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Werwölfe – Vollmondnacht

– Vollmondnacht” ist an das Klassiker-Spiel “” angelehnt.  Es folgt allerdings einem ganz eigenen Konzept, welches das Spiel schnelllebig und kurzweilig macht.

Der Spielablauf
Zum Spielbeginn erhält jeder Mitspieler verdeckt eine Rollenkarte. Nachdem die Fähigkeiten der Rollenkarten erklärt wurden, senkt sich die Nacht über das Dorf, und alle Spieler schließen die Augen. Ein Spielleiter wird nun die Rollen der Reihe nach aufrufen, sodass sie ihre speziellen Fähigkeiten ausführen können.

Eine zentrale Rolle spielen hier selbstverständlich die , welche des Nachts im Vollmondschein durch das Dorf streifen und sich gegenseitig erkennen. Wenngleich in diesem Spiel niemand durch die Pranke eines Werwolfs stirbt, und alle Dorfbewohner am nächsten Morgen wieder erwachen, so ist doch klar zu spüren, dass sich ein großer Schatten über das Dorf gelegt hat. Wer ist Wolf? Wer nicht? Dies gilt es nun in einer kurzen Diskussion heraus zu finden, um am Ende des Tages in einer gemeinsamen Abstimmung einen Werwolf an den Pranger zu stellen.

Im Gegensatz zum -Klassiker ist ein Spiel jedoch sehr kurz: Eine Nacht. Ein Tag. Eine Entscheidung. Wird ein Wolf gefunden, gewinnt die Dorfgemeinschaft. Falls nicht, gewinnen die Wölfe. Seinen Reiz erhält das Spiel dabei durch die vielen Sonderrollen, welche so vom Vorbild nicht bekannt sind. Einige von ihnen sehen und grüßen des Nachts ihre Mistreiter, andere spionieren ihre Mitspieler im Geheimen aus, und wieder andere tauschen sogar Karten hin und her. Nicht selten wird man also nach einer Vollmondnacht einen anderen Charakter vor sich liegen haben – ohne selbst davon zu wissen!

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Aus diesem Grund gilt es, viel und schnell zu diskutieren. Alle Mitspieler sollten schnell ihre Informationen dem Dorf kundtun, während die Wölfe Lügen und Verwirrung säen müssen, um nicht aufzufallen.

Das Spielmaterial
Das Spiel kommt in einer kleinen Verpackung und beinhaltet die Rollenkarten, kleine Rollenmarker, eine Spielanleitung und einen Spielleiter-Bogen. Das Spiel ist so konzipiert, dass der Spielleiter selbst am Spiel teilnehmen kann. Am Besten versammelt man sich daher um einen kleinen Tisch, sodass die Karten von jedem Mitspieler unauffällig angehoben und vertauscht werden können.

Die Rollenkarten sind hierfür bereits sehr dick und stabil gefertigt, wirken allerdings etwas plump in ihrer Form. Sie sind mit hübschen und stilvollen Grafiken verziert, die das Spielgefühl steigern.

Leider befand sich in unserem Exemplar ein Produktionsfehler: Durch einen fehlplatzierten Druck wiesen einige Karten einen weißen Streifen am Rand ihrer Rückseite auf, durch den sie leicht von anderen Karten zu unterscheiden waren. Wir mussten uns mit eigenen Karten aushelfen.

Die Rollenmarker sind ebenfalls stabil ausgelegt, und dienen nicht nur sehr dem Spielleiter bei der Moderation der Nacht. Sie können auch zur Strukturierung der Diskussionen während des Tags genutzt werden – ein sehr gute Ergänzung.

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Positiv hervorzuheben ist der Spielleiter-Bogen: Er erklärt die Reihenfolge, in der die Charaktere des Nachts aufwachen. Dabei beachtet er alle Eigenheiten einiger Charaktere (auch in Kombination zueinander) und beugt Fehlern im Spielablauf vor. Hier werden auch noch einmal alle Charakter-Fähigkeiten kurz erklärt. Sollte es nach der Abstimmung am Ende des Tages trotz der guten Anleitung zu Missverständnissen kommen, hilft auch hier der Spielleiter-Bogen mit einem Diagramm zur Auswertung weiter.

Einen ganz besonderen Pluspunkt sammelt das Spiel durch eine begleitende Smartphone-App, welche für den Spielleiter die Moderation in der Nacht und am Tag übernimmt. Somit können sich alle Spieler vollständig auf das Spiel konzentrieren. Neben der Diskussionszeit am Tag und der Entscheidungszeit während der Nacht lassen sich in der App auch die Charaktere auswählen, die am Szenario teilnehmen. So lässt sich jedes denkbare Setting moderieren. Auch Spezialfälle, die sich durch bestimmte Charakter-Kombinationen ergeben, werden durch die App (ähnlich wie im Spielleiterbogen) abgebildet. In unseren Tests hat dies stets einwandfrei funktioniert.

Doch es gibt noch mehr Funktionen: verschiedene Hintergrundgeräusche, verschiedene Sprachen (Deutsch und Englisch), faszinierende Sprecher-Stimmen, Scherze und noch einiges mehr. Die App ist kostenlos im iOS AppStore oder Google Play Store erhältlich!

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Das Spiel im Test
– Vollmondnacht” ist am Besten für Gruppen ab 6 Spielern geeignet, damit das Spiel seine volle Verwirrung entfalten kann. Kleinere Runden sind zwar für den Einstieg gut geeignet, unerfahrene Wölfe werden hier jedoch oft recht schnell enttarnt. Unabhängig von der Gruppengröße wird jeder Spieler sehr gut in die Diskussion eingebunden, denn nur so lässt sich das Spielziel erreichen.

Die Spielanleitung schlägt praktischer Weise verschiedene Charakter-Konstellationen vor.

Besonders viel Spaß macht es aber bereits nach kurzer Zeit, eigene Szenarien zu probieren – dies ist auch mit der App problemlos möglich.
Einige Sonderrollen-Kombinationen können dabei sehr stark ausfallen. Hier ein kleines Beispiel:

Ein Räuber darf nachts seine Karte mit der eines Mitspielers tauschen. Ein Schlaftrunkener darf hingegen am Ende der Nacht (als einziger) seine eigene Identitätskarte noch einmal überprüfen.

Erwischt nun der Räuber den Schlaftrunkenen, so erfährt dieser vor Sonnenaufgang, dass er Räuber geworden ist. Sind beide gute Spieler, werden sie sich gegenseitig in ihrer Identität bestätigen. Zwei recht sichere Charaktere wurden so gefunden – eine sehr wertvolle Information für alle Dorfbewohner.

Je mehr solcher Sonderrollen an einer Runde teilnehmen, desto häufiger werden sich Aussagen decken. Die Aufgabe der Wölfe: Muster früh erkennen, gezielte Falschaussagen treffen, Verwirrung stiften. Logisches Denken ist dabei besonders gefragt. Denn nur, wer sich nicht in seinen eigenen Lügen verstrickt, hat eine Chance, den Verdacht von sich zu lenken.

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Doch Vorsicht: Auch ein Wolf ist nicht sicher vor Räubern und Co. Ab und an wird er seine Rolle des Nachts verlieren. In diesem Fall muss er herausfinden, dass er nun ein guter Spieler ist, um seine Mitspieler zu warnen.

Insbesondere große Runden von 7 oder mehr Spielern können sehr interessant werden. Weitere Rollenkarten, wie Unruhestifterin, Doppelgängerin oder Günstling, tragen dazu bei und steigern den Spielspaß. Nicht selten ist ein Mitspieler verblüfft, wenn er entdeckt, welche Rolle er bekommen hat.
In unseren Testspielen ergab sich dabei nur ein Mal ein Konflikt, durch den die Siegauswertung (trotz guter Anleitung) schwierig wurde. Davon abgesehen ist der Ablauf gut strukturiert und durchdacht.

Fazit
Das Spiel “ – Vollmondnacht” fasziniert durch viele neue Ideen und Charaktere. Die kurzen Spielrunden und schnellen Diskussionen sorgen für Spannung und Kurzweil. Durch immer andere Szenarien bleibt der Spielspaß über lange Zeit groß. Das Spiel fordert Logik und Verstand, sowie Rhetorik und Diskussionsvermögen gleichermaßen unter allen Spielern. Anfänger werden daher nach wenigen Runden ebenso viel Spaß haben wie erfahrene Werwolf-Spieler.

  • Autor: Ted Alspach und Akihisa Okui
  • Spielzeit: ca. 15 Minuten
  • Vertrieb:  Spieleverlag
  • Anzahl: 3 bis 10 Spieler
  • Kategorie: Kartenspiel
  • Alter: ab 9 Jahren
  • Bildquelle: Maria Manneck

Test und Artikel von Marco Dankel

 

Bewertung

8.7 Bewertung

Das Spiel “” fasziniert durch viele neue Ideen und Charaktere. Die kurzen Spielrunden und schnellen Diskussionen sorgen für Spannung und Kurzweil. Durch immer andere Szenarien bleibt der Spielspaß über lange Zeit groß. Das Spiel fordert Logik und Verstand, sowie Rhetorik und Diskussionsvermögen gleichermaßen unter allen Spielern. Anfänger werden daher nach wenigen Runden ebenso viel Spaß haben wie erfahrene Werwolf-Spieler.

  • Spielidee 8/10
  • Ausstattung 7/10
  • Spielablauf 8/10
  • Interaktion 10/10
  • Einfluss 9/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 10/10

Weitere Informationen

  • Titel: Werwölfe – Vollmondnacht
  • Kategorie: Kartenspiele
  • Autor: Ted Alspach und Akihisa Okui
  • Verlag: Ravensburger Spieleverlag

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