Lost Realms Das Erbe der Sonnenprinzessin

Wirft man mal einen scheuen Blick in Richtung Richtung Lateinamerika, dann wirken die Berichte von unglaublich reichen und mächtigen Hochkulturen wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht. Armut, defekte Demokratien, Nachwuchsdiktatoren, dort scheint es alles zu geben, nur keinen wirklichen Wohlstand und Stabilität. Kein Wunder, dass die Berichte über die Inkas und Mayas immer noch eine enorme Anziehungskraft entfalten – immerhin erzählen sie scheinbar von einer Epoche kulturellen, politischen, sozialen und ökonomischen Aufstiegs. Die Spuren dieser Zeit sind heute noch sichtbar und haben inzwischen Einzug in Literatur, Theater, Kino und (Computer-)Spiel gefunden. Eines dieser Produkte, das Wimmelbildspiel „Lost Realms: Das Erbe der Sonnenprinzessin“, möchten wir Ihnen heute vorstellen…

Die Handlung ist relativ schnell erzählt: Alexia wacht jede Nach aus einem sonderbaren Traum auf. Sie sieht eine in Feuer und Rauch untergehende Stadt und eine Gruppe Frauen, die sich einem Tempel nähert. Eine dieser Frauen scheint Alexia anzuschauen, ihr unglaublich trauriger und entschlossener Blick fesselt sie. Diese Visionen lassen sie nicht mehr los und zwingen sie geradezu, einen Flug nach Peru zu buchen: Sie will endlich wissen, was und wen sie da gesehen hat…

Das Spiel ist ein klassisches Wimmelbildabenteuer. Eingebettet in eine Rahmenhandlung muss der Spieler diverse Gegenstände in der Spielumgebung (in einer vorgegebenen Zeit) aufspüren und kleine Minispiele absolvieren. Je nachdem für welchen Schwierigkeitsgrad man sich entscheidet, ist diese Aufgabe relativ leicht bzw. schwer zu lösen (man hat mehr bzw. weniger Zeit). Wie so oft bei diesen Spielen gibt es natürlich auch kleine Hilfen und Hinweise, diesmal aber muss man sich diese (zum Teil) erarbeiten. Das Tool ist eingebettet in die Handlung des Spiels, man muss erst ein Minispiel lösen, bevor man Tipps bekommt. Zum einen ist das eine ganz gute Idee, um etwas Abwechslung reinzubringen und ein kleiner Ansporn, nicht zu oft Gebrauch von dieser Option zu machen. Zum anderen gewinnt das Spiel durch die grafische und inhaltliche Ausgestaltung der kleinen Hilfefunktion auch an Authentizität.

Grundsätzlich ist das Spiel sowohl für zwischendurch als auch für ein längeres Vor-sich-hin-daddeln bestens geeignet. Grafik und Sound tragen zu dieser positiven Bewertung auch einiges bei. Verbesserungspotenzial gibt es nur im Hinblick auf die fehlende Vertonung der einzelnen Charaktere. Ansonsten bestechen die Locations durch viel Liebe zum Detail, beispielsweise ist hier nicht nur starres Einerlei vorzufinden sondern auch belebte Objekte (zum Beispiel ein fliegender Vogel oder ein schnuppernder Hamster)…

Das Spiel ist grundsätzlich für fast jede Altersgruppe geeignet, wobei der Spieler schon über eine gewisse Lesekompetenz verfügen sollte (um auch was von der Handlung mitzubekommen). Ab einem Alter von ca. 10-11 Jahren dürfte dem Spielgenuss, in der Hinsicht, nichts mehr im Wege stehen. Die minimalen Systemanforderungen, der moderate Preis (8€) und die gelungene Spielumsetzung sind durchaus überzeugende Argumente, einen Kauf in Erwägung zu ziehen. Vor allem Wimmelbildfans können wir nahelegen, einen Blick auf das Spiel zu riskieren – es lohnt sich!

  • Publisher
  • System PC
  • USK ab 0 (ohne Altersbeschränkung)
  • Empfohlener VK  9,99 €

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