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Fackel + Keule

Spaltet die Spielergemeinde in zwei Lager.

Ich habe das Kartenspiel erhalten, um mit der empfohlenen Altersklasse (ab 8 J.) „“ unter die Lupe zu nehmen. Unsere beiden Kinder entsprechen der Altersklasse, so dass es nahe lag, ihre Freunde und deren Eltern zum Käffchen einzuladen.

Somit habe ich an einem trüben Mittwochnachmittag im Oktober den befreundeten Eltern und meiner Frau vorab eine kurze Erläuterung gegeben, was die Kinder erwartet:

In der Steinzeit war das Überleben des Einzelnen nur möglich, wenn sie als Horde gemeinsam auf Nahrungssuche und gemeinsam auf die Jagd gingen. Ausgerüstet mit Steinaxt, Pfeil, Keule und Feuer zogen die Steinzeitmenschen gemeinsam durch die Wälder, um ein Mammut, einen Säbelzahntiger, ein Wollnashorn oder einen Riesenhirsch zu töten.

Wie viele Keulen, Speere oder Steinäxte die Horde benötigt, um das Tier zu töten, wird auf den Spielkarten ausgewiesen. Genügt die Anzahl der Waffen nicht, ist die Jagd missglückt und untereinander beginnt die Schlacht mit den Keulen. Nur der Stärkste überlebt, bzw. gewinnt. So beschreibt es die Spielanleitung.

Die Spielanleitung im Detail vorgetragen, löste eine heftige Diskussionen aus, wo ich mir den Autor, Michael Benkendorf, an meine Seite gewünscht hätte, nicht um mich zu unterstützen, sondern um sich mit den Kritikern auseinanderzusetzen:

Der Säbelzahntiger, das Mammut, bekannt und geliebt bei den Kindern durch die Ice Age Verfilmungen, sollen nunmehr getötet werden?

Wann folgen Spiele über die Harpunenjagd der Walfänger, über mittelalterliche Hexenverbrennungen, das Aufknüpfen der Bankräuber im Wilden Westen oder die Wahl der Stromstärke für den elektrischen Stuhl?

Wir erziehen unsere Kinder zur Tierliebe, der Spielinhalt ist nicht akzeptabel. Worin liegt der pädagogische Wert? Kenntnis über jene Zeitepoche wird für erforderlich erachtet, ein Nachspielen in dieser Form, um Spielspaß zu haben, wird jedoch abgelehnt. Nachdem ich die „Prügel“ entgegen nehmen durfte, haben wir zur Wahrung des häuslichen Friedens beschlossen, auf dieses Spiel in der Altersgruppe zu verzichten. Es gab ja noch andere Spiele, die bei allen Beteiligten von vorn herein große Akzeptanz gefunden haben.

Bleibt nun die Frage, für wen ist das Spiel dann? Für den unbedachten Käufer?

Vielleicht hätte ich bei einem Jagdverein oder in einer Schülergruppe von Metzgergesellen mehr Verständnis gefunden. Der Autor, Michael Benkendorf, bekannt durch Monstererbe – Das Testament des Doktor F. (2005), zeichnet sich durch seine extravaganten Spielideen aus:

„Wo findet man denn am besten irgendwelche Körperteile? Natürlich auf einem Friedhof.“ (aus Monstererbe) Fraglich bleibt auf jeden Fall der erzieherische, pädagogische Wert des Spiels. Vielleicht die Erkenntnis: „Bist du nicht der Stärkste, gehst du in der Gesellschaft unter? Beängstigend, wie aus einem „harmlosen“ Kartenspiel, ein Politikum werden kann.

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Die Spielregeln steinzeitlicher Nahrungsmittelbeschaffung mit Speeren, Äxten und Fackeln sind einfach. Bei der erfolgreichen Flucht des Tieres ist das Spiel nicht zu Ende. Nach einer mächtigen Prügelei mit Keulen untereinander, gilt: Nur der Stärkste gewinnt! Angeschlagen von der Fackel+Keule-Diskussion führten mich meine Recherchen zu einem Beitrag, wo dieses Kartenspiel als Spiel mit einem sehr schönen Grundprinzip und mit einer witzigen Idee, welche recht gut umgesetzt wurde, bewertet wurde.

Der Spielablauf sei sehr schnell verständlich und funktioniere wirklich reibungslos, wobei das Ganze auch noch viel Spaß mache. Bemängelt wurde lediglich die Tiervielfalt, die eindeutig zu gering sei, da sich die 12 Tiere ständig wiederholen. Hierfür gäbe es dann auch einen Punkt Abzug, aber prinzipiell könne dieses Spiel jedem weiterempfohlen werden, der ein amüsantes und kompaktes Kartenspiel für zwischendurch suche.

So gehen die Meinungen auseinander.
Entscheiden Sie selbst, ob das Kartenspiel für Ihre Kinder geeignet ist, meine Bewertung überzogen sei oder Sie auch der Ansicht sind, es müssen noch mehr Tiere zum Töten bereitstehen.

Fackel+Keule habe ich jedenfalls heftig zu spüren bekommen, ohne dass bei mir Spielspaß aufkam. Mein Appell an alle Oma´s, Opa´s, Freunde, Bekannte, Verwandte:

„Weihnachten steht vor der Tür. Bitte vorher das Umfeld abchecken, sonst könnte der stabile Karton von Fackel+Keule Verletzungen am Kopf hervorrufen und nicht nur das Fest sondern auch die Sinne trüben.“

Somit bleibt festzustellen

“ spaltet die Spielergemeinde in zwei Lager. Fackel+Keule ist ein schnelles Kartenspiel für 3-5 Steinzeitmenschen ab 8 Jahren, so der Hersteller, und stammt von der Firma Spiellabor.

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