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Wild Terra Online

Wer sich schon immer ein MMORPG ganz im Stile des Mittelalters gewünscht hat, für den könnte einen Blick wert sein. Zwar gibt es kleine Fehlerchen, doch ist im Großen und Ganzen ein ordentliches Zwischenergebnis mit enormem Entwicklungspotenzial herausgekommen.


Der Spieler startet mit einer Figur im Amazonenstil, irgendwo im Nirgendwo. Bevor es jedoch losgeht, gibt’s ein kleines Tutorial über die Funktionen des Spiels. Bereits hier gäbe es den ersten Verbesserungsvorschlag: Was spräche denn dagegen, aus einer eher trockenen und textlastigen Einführung (tatsächlich erscheinen nur ein paar Textboxen, die die Spieloberfläche kurz erklären), ein spielerisches Heranführen an das Spiel zu machen.

Vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass der eher ungeduldige Spieler geneigt sein könnte, die Textboxen gelangweilt wegzuklicken. Beispielsweise wäre es ein interessantes Tutorial-Ziel, sich ein erster Domizil aufzubauen und sich ins erste Gefecht zu begeben…

Screenshot Terra

Im Grunde spielt sich Wild Terra ganz einfach: Der Spieler baut seinen Charakter und seine Behausung auf, verteidigt sich gegen die Übergriffe von angreifenden Mitspielern oder greift diese gleich ganz präventiv an. Für den ganzen Spaß werden freilich Rohstoffe benötigt, welche entweder gesammelt, erarbeitet oder erjagt werden müssen.

Freilich kann man auch auf Kooperation setzen oder den Ressourceninhaber zur unfreiwilligen Abgabe seiner Habe drängen. Im Grunde gibt es im Spieldesign keine merklichen Unterschiede zu Onlinespielen der unmittelbaren Konkurrenz.

Bedienung
Auch hier gibt’s nicht viel zu meckern, die Macher haben sich für Standardkost entschieden. Insofern ist die Handhabung weitgehend selbsterklärend. Wenn man sich außerdem noch für das Absolvieren des Tutorials entschieden hat, kann im Grund nicht mehr viel schief gehen. Einfach das anklicken, was man bearbeiten, benutzen oder aufnehmen möchte und das war’s dann auch schon. Analog dazu funktioniert das Erkunden der Spielwelt: Einfach “point and click”.

Für Einsteiger ist das freilich super, da etwaige Hürden einer überkomplexen Bedienung vermieden werden. Geschadet hätten ein wenig mehr Extras trotzdem nicht: Eine Umgebungskarte (mit eigezeichneten Ressourcenvorkommen) wäre beispielsweise wünschenswert gewesen. Auch hätten wir uns gewünscht, wenn dem Avatar ein wenig Grundintelligenz mitgegeben worden wäre.

Bislang versucht die Figur, den direkten Weg zu nehmen, bei einem Hindernis bleibt sie sprichwörtlich hängen. Auch bei gefährlichen Tieren wäre es sinnvoll gewesen, eine Warnung oder automatische Umgehung einzubauen (die je nach Präferenz auch abschaltbar sein sollte).

terra2Ebenso wäre ein wenig Initiative des Avatars beim Abbau von Ressourcen sinnvoll: Sicherlich kann man unterschiedliche Dinge aus einem Apfelbaum herausholen (Holz oder Äpfel), bei manchen Dingen (große Steine) gibt’s allerdings keine große Auswahl. Warum greift der Charakter dann nicht automatisch zum richtigen Werkzeug, wenn der Spieler etwas abbauen möchte?

Warum muss das korrekte Werkzeug erst umständlich angeklickt werden, damit es losgeht?

Sicherlich sind es nur Kleinigkeiten, allerdings sind solche Problemchen auf Dauer nervig. Hier sollte unbedingt nachgebessert werden.

Grafik und Sound
Die Spielwelt ist im Grunde ganz ordentlich, sieht aber noch ein wenig zu schmucklos und eher nach einem Bausatz aus. Freilich handelt es sich erst einmal um einen Probelauf, sodass noch nicht gesagt werden, kann wie es aussehen wird.

Dennoch: Der Umgebung fehlt es an Charakter und Leben, hier gibt es noch einiges an Verbesserungspotenzial. Auch die Hintergrundmusik kann nachgebessert werden, analog zu der künstlichen Umgebung sollte auch hier eine an die Umwelt angepasste Vertonung möglich sein (bspw. wenn man sich wassernah oder in Trockengebieten aufhält, wäre ein charakteristischer Wechsel in der Musik ganz schön).

Fazit
Da sich das Spiel noch in einer frühen Erprobungsphase befindet, sollte man das Ergebnis nicht allzu kritisch beurteilen. Viele Dinge können noch nachgebessert werden, angefangen mit Grafik und Sound, bis hin zur Spielmechanik. Wie gesagt, im Großen und Ganzen kann sich das Zwischenergebnis sehen lassen.

Es fehlt allerdings an Esprit und dem Wow-Moment, der den Spieler animiert, am Ball zu bleiben. Sinnvoll wäre auch, wenn eine größere Personalisierung der Figuren möglich wäre (man startet immer als Frau und man sieht immer exakt gleich aus).

soll im nächsten Frühjahr erscheinen, für die Spielentwicklung ist Juvty Worlds verantwortlich. Deshalb auch keine Wertung.

Trailer

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