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MindTraining: Denke Positiv!

Immer dann, wenn mein Schreibtisch überquillt und der Stress mich zu erdrücken droht, schießt mir der Ratschlag meiner Mutter durch meinen völlig gestressten Kopf: Immer schön positiv denken! Und irgendwie scheint es auch zu helfen, denn mal ehrlich – irgendwann ist auch der größte Stress vorbei. Aber auch in anderen Situation, beispielsweise der Stress mit Arbeitskollegen, hat der Tipp (irgendwie) geholfen. An dem Ratschlag scheint also etwas dran zu sein, auch wenn er zuweilen etwas abgedroschen klingt. Das hier vorgestellte Programm verfolgt im Grunde die gleiche Strategie, frei nach dem Motto „Wer positiv denkt, der fühlt sich besser“ soll der Anwender motiviert und bestärkt werden.

Letztendlich stellt sich gerade bei solchen Programmen die Frage, ob einige der Versprechen unerfüllbar oder zumindest überzogen sind. Nachprüfen lassen sich die meisten Behauptungen nur selten, als Laie hat man dahin gehend kaum Möglichkeiten. Hinweise auf die Seriosität des Vorhabens finden sich (leider) selten, „“ ist dahin gehend eine Ausnahme. Die Macher ließen die Forschungsergebnisse der McGill University in das Programm einfließen – insofern gibt es sogar einen wissenschaftlichen Hintergrund.

Die Software ist gut strukturiert und sehr kompakt. Selbst die Systemanforderungen sind minimal, auch sehr alte PCs dürften kaum Probleme haben. Nicht einmal die Bedienung der Nutzeroberfläche macht Schwierigkeiten, sodass sogar Computer-Neulinge an dieser Stelle kaum Probleme haben dürften. Einen erheblichen Anteil daran hat vor allem die übersichtliche Bedienoberfläche und die benutzerfreundliche Programmerläuterung. Der Anwender wird durch diese Bedienhilfe Schritt für Schritt an die Nutzung der Software herangeführt. Selbst die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen das Spiel letztendlich basiert, werden dem Nutzer ausführlich erklärt. In puncto Bedienung und Programmgestaltung lässt sich kaum etwas bemängeln. Verbesserungswürdig ist lediglich die akustische Ausgestaltung, die Hintergrundmusik wird auf Dauer eintönig und auf eine Sprachausgabe wurde gleich ganz verzichtet. Auch die grafische Verarbeitung des Programmes ist reichlich spartanisch ausgefallen, dass mag zwar zweckmäßig sein, aber etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Andererseits muss man anfügen, dass die Systemanforderungen mit etwas mehr Detailfülle sich wohl auf einem ungleich höheren Niveau bewegen würden.

Die Software selbst besteht aus mehreren Minispielen: „Matrix“, „Wer bist du“, „Wörter“ und „Steigere dein Chi“. In Matrix soll der Spieler aus mehreren Bildern ein lachendes Gesicht heraussuchen und das so schnell wie nur möglich. In „Wer bist du“ werden Daten des eigenen Profils, welches man zum Programmstart angelegt hat, verwendet. Soll sollen Begriffe zur eigenen Person schnellstmöglich gefunden und angeklickt werden. „Wörter“ wiederum ist ein Minispiel, bei denen bestimmte „freundliche“ Wörter aus einem Buchstaben-Gitternetz herausgesucht werden müssen. Jedes dieser Spiele erfüllt eine eigene Funktion und soll auf seine Weise den Spieler motivieren. „Steigere dein Chi“ ist zwar ein eigenständiges Spiel, hat aber eine ähnliche Funktion wie die einzelnen vorherigen – nur das diese auf ein Spiel komprimiert wurden.

Von Anfang an fällt auf, dass das Spiel als solches recht textlastig ist. Das ist zwar einerseits positiv, weil der Spieler dadurch erfährt, was das Programm eigentlich mit ihm vorhat, andererseits ist es nicht zwingend notwendig, denn nicht das Wissen macht glücklich, sondern die Anwendung als solches. Die einzelnen Spiele sind auch etwas unglücklich umgesetzt, denn sie erfordern doch einiges an Geschick. Ob sich das besonders positiv auf das Gemüt auswirkt, wenn man an der Mindestpunktzahl scheitert, wagen wir dann doch zu bezweifeln. Hier hätten sich die Macher um einen etwas seichteren Anstieg des Schwierigkeitsgrades bemühen sollen. Insbesondere auf „Steigere dein Chi“ trifft dieses Manko zu, denn mit steigender Levelzahl werden auch die anzuklickenden Objekte schneller (und zahlreicher). Wer an dieser Stelle kein ruhiges und flinkes Händchen hat, wird immer mal wieder ein grimmiges Gesicht statt dem lächelnden erwischen – was sich freilich in der Punktzahl bemerkbar macht.

Hat man sich von den Spielen „beglücken“ lassen, kann man im Tracker seine Grundstimmung ausloten lassen. Hier bekommt man verschiedene Fragen gestellt, dessen Antworten den momentanen „Glückszustand“ messen. Beschäftigt man sich regelmäßig (also täglich) mit der Anwendung, kann sich der Nutzer so auch über den Verlauf seiner Grundstimmung informieren.

Eigentlich ist das Spielprinzip eine ganz gute Sache, nur einige der unglücklichen Umsetzungen sind ein ziemliches Ärgernis. Der Knackpunkt liegt hier tatsächlich im Detail, so wäre man beispielsweise gut beraten gewesen, wenn man die Mauskoordinationsfähigkeiten des Anwenders in die Spielabläufe mit einbezogen hätte. Auch das Scheitern an einer Aufgabe hätte man etwas aufmunternder verpacken können. Zwar wiegt die Kritik nicht ganz so schwer, ärgerlich bleibt das vergeudete Potenzial trotzdem. Auch im Hinblick auf den sehr moderaten Preis von knapp 10€ überwiegt für uns der eher positive Gesamteindruck. Das Spiel ist für fast alle Altersstufen geeignet, zumindest dann, wenn die betreffenden Personen lesen können und über eine einigermaßen ausgeprägte Mauskoordinationsfähigkeit verfügen.

  • Publisher (Entwickler)  City Interactive
  • Vertrieb  S.A.D.
  • System  PC
  • USK  ab 0 (ohne Altersbeschränkung)
  • Empfohlener VK  9,99 €

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