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Port Royal

Salzige Seeluft, donnernde Kanonengefechte und die raue, stürmische See waren alltägliche Elemente eines Seemanns während der Kolonialzeit. Neben diesen gab es noch weitaus schwierigere Herausforderungen, wie beispielsweise die Piraten oder die miesen und durchtriebenen Händler.

Doch nur mit der richtigen Mannschaft kann man überleben und Wohlstand erlangen. Als Händler der Karibik sollte man auch stets nach spannenden und lohnenden Expeditionen Ausschau halten. Nicht nur die erfolgreichsten Seefahrer und Strategen werden zu Ruhm und Wohlstand gelangen, sondern auch die Spieler von „“ von .

In diesem Spiel geht es darum, durch strategisches Entdecken und gezieltes Handeln und Anheuern einer Crew am schnellsten an Einfluss zu gewinnen. Das gesamte Spiel basiert dabei auf 110 Spielkarten und einer Anleitung in Deutsch und Englisch.

Weiteres Zubehör ist zum Spielen nicht nötig, denn die Rückseiten der Spielkarten sehen nicht nur wie Geldstücke aus, sie werden auch so eingesetzt. Die Vorderseite der Spielkarten ist auch sehr gut umgesetzt. Es haben alle wesentlichen Spielelemente, wie Ruhmpunkte, Kosten, Effekt und die Bezeichnung in zwei Sprachen, neben der hübschen Illustration Platz. Sehr gelungen ist dabei die konsequente stilistische Umsetzung innerhalb der Grafiken.

Zu Beginn des Spiels werden an alle Spieler drei Karten als Münzen ausgeteilt. Man darf diese Karten jedoch nie umdrehen und anschauen. Die restlichen Karten dienen als Nachziehstapel. Grundsätzlich besteht der Spielzug des aktiven Spielers aus zwei Phasen. Die erste Phase ist das Entdecken und die zweite das Handeln und Heuern.

Wobei man sich stets bewusst sein muss, dass die Mitspieler in der zweiten Phase mit handeln und heuern können. Deswegen ist ein strategisches Vorgehen während des Entdeckens umso wichtiger. Um zu entdecken, deckt man eine Karte nach der anderen auf.

Dabei kann man dem Nachziehstapel sowohl Schiffe, Expeditionen, Personen mit unterschiedlichen Eigenschaften oder Steuererhöhungen entlocken. Solange bis man nicht mehr will und in die zweite Phase wechselt, weil man das Risiko nicht mehr erträgt.

Man kann das Risiko aber auch voll und ganz ignorieren und einfach nur bis zum bitteren Ende zocken. Das wäre in diesem Fall, wenn man während des Entdeckens auf zwei Schiffe des gleichen Typs stößt. Dieses kann man nur abwehren, falls man eine entsprechend starke Crew hat. Ist dies nicht der Fall oder hat man ein Totenkopfsymbol aufgedeckt, kommt die gesamte Hafenauslage auf den Ablagestapel und die zweite Phase wird übersprungen.

Hat man sich beim Entdecken nicht verzockt, können nun alle Spieler der Reihe nach die Hafenauslage plündern. Dabei hat man auch zwei verschiedene Aktionen. Entweder man wählt sich ein aufgedecktes Schiff aus, handelt mit diesem und erhält dafür die entsprechenden Münzen oder man heuert neue Leute an, die teilweise besondere Fähigkeiten haben.

Dank dieser besonderen Eigenschaften kann man beispielsweise zusätzliches Einkommen pro Runde generieren oder die eigenen Anschaffungskosten reduzieren. Um eine Person anzuheuern, sucht man sich eine aus und bezahlt die fälligen Kosten. Der aktive Spieler hat in dieser Phase das Glück, mehr Karten als seine Mitspieler auswählen zu dürfen, falls er mutig genug war. Denn je mehr verschiedene Schiffe liegen, desto mehr Karten darf man für sich beanspruchen.

Ansonsten darf man nur eine Karte auswählen, wie alle anderen auch. Alle nicht-aktiven Spieler müssen in dieser Phase zu den normalen Kosten zusätzlich eine Münze an den aktiven Spieler bezahlen, was eine kleine Motivation für den aktiven Spieler darstellt, möglichst viele Karten aufzudecken.

Sobald eine Expeditionskarte enthüllt ist, wird diese separat ausgelegt und ist für alle Spieler zugänglich. Die Bedingungen einer Expedition kann man durch die Crew-Mitglieder erfüllen, indem man diese Mitglieder dafür aufopfert.

Für diese Bereitschaft erhält man zur Belohnung weitaus mehr Ruhm und einen kleinen Geldbetrag. Enthüllt man aber stattdessen eine Steuererhöhung der Krone, verlieren alle reichen Spieler, die im Besitz von mindestens 12 Münzen sind, die abgerundete Hälfte ihres Geldes und der kampfstärkste Spieler bekommt eine Münze.

Das Grundspiel endet, wenn jemand mindestens zwölf Einflusspunkte gesammelt hat, was zum Beispiel zwölf angeheuerten Personen entspricht oder durch entsprechenden Ruhm durch Expeditionen. Ein wenig zu kurz kommt das direkte Behindern und Sabotieren seiner Gegner, was durch die indirekte Schikane in der ersten Phase durch ein strategisches Entdecken und die Integration aller Spieler während der zweiten Phasen ausgeglichen wird.

“ von ist ein kurzweiliges und sehr dynamisches Kartenspiel für bis zu fünf Personen ab acht Jahren. Das Spiel entwickelt durch die Kombination der Karten sowohl als Spielkarten als auch als Geldeinheiten eine einzigartige Spieldynamik und generiert dadurch eine größere Zufälligkeit, was den einen oder anderen Kartenzähler verärgern kann.

Durch diese Spielmechanik wird ein einzigartiges innovatives Spielerlebnis generiert, wodurch nicht nur Gelegenheitsspieler, Glücksspieler oder Strategen auf ihre Kosten kommen. Falls jemand seine Konkurrenten nicht durch List und Tücke austricksen kann, lässt er sie einfach auflaufen.

Denn eins ist immer zu bedenken, nur der ruhmreichste Händler wird auf ewig seine Segel setzen. In diesem Sinne: Lasst uns die Segel setzen Richtung !

  • Verlag Pegasus

 

Getestet und geschrieben von Friedrich Lüder

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