner in die Knie gezwungen werden.

 … ein gelungener Schritt!
Nachdem die ersten Gebiete erobert worden sind, müssen die Ressourcen geschickt eingesetzt werden; jedes Land bieten unterschiedlich große Vorkommen von unterschiedlichen Rohstoffen. Bestimmte Gebäudearten können die Produktion der selbigen drastisch erhöhen, allerdings gibt es einige Dinge zu beachten: Zum einen erhöhen sich die Preise für deren Bau mit ansteigender Zahl an Gebäuden; zum anderen darf pro Gebiet nur ein einziges Gebäude gebaut werden.

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Die Truppenaushebung sollte auch nicht vernachlässigt werden, sonst ist man zwar reich, aber wird vom Feind überrannt. Zusätzlich dazu wurde ein Kartensystem integriert: Je nach Bedarf und Möglichkeiten können Karten gespielt werden, die einem lang-, mittel- oder kurzfristig Vorteile verschaffen können. Gespielt wird nicht in Echtzeit sondern im Rundenmodus, sodass reichlich Zeit vorhanden ist, die eigenen Züge ausgiebig zu planen.

Neben diesen Taktik- und Strategieelementen wird jedoch auch an die RPG-Tradition der Vorgänger angeknüpft: Die Abgesandten der verschiedenen Völker wollen gehört und in die Planung einbezogen werden, sogar sozialpolitische Entscheidungen mit nicht unerheblichen Auswirkungen sind zu treffen (Wehpflicht, Gleichberechtigung, Homosexualität…).

Außerdem stehen dem Helden Offiziere zur Seite, die auch der Interaktion bedürfen. Darüber hinaus können die eigenen Fähigkeiten weiterentwickelt werden; zum einen hinsichtlich der eigenen Drachenfähigkeiten zum anderen mit Blick auf die Möglichkeiten am Kartentisch.

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Wer sich nicht nur am Tisch sondern auch im Schlachtgetümmel beweisen will, kommt auch auf seine Kosten: Kämpfe können simuliert werden – wahlweise überlässt man die Armee sich selbst oder unterstellt sie einem untergebenen General – oder man greift live ins Geschehen ein. Als Drache kann dann nicht nur die Truppenbewegung vor Ort koordiniert werden, sondern dem Gegner mit Feuerbällen und heißem Atem ordentlich eingeheizt werden.

Nicht immer leichte Kost
Das Spiel ist allerdings nicht immer leicht verdaulich; es bedarf einigen Geschicks, um die Gegner in die Knie zu zwingen. Der Spieler muss nicht nur die Züge seiner Gegner beobachten und analysieren, sondern auch selbst eine ordentliche Taktik entwerfen, um zum erfolgreichen Abschluss des Spiels zu kommen.

Für Anfänger dürfte selbst die leichteste Variante ein wenig zu viel des Guten sein. Obgleich die Steuerung recht einfach und übersichtlich ist, gewinnt das Spiel durch die Interaktion mit den Völkern, den Tücken der Diplomatie und den Konsequenzen aus militärstrategischen, sozialen und ökonomischen Entscheidungen eine ungeahnte Tiefe:

Es muss taktisch geschickt geheiratet und der Ehefrau entsprechende Unterweisung in Sachen Diplomatie gegeben werden und wenn der eine oder andere Botschafter schmollt, müssen Zugeständnisse her, die man normalerweise nicht geben würde.

Jenseits dessen werden auch Fragen von Moral und Ethik behandelt, die durchaus aktuell sind und dadurch eine gewisse Brisanz erhalten. So steht man recht schnell vor der Entscheidung darüber, ob Homosexuellen mehr Recht eingeräumt werden soll oder die allgemeine Wehrpflicht eingeführt werden muss.

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Je nachdem wie man sich letztlich entscheidet, wird der eine oder andere Botschafter ablehnend oder zustimmend reagieren – was wiederum Auswirkungen auf die Akzeptanz der eigenen Vorhaben in den jeweiligen Völkern hat. Kurzum: Das Spiel ist nicht nur taktisch anspruchsvoll, sondern verlangt dem diplomatischen Geschick des Spielers und seinem Gewissen einiges ab.

Leichte Steuerung und gut herausgearbeitete Charaktere
Wie bereits angesprochen ist die Steuerung – zumindest solange man sich auf diplomatischem beziehungsweise militärstrategischem Parkett bewegt – sehr einfach und übersichtlich gehalten. Zu Beginn werden einem die wesentlichen Funktionen langsam näher gebracht, auch wird der Schwierigkeitsgrad während des Spiels langsam angehoben. Anzumerken ist jedoch, dass bei einem gehobenen Mindestniveau angefangen wird. Zwar kann der Spieler vorher wählen, wie leicht beziehungsweise schwer es sein darf, wirklich kinderleicht ist es aber nie.

Im Kampfmodus hingegen wird es richtig kompliziert, die Steuerung einer fliegenden Riesenechse auf der einen und Truppenbewegung auf der anderen Seite verlangen sehr viel Geschick und volle Konzentration. Allerdings kommt man auch zum Ziel, ohne jemals einen Fuß aufs Schlachtfeld gesetzt zu haben; insofern ist die sehr anspruchsvolle Steuerung verkraftbar.

Sehr positiv fielen die unterschiedlichen Charaktere auf, mit denen der Spieler interagieren kann. Sowohl die Grafik als auch die Vertonung sind stimmig; dies gilt im Übrigen nicht nur für die Figuren sondern ebenso für die unterschiedlichen Orte an Bord des Luftschiffes oder die einzelnen Schlachtfelder. Aber auch die Reaktionen der Figuren und die kleinen Geschichten, die sich um diese herum zu entspinnen beginnen, sind gut gemacht und verleihen Divinity III eine für Strategiespiele ungewöhnliche Erzähldichte und mitreißende Atmosphäre.

Fazit
Das Warten hat sich tatsächlich gelohnt. Dragon Commander verknüpft Rollenspielelemente mit einem klassischen, rundenbasierenden Strategiespiel. So wird einerseits Kontinuität gewahrt, andererseits für innovative Abwechslung gesorgt. Kurzum: Das Spiel ist ein echter Hingucker!

ist für knapp 35€ im Handel erhältlich, freigegeben ist das Spiel 12 Jahren.

 

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