Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

King‘s Bounty: Dark Side

Von den meisten Märchen und den meisten Spielen kennt man den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Doch versetzt man sich dabei stetig in die Rolle der Guten, um dadurch ein Happy End zu erleben. Dass das auf Kosten der Bösen geht, bleibt dabei unbeachtet. Aber was wäre eine Welt, in der Böses vorherrscht?

Einleitung
Nachdem man erfolgreich in „King‘s Bounty: The Legend“ und „King’s Bounty: Amored Princess“ mit dem heldenhaften Charakter die Welt von Orks, Dämonen, Vampiren und anderen bösen Kreaturen vertrieben und gesäubert hat, darf man in der neuesten Version von 1C Company in die Haut der Vertriebenen schlüpfen und mit dem Geist der Dunkelheit Verderben über die Welt von Netana bringen bzw. einfach wieder das Gleichgewicht zwischen den Rassen herstellen. Um das Ziel zu erreichen, muss man in alter Rollenspielmanier eine ultimative Waffe herstellen, um den Geist des Lichts zu besiegen.

Helden und Gefährten
Wie in der King’s Bounty-Reihe typisch darf man sich zwischen drei verschiedenen Helden, einem kriegerischen Ork, einer zauberhaften Dämonin oder einem charmanten Vampir entscheiden, wobei nur die Anfangssituation unterschiedlich ist und diese Entscheidung keine Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf hat. Hat man sich jedoch irgendwie bis zum Geist der Dunkelheit vorangekämpft, hat man nun auch einen Begleiter an seiner Seite, Blackie. Das Begleitersystem ist bereits aus früheren Teilen der King’s Bounty-Reihe bekannt und ist lediglich mit größerem Funktionsumfang nun auch für die Bösen verfügbar.

king2

Dank Blackie können wir mit Wut, welche im Kampf automatisch generiert wird, mächtige Zauber wirken, um die eigenen Horden zu schützen oder die feindlichen stark zu schädigen. Natürlich ist Blackie auch außerhalb des Kampfes nützlich, um beispielsweise gefangen genommene Truppen in brauchbare Kreaturen der Dunkelheit umzuwandeln oder um sich zwischen den verschiedenen Inseln teleportieren zu können.

Genauso nützlich wie der Begleiter ist das neue Gefährtensystem, wodurch man einen zusätzlichen permanenten Gefährten an die Seite gestellt bekommt und dieser mit zusätzlichen Boni den Helden unterstützt. Selbstverständlich kann man den Gefährten mit Items aufwerten oder ihn auch im Level aufsteigen lassen. Es erweist sich aber als überaus schwierig, die Aufstufung nach dem Freischalten der dafür vorgesehenen Quest durchzuführen.

Questsystem
Durch die fehlende Hilfe im Spiel fühlt man sich konsequent allein gelassen, sogar im Questsystem, denn dieses ist sehr rudimentär gehalten. Es werden die freigeschalteten und abgeschlossenen Quests angezeigt. Auch einige Nebenaufgaben werden aktualisiert. Leider sind einige Hinweise bzgl. der Ortsangabe oder der Personennamen in der Questbeschreibung fehlerhaft referenziert, wodurch man sich auf der gesamten Welt zu Tode suchen kann.

Das liegt aber auch daran, dass der Beschreibungstext bei einer Questreihe nicht aktualisiert wird, sondern nur den Initialtext darstellt. So überfordert, wie die Quests auf der gesamten Welt verstreut sind und man die Dialoge mit den NPCs wirklich aufmerksam verfolgen muss, wird man auch in die Spielwelt eingeführt. Hat man nämlich den Starthelden erstellt, kommt man in die Situation, dass sein Oberhaupt stirbt und ihn rächen soll.

Verlässt man die Burg, kommt man auch schon in das erste kleine Gefecht. Eine kurze Erklärung zum Interface in Form eines kleinen Tutorials beziehungsweise mit kleinen Hinweistexten fehlt, wodurch Neueinsteiger der King’s Bounty-Reihe sich weniger gut zurechtfinden.

Die Hauptgeschichte ist recht ausführlich und mit verschiedenen Nebenquests ausgeschmückt, jedoch weiterhin unvertont. Komischerweise hat man bei den Quests ab und zu die Option, auch gute Handlungen durchzuführen, wie zum Beispiel Personen zu verschonen. Jedoch kann der einzigartige Humor diese kurzen inkonsequenten Stellen sehr gut überdecken. An vielen Stellen werden verschiedene Referenzen zu Märchen gezielt skurril verwendet, um so ein humoristisches Spielerlebnis zu erschaffen.

Spielwelt
Um die Dunkelheit und das Verderben über alle Teile der Spielwelt zu bringen, kann sich der böse Held auf verschiedenen Inseln frei bewegen, nach Schätzen graben, fliegen, mit Schiffen segeln oder sich teleportieren lassen. Als Begrenzung dienen dabei nur zu starke Gegner oder das Wasser und die Gebirge bzw. Felswände. Besiegte Gegner kommen aber nicht wieder, so wirken die Startinseln bei Abarbeitung von offenen Quests oftmals ziemlich öde. Dagegen ist die Welt mit ihren verschiedenen Ebenen spannend gestaltet. So gibt es eine große Welt, die sich in mehrere Inseln und Dungeons unterteilt, und innerhalb dieser Makrowelt verschiedene kleinere Welten.

king3

Während man in der Makrowelt noch in Echtzeit spielt, agiert man in den kleineren Mikrowelten rundenbasiert. Diese kleineren Welten stellen, passend zur aktuellen Position des Helden, kleinere taktische Ebenen dar, um seine Einheiten rundenbasiert zu befehligen und die Lichtkreaturen in Grund und Boden zu stampfen. Sehr gelungen sind dabei genau diese kleineren Kampfebenen, deren Hintergrund immer sehr viele schöne Details und Hintergrundanimationen aufweisen. Auch Fallen, Statuen oder anderen Hindernisse sind neben den Einheiten Bestandteile dieser Mikrowelten, wodurch das Kämpfen ein wenig kniffliger wird.

Kampfsystem
Das Kernstück der King’s Bounty-Reihe ist eigentlich das rundenbasierte Kampfsystem, in dem man seine Einheiten befehligen kann, Zaubersprüche des Begleiters wirken oder einfach nur Sprüche von Schriftrollen oder seinem Zauberbuch verwendet, um die feindlichen Armeen und Helden niederzustrecken. Selbstverständlich gibt es für die böse Seite neue Kreaturen für den Kampf gegen das Licht, wie beispielsweise weibliche Vampire oder Riesen, die sich in kleine Mädchen verwandeln können. Da das Kampfsystem rundenbasiert ist, sollte man stets taktisch und strategisch das Kampffeld analysieren und beobachten, um seine eigenen Verluste möglichst gering zu halten.

Um den Kampfplatz überschaubar zu halten, wird immer nur eine Einheit pro Kampfstapel angezeigt und animiert, wobei eine Zahl die aktuell verbleibenden Einheiten in dem Stapel anzeigt. Der Schaden pro Stapel setzt sich dabei aus der Anzahl der Einheiten in diesem, dem Grundschaden pro Einheit und dem Angriffswerts des Helden zusammen.

Test/Artikel von Friedrich Lüder

Bewertung

7.3 Wertung

„King’s Bounty: Dark Side – Premium Edition“ ist ein schönes strategisches Rollenspiel und setzt die King’s Bounty-Reihe weiterhin gut um, sodass Fans dieser Reihe oder rundenbasierter Kämpfe auf ihre Kosten kommen. Die vielen kleinen, netten Features, wie der sich ändernde Startbildschirm in Abhängigkeit vom gewählten Helden und Fortschritt in der Story oder die Märchenreferenzen der neuen Schergen für die finstere Armee, sorgen im Ganzen für ein gutes solides Spielerlebnis von über 80 Spielstunden. Leider fehlt es an gutem Balancing, Hinweisen zum Spielinterface und einer führenden Storyquest, um das Spiel zielstrebig und motiviert bis zum Ende zu verfolgen, wodurch das Spiel für Gelegenheitsspieler eher ungeeignet ist und es dann lieber wieder den Fans von Rollen- und Strategiespielen zum Spielen überlassen werden sollte.

  • Grafik 7/10
  • Sound 8/10
  • Balance 6/10
  • Atmosphäre 8/10
  • Bedienung 7/10
  • KI 7/10
  • Spielidee 8/10

Weitere Informationen

  • Titel: King‘s Bounty: Dark Side
  • Kategorie: Computerspiele
  • Verlag: 1C Company / Peter Games

Wie bewerten Sie dieses Spiel?

GD Star Rating
loading...

1 Kommentar

  1. Danke, tolle Beschreibung. Und genau wegen des letzten Punktes habe ich nach weiteren Infos gesucht. Eine Ingame-Hilfe gibt es nicht, beim Mouseover wird nichts sinnvolles angezeigt… schade. Muss ich mich weiter durchkämpfen, das Thema rundenbasierte Strategie möchte ich schon ein bisschen kennenlernen :)

Kommentar schreiben