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More than a game – The Novelist

Computerspiele sind ein toller Zeitvertreib. Sie bringen Spaß, verkürzen Wartezeiten und helfen bei der Flucht aus dem Alltag. Verschiedenste Studien belegen aber auch, dass Computerspiele das logische und räumliche Denken, die Reaktionszeit und die Ausarbeitung von Problemlösungsstrategien fördern können. Die positiven Nebeneffekte sind vielzählig, auch wenn der Game Designer dies nicht unbedingt im Sinn hatte.

Anders verhält es sich mit sogenannten Educational Video Games. Diese haben die Förderung des Anwenders in speziellen Themengebieten zum Ziel und werden überwiegend als Schullernspiele für Kinder entwickelt. Der spielerische Aspekt ist hierbei nebenläufig und der Lernaspekt steht im Vordergrund.

Weitaus interessanter sind Serious Games, eine Unterkategorie der Lernspiele. Bei dieser Art Spiel geht es darum, ein bestimmtes Thema zu vermitteln, was als Lernelement in ein authentisches, glaubwürdiges und unterhaltendes Erlebnis gekapselt wird.

Das Lernen wird zum Nebeneffekt des Spielens, weil die Spielmechaniken priorisiert werden. Man könnte den Begriff „Lernen“ auch durch „Nachdenken“ ersetzen, da sich der Spieler durch das beschriebene Spielerlebnis von sich aus mit dem Thema auseinandersetzen soll. Ein sehr gelungenes Beispiel für solch ein Serious Game, das den Spieler zudem noch emotional an das Geschehen fesselt, ist das First-Person Adventure „The Novelist“. Der Spieler übernimmt hier die Rolle des stillen Beobachters einer zerrütteten Familie und kann mit seinen Entscheidungen deren Zukunft beeinflussen.

Dan Kaplan ist Schriftsteller und Familienvater. Zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn verbringt er den Sommer in einem gemieteten Haus abseits der Stadt. Er erhofft sich Ruhe, um seinen Roman fertig schreiben zu können. Er möchte aber auch, dass er und seine Frau nach einigen heftigen Familienproblemen wieder zur Ruhe kommen. Sie möchte wieder mit dem Malen anfangen und Zeit mit der Familie verbringen, auch damit ihr Sohn, der in der Entwicklung gehemmt ist, ein normales Leben hat.

„The Novelist“ erzählt die Geschichte einer Familie, die mit vielen Problemen zusammen den Sommer einsam in einem Haus verbringt. Jede Person hat ihre eigenen Wünsche. Und jeder Wunsch geht meistens auf Kosten der Wünsche der anderen Familienmitglieder. Es lässt sich aber meist zusätzlich ein Kompromiss mit einem weiteren Familienmitglied finden. Diese Entscheidungen fällt jedoch keiner der Charaktere, sondern der Spieler.

Interessant ist, dass der Spieler in „The Novelist“ den Beobachtungsposten übernimmt, in Form eines Geistes im Haus anwesend ist, die Gedanken der Personen liest und so ihre Wünsche herausfindet. Zusätzlich kann der Spieler in deren Erinnerungen eintauchen und Näheres über ihre gemeinsame Vergangenheit und den Ausgang von Entscheidungen erfahren.

Bei diesem Spiel handelt es sich um ein einzigartiges narratives Experiment. Der Spieler muss die Entscheidungen der Familie fällen, die immer auf Kosten mindestens einer Person gehen. Dabei gilt es, die Entscheidungen und Kompromisse zu finden, die auf Dauer zum besten Ausgang führen.

Dans Sohn möchte beispielsweise meist mit seinem Vater spielen, doch dieser muss sein Buch zu Ende schreiben. Wird sein Sohn vernachlässigt, zieht dieser sich innerlich zurück. Kann Dan nicht an seinem Buch arbeiten, wird er depressiv und kompensiert dies mit Alkohol. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker ist die Identifikation des Spielers mit den Charakteren und umso schwerer fallen die Entscheidungen.

„The Novelist“ ist ein durchweg spannendes Adventure, welches durch den Einsatz unkonventioneller Spielmechaniken den Spieler zum Überlegen und Verzweifeln bringt. Wer dieses kurze, aber intensive Spiel mit all den möglichen alternativen Enden erforschen möchte, schaut danach am besten auf Steam.

Bildquelle Hersteller

test und Artikel Maria

Bewertung

8.1 Wertung

„The Novelist“ ist ein durchweg spannendes Adventure, welches durch den Einsatz unkonventioneller Spielmechaniken den Spieler zum Überlegen und Verzweifeln bringt. Wer dieses kurze, aber intensive Spiel mit all den möglichen alternativen Enden erforschen möchte, schaut danach am besten auf Steam.

  • Grafik 7/10
  • Sound 9/10
  • Balance 8/10
  • Atmosphäre 9/10
  • Bedienung 8/10
  • KI 7/10
  • Spielidee 9/10

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