Gelegenheit macht Diebe

In Daniel Badraums Spiel „“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Messebesuchern einer frisch geöffneten Schmuck- und Uhrenmesse. Die dargestellten Reichtümer und Sammlerstücke lassen so manch einen Besucher beim Vorbeigehen staunen. Doch, wie der Titel des Spiels schon sagt, können einige Gäste der Versuchung nicht widerstehen und bedienen sich an der einen oder anderen Auslage.

Spielablauf
Bei „“ handelt es sich um ein Stichspiel mit besonderen Twist. Erst während einer laufenden Spielrunde streiten die Spieler um eine der sechs ausliegenden Rollenkarten. Diese bestimmen zum Ende der Runde, wie erhaltene Stiche zu werten sind. So versuchen die ehrlichen Messebesucher der Versuchung zu widerstehen und keine der Stiche zu erhalten. Der Dieb hingegen plündert so viele Taschen wie möglich, um sich an Punkten zu bereichern. Der Polizist, ein Versicherungsangestellter und der Detektiv versuchen hingehen den Dieb aufzuhalten. Erfüllt man seine Rolle, gibt es reichlich Punkte. Kann man jedoch selbst als ehrlicher Bürger der Versuchung nicht widerstehen, gibt es schnell Minuspunkte auf das eigene Konto.

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Zu Beginn des Spiels erhalten alle Spieler ihre Handkarten für die neue aktuelle Spielrunde. Bevor es mit dem ersten Stich losgeht, platziert jeder Teilnehmer 2 von insgesamt 7 Markern auf die ausliegenden Rollenkarten. Diese werden jedoch erst später von Bedeutung. Während der gewöhnlichen Stichrunden, können die Spieler Gebrauch von einer der drei Sonderkarten machen. Wird die erste Karte des Typs „7+Choice“ gespielt, werden pro Spieler drei weitere Marker auf den Rollenkarten verteilt. Nach Ablage der ersten „7+ Choice“ Karte dürfen nun auch „3+Deal“ Karten gespielt werden. Wer eine solche Karte als erstes legt, darf den Trumpf und damit das Zieldiebesgut der derzeitigen Runde bestimmen. Erst danach darf eine weitere „7+Choice“ Karte gespielt werden. Mit dieser werden die letzten zwei Marker pro Spieler auf den Rollenkarten platziert und die Rollenverteilung beginnt. Hierbei erhält jeder Spieler die Rollenkarte auf der er, im Vergleich zu den anderen Spielern, die meisten Marker abgelegt hat. Die Runde endet, sobald sämtliche Handkarten aufgebraucht wurden.

Gespielt werden sechs Spielrunden. Hierbei darf jeder Spieler eine Rollenkarte höchstens zweimal nutzen. Zudem müssen sich die Rollen aufeinder folgender Runden unterscheiden. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

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Spielmaterial
Im klassischen Stil eines Stichspiels beinhaltet „“ Zahlen- und Funktionskarten. Das Design ist minimalistisch gehalten und beinhaltet keine großen Überraschungen. Bei den Funktionskarten hätte ich mir eindeutigere Bezeichnungen gewünscht. Zudem hätten die Kartennamen „Deal“ und „Choice“ sicher auch ins Deutsche übersetzt werden können. Die Charakterkarten sind hingegen gut strukturiert und fassen die Punktebedingungen noch einmal zusammen. Dies erleichtert es den Überblick über die komplizierte Punktevergabe erheblich.

Fazit
Bei den Coups in „“ handelt es sich zwar nicht um Filmreife Raubüberfälle dennoch weiß das Spiel zu unterhalten. Zwar bringen die Regeln frischen Wind in die typischen Stichregeln, doch gestalten diese den Spielablauf auch sehr kompliziert. Nur wer gekonnt in die, zu seinen Handkarten, passende Rollen schlüpft und sich sowohl vor den Polizisten als auch vor den Detektiven zu behaupten weiß, wird in diesem Spiel als Sieger hervorgehen. Abstand sollte nehmen, wer bereits mit Skat und Doppelkopf überfordert ist. Spieler, die frischen Wind in eine Skatrunde bringen wollen, können den Versuch sich als Langfinger zu behaupten getrost wagen.

  • Autor: Daniel Badraun
  • Spielzeit: ca. 60 Minuten
  • Vertrieb:  Verlag
  • Anzahl: 3 bis 6 Spieler
  • Kategorie: Kartenspiel/Stichspiel
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

6.0 Bewertung

Bei den Coups in „“ handelt es sich zwar nicht um Filmreife Raubüberfälle dennoch weiß das Spiel zu unterhalten. Zwar bringen die Regeln frischen Wind in die typischen Stichregeln, doch gestalten diese den Spielablauf auch sehr kompliziert. Nur wer gekonnt in die, zu seinen Handkarten, passende Rollen schlüpft und sich sowohl vor den Polizisten als auch vor den Detektiven zu behaupten weiß, wird in diesem Spiel als Sieger hervorgehen. Abstand sollte nehmen, wer bereits mit Skat und Doppelkopf überfordert ist. Spieler, die frischen Wind in eine Skatrunde bringen wollen, können den Versuch sich als Langfinger zu behaupten getrost wagen.

  • Spielidee 5/10
  • Ausstattung 7/10
  • Spielablauf 4/10
  • Interaktion 6/10
  • Einfluss 8/10
  • Spielbarkeit 5/10
  • Spaß 7/10

Weitere Informationen

  • Titel: Gelegenheit macht Diebe
  • Kategorie: Kartenspiele
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Autor: Daniel Badraun
  • Verlag: Gmeiner Verlag

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