Pingo Pingo – Jäger der goldenen Ananas

Ein grinsender Fremder gab uns auf dem nahe gelegenen Festland eine Schatzkarte. Mit einem kleinen Ruderboot begeben wir uns auf die Reise bis das malerisches Inselparadies am Horizont erscheint. Mutigen Schrittes setzen wir Fuß in den weißen Sand des unbefleckten Strands. Abenteuer und Reichtümer rufen. Immer wieder glitzert es im dichten Buschwerk und nicht selten finden wir dort einen kostbaren Goldschatz. Doch was ist das? Ein barbarischer Schrei. „Pingo Pingo“! Ein Trommeln scheint sich zu nähern. Pinguine! Sie sind überall. Schnell wird klar, warum niemand diese Insel bisher betreten hat. Und auf einmal befinden wir uns in Roberto Fragas turbulentem Inselabenteuer.

Spielablauf
Eine Spielrunde dauert exakt 15 Minuten und wird von der beigelegten Audio-CD begleitet. Anfangs hört man ein leises Rauschen der Wellen und die Spielrunde beginnt ihre Reise am Strand der Insel. Jeder Spieler erhält zu Beginn des Spiels einen gleichgroßen Stapel an Abenteuerkarten und 7 Lebenspunktkarten. Der Reihe nach werden die Abenteuerkarten in Richtung Mitte des Tisches aufgedeckt. Ihre Rückseite wird geziert von Schätzen, Fallen, Lager oder Aktionen.

Schätze, Fallen und Lager sind entweder als Tages- oder Nachtkarte abgebildet. Wenn die im Hintergrund laufende Musik zur abgebildeten Tageszeit passt, können die Spieler versuchen, als erstes eine der begehrten Schätze zu ergreifen. Der Erste darf ihn behalten. Doch Vorsicht! Wer statt einer Schatzkarte beherzt nach einer der optisch sehr ähnlichen Fallenkarten greift verliert einen seiner Lebenspunkte. Wer als erstes eine Lagerkarte ergriffen hat, kann zudem das Lager eines Mitspielers plündern und einen der bereits erspielten Schätze stehlen.

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Dennoch sind die Aktionskarten das wahre Herzstück des Spiels. Vier unterschiedlichen Gefahren gilt es sich auf der Pinguininsel zu stellen. Deckt man ein Brückensymbol auf, muss man schnellstmöglich zwei bis zu 3 Meter vom Tisch entfernte Brückenaufsteller berühren und sich wieder setzen. Einem Pinguinreiter auf seinem weißen Bären stellt man sich hingegen mit einer Pistole. Lauf spannen, Pfeil laden und Feuer. Trifft man den Pappaufsteller, ist auch diese Gefahr vorerst bewältigt, andernfalls ist Nachladen angesagt. Die Flucht vor einem Angriff der Alienpinguine verknüpft die beiden Elemente. Schnell zum Miniaturschild mit der Schiffswrackabbildung laufen, auf dem Rückweg die Waffe laden und den überdimensionalen Spacepinguin abschießen. Nicht zu unterschätzen ist zudem ein direkter Überfall der Pinguine. Herbei müssen alle bisher ausliegenden Karten in gleichgroße Stapel aufgeteilt und den Spielern überreicht werden. Ertönt während einer dieser Aktionen der gewaltige „Pingo Pingo“-Schrei des Pinguinstamms, verliert der aktive Spieler einen Lebenspunkt.

Zum Glück können verlorene Lebenspunkte vom Affenschamanen geheilt werden. Wird ein Schamane aufgedeckt erhält der Spieler, welcher als erstes nach der Karte greift einen Lebenspunkt zurück. Ist man jedoch bereits bei bester Gesundheit und hat noch alle 7 Lebenspunkte so bestraft einen der Schamane für seine Gier und zieht dem Spieler einen Lebenspunkt ab.

Hört man erneut das Rauschen der Meere, endet das Spiel. Jeder Spieler zählt nun seine erbeuteten Schätze. Pro Lebenspunkt können maximal 3 Schätze gezählt werden. Alle weiteren gehen nicht in die Wertung mit ein. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten. Bei einem Gleichstand schießen die beteiligten Spieler abwechselnd auf einen der Miniaturaufsteller. Wer als erstes verfehlt, verliert das Rennen knapp und geht mit dem zweiten Platz nach Hause.

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Spielmaterial
Die Abenteuerkarten und Miniaturschilder sind gut verarbeitet und kunterbunt designt. Alle Sonderkarten stellen die zu bewältigende Aktion noch einmal mit kleinen Miniatursymbolen dar. Egal ob laufen, schießen oder Karten sortieren. Alle Elemente sind leicht verständlich wiedergegeben und helfen den Spielern im Eifer des Gefechts. Die Schatz- und Fallenkartenmotive sind schön illustriert und bieten den Spielern durchaus eine Herausforderung.

Highlight für alle Kinder ist sicher die beigelegte Plastikpistole. Diese funktioniert wunderbar und macht die Verteidigung vor den Urwaldpinguinen zu einem spaßigen Event. Wer aus pädagogischen Gründen auf Spielzeugwaffen im Haushalt verzichten möchte, sollte von diesen Spiel Abstand nehmen, da der Abschuss der Miniaturschilder ein tragendes Spielelement ist. Mit den lediglich 10 beigelegten Pfeilen ist man leider oft dazu gezwungen, die bisher verschossenen Pfeile wieder einzusammeln. Die sonst ausreichend detaillierte Spielanleitung regelt hierbei nicht, wer diese wieder einsammeln sollte. Dies führt zu kleinen Abzügen in der B-Note.

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Fazit
Horden von Pinguinen abwehren, große weiße Bären verscheuchen und über wacklige Hängebrücken rennen. Dabei noch die eigenen Taschen mit Gold füllen oder anderen Schatzsuchern den einen oder anderen Schatz stehlen. All das erwartet Abenteurer in Roberto Fragas kurzweiligem Familienspiel Pingo Pingo. 15 Minuten werden unter voller Konzentration gespielt, bis der ganze Trubel wieder von vorne losgeht und es wieder heißt „Pingo Pingo“! Ein wahrhaft turbulentes Spiel für Kinder und Familien.

  • Autor: Roberto Fraga
  • Spielzeit: ca. 15 Minuten
  • Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag
  • Anzahl: 2 bis 5 Spieler
  • Kategorie: Partyspiel, Familienspiel
  • Alter: ab 6 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Alexander Dockhorn

Bewertung

8.0 Bewertung

Horden von Pinguinen abwehren, große weiße Bären verscheuchen und über wacklige Hängebrücken rennen. Dabei noch die eigenen Taschen mit Gold füllen oder anderen Schatzsuchern den einen oder anderen Schatz stehlen. All das erwartet Abenteurer in Roberto Fragas kurzweiligem Familienspiel Pingo Pingo. 15 Minuten werden unter voller Konzentration gespielt, bis der ganze Trubel wieder von vorne losgeht und es wieder heißt „Pingo Pingo“! Ein wahrhaft turbulentes Spiel für Kinder und Familien.

  • Spielidee 9/10
  • Ausstattung 8/10
  • Spielablauf 6/10
  • Interaktion 8/10
  • Einfluss 7/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 9/10

Weitere Informationen

  • Titel: Pingo Pingo – Jäger der goldenen Ananas
  • Kategorie: Kartenspiele
  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • Autor: Roberto Fraga
  • Verlag: Heidelberger Spieleverlag

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