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Quiddler

Das Spielprinzip an sich stellt eine Mischung aus den allseits beliebten Spielen Rommé und Scrabble dar. Es wird zunächst eine vorgegebene Anzahl von Karten an die Spieler ausgegeben und mit den restlichen Karten ein Ziehstapel gebildet.

Zudem baut sich mit der Zeit ein Ablagestapel auf, da der Spielzug eines jeden Spielers mit dem Ablegen einer beliebigen Karte aus einer Hand beendet wird. Jeder Spieler hält in seiner Hand zunächst ein Blatt aus drei Karten, deren Anzahl sich mit jeder neuen Runde um Eins erhöht. Ist er an der Reihe, so muss er sich entscheiden, ob er die oberste Karte des verdeckten Zieh- oder des offenen Ablagestapels aufnehmen möchte.

Ziel ist es dann, mit den Handkarten Wörter möglichst so zu bilden, dass nach Auslegen der Wörter noch eine Karte offen auf den Ablagestapel gelegt werden kann, wobei ein Wort aus mindestens zwei Karten bestehen muss. Gelingt dies dem Spieler, so ist jeder nachfolgende Spieler noch genau einmal an der Reihe, bevor die Runde endet. Ansonsten wird einfach solange reihum gespielt, bis dieser Fall eintritt.

Im handlichen Pappkarton befinden sich 118 Buchstabenkarten sowie eine Spielanleitung.

Die Spielkarten sind angenehm fest und nicht zu rutschig gestaltet, sodass man sie auch längere Zeit bequem auf der Hand halten kann. In den Ecken der Karten befinden sich der jeweilige Buchstabe sowie die für die Punktevergabe wichtige Wertigkeit. Mittig ist der Buchstabe noch einmal in einer bunten verschnörkelten Art und Weise aufgedruckt.

Die Spielanleitung ist als Faltblatt ausgeführt und gibt den grundsätzlichen Spielablauf verständlich wieder. Das Geschriebene ist sinnvoll strukturiert und wird durch einige anschauliche Spielbeispiele ergänzt. Positiv ist hervorzuheben, dass auch eine Spielvariante für einen einzelnen Spieler angeboten wird. Der Spielverlauf ist einfach verständlich und sicher auch für Kinder unter 10 Jahren nachvollziehbar.

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Jedoch sind standardmäßig zu wenige Individualisierungsmöglichkeiten vorgegeben. Hier ist die Kreativität der Spieler gefragt.

Dem Spiel fehlt mit zunehmender Spielerzahl die Dynamik. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Ein Spieler darf erst dann eine Karte aufnehmen, wenn er an der Reihe ist. Ein zusätzliches Nehmen durch Klopfen einer vom Mitspieler auf den Kartenstapel abgelegten Karte ist nicht möglich. Hier hätte man sich mehr dem Spielablauf von Rommé öffnen können, der diese Möglichkeit zulässt und dadurch die Dynamik mit zunehmender Spielerzahl ansteigt.
  • Es können keine Karten an die ausgelegten Wörter der Mitspieler angelegt werden, um so neue Wörter zu bilden, wie es bei Scrabble und indirekt auch bei Rommé der Fall ist.
  • Die Bedenkzeit eines Spielers, der am Zuge ist, ist nicht eingeschränkt. Damit dauert es bei steigender Spielerzahl schier ewig, ehe man wieder an der Reihe ist.

Die beiden ersten genannten Punkte führen dazu, dass es praktisch gesehen nicht von Belang ist, was die Mitspieler tun. Dadurch leidet die Konzentration der Mitspieler auf das Spielgeschehen, was mitunter zu nicht das Spiel betreffenden Unterhaltungen führt. Zudem sind somit kaum Möglichkeiten gegeben, sein Blatt wie im Rommé aktiv aufzubessern. Das Kartenglück spielt also insgesamt eine zu große Rolle.

Als Lösung für Punkt 3 bietet sich eine einfache Sanduhr an, die dem Spieler eine gewisse Bedenkzeit einräumt (ca. 40 Sekunden). Spätestens nach Ablauf dieser Zeit muss der Spieler eine Aktion ausführen. Dies würde die Wartezeit der Mitspieler verkürzen, sowie deren Konzentration auf das Spielgeschehen erhöhen, da die Einhaltung des Zeitlimits ständig überwacht werden würde.

Beim aktiven Spielen kristallisierte sich eine weitere Spielvariante heraus. Die Bedingungen sind die gleichen wie im Standardspiel, mit dem Unterschied, dass die Spieler ihre Hand offen vor sich ausbreiten. Ist ein Spieler an der Reihe, so können die Mitspieler ihn bei der Findung von Wörtern unterstützen.

Hier könnte man eventuell über die Vergabe von Extra-Punkten nachdenken für den Spieler, der als Erster Wörter aus den Karten des am Zug befindlichen Spielers bilden kann. Diese Spielvariante würde die Gemeinschaftlichkeit des Spiels noch steigern und gleichzeitig auch dazu führen, dass sich die Spieler nicht nur auf die eigenen Karten konzentrieren.

Insgesamt wirkt der durch die Anleitung vorgegebene Spielablauf nach mehreren Durchgängen wenig motivierend. Somit bringt das Spiel nur kurzweiligen Spaß; abendfüllend ist es so definitiv nicht. Schon nach zwei gespielten Durchgängen verabschiedeten sich die ersten Mitspieler vom Tisch.

Erst durch individuelle Abwandlungen – wie das aktive Aufnehmen von Karten durch Klopfen oder die Einführung eines Zeitlimits für jeden Zug – gewinnt das Spiel an Spannung und macht auch mit bis zu 8 Leuten (laut Verpackung) deutlich mehr Spaß.

  • Allgemeine Informationen
  • Autor: Marsha J. Falco
  • Produzent: Spiel + Freizeit GmbH
  • Spieltyp: Kartenspiel
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Mitspieler: 1 bis 8
  • Dauer eines Durchgangs: ca. 35 Minuten

Getestet und geschrieben von Christian Gundlach – FaRa FEIT

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