Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Birds of Steel

Dass Flugsimulatoren für die Konsolen relativ rar sind, scheint seine guten Gründe zu haben: Die Steuerung per Controller bietet vermeintlich nicht die gleichen Möglichkeiten des Joysticks und vieler anderer Hilfsmittel, die PC-Spielern zur Verfügung stehen. Und doch versucht trotz des abgegriffenen Hintergrunds des Zweiten Weltkriegs, Bewegung in das Genre zu bringen.

Das Hauptaugenmerk der Kampagne, der „Historische Feldzug“, liegt auf den Luftschlachten zwischen Amerika und Japan im Pazifik. So erhält der Spieler seine „Ausbildung“ zur grundlegenden Steuerung 1941, also noch vor Kriegseintritt, in den USA. Erlernt wird hierbei das Starten, Beschleunigen, Bremsen, Lenken, Schießen und Landen mit den Flugzeugen.

Diese Einführung ist äußerst gelungen, gibt es doch mehrere verschiedene Schwierigkeitsgrade zu meistern. Von „vereinfachtem“ Modus bis hin zur Simulation ändern sich fast alle Parameter des Luftkampfes:

Die Gegner werden gerissener, die Munition wird begrenzt und das Flugverhalten der eigenen Maschine wird immer realistischer und lässt sich nur von erfahrenen Konsolenfliegern noch beherrschen. Neulinge sollten also in jedem Fall mit dem untersten Schwierigkeitsgrad beginnen, um sich mit Höhen-, Heckruder und Co. erst einmal anzufreunden. Ist man dann mit den vielen Steuerungs- und Einstellungsmöglichkeiten vertraut, können diese auch komplett frei auf dem Controller belegt werden.

Die Kämpfe selbst lassen sich dann aus beiden Perspektiven spielen. Auf amerikanischer und japanischer Seite lassen sich so die Schlachten um Wake Island, das Korallenmeer, Midway oder Guadalcanal nachspielen. Zumeist ist man Teil einer Einheit und sollte man abgeschossen werden oder manövriert man den Flieger ins Meer oder aufs Land, wechselt man schnell in das Cockpit eines Crewmitglieds.

Neben der Einführung eine weitere gute Annäherung an Neulinge im Genre. Bemerkenswert ist des Weiteren, dass auch jedes Flugzeug aus der Cockpitperspektive anders aussieht und verschiedene Blickwinkel ermöglicht.

Die Kampagne einstimmen sollen dabei zeitgenössische Filmausschnitte. Hierbei werden der historische Hintergrund, beispielsweise der Weg in den Krieg der konkurrierenden Mächte, aber auch technische Entwicklungen der Lufttechnik, vermittelt. Auch lassen sich in einem gesonderten Menü Texte zu den historischen Gegebenheiten der Schlachten oder zu taktischen Besonderheiten des Luftkampfes nachlesen. Auch das wirkt recht abgeklärt und ist allenfalls für den historisch-interessierten Spieler von Nutzen. Doch ist allemal lobenswert, dass sich die Entwickler überhaupt die Mühe machen, neben der Action auch etwas Inhalt vermitteln zu wollen.

Anfangs ist das zwar wie erwähnt ganz interessant, wirkt aber mit der Zeit und im Verlauf der Kampagne etwas monoton. Überhaupt ist die Präsentation etwas trist geraten: Die Menüs, die Spieloberfläche und die Kommentare des Sprechers: Alles wirkt doch sehr abgeklärt und fast steril. Ganz anders gestalten sich da die Luftkämpfe in . Diese sind absolut actionreich, überall feuert, raucht oder qualmt etwas.

Neben der Kampagne lassen sich noch viele einzelne Missionen nachspielen oder gar selbst gestalten. Erfrischend und abwechslungsreich ist dabei, dass hier auch andere Schauplätze des Krieges, beispielsweise das Ruhrgebiet, zum Handlungsort der Luftschlachten werden. Noch mehr Freiraum bietet aber der Missionseditor. So lassen sich Schauplatz, Jahr, Schwierigkeit, Wetter, das Szenario, Gegner und vieles mehr festlegen. Online wird der übliche Standard aus schnellem Spiel mit bis zu 16 Mitspielern und Bestenlisten geboten.

Diesem gelungenen Eindruck schließen sich Grafik und Ton glücklicherweise an. Im Menü und den Zwischensequenzen ist vor allem Klassik zu hören, wobei die Entwickler eine außerordentliche Vorliebe für Beethovens siebte Sinfonie zu haben scheinen, diese begleitet den Spieler nämlich immer wieder. Die Motoren- und Schlachtengeräusche sind hingegen sehr actionreich, klar und unterscheiden sich zwischen den unterschiedlichen Flugzeugen klar. Von diesen können über 100 erspielt und sogar nach eigenen Vorlieben lackiert werden.

Dabei reicht die Palette von den ersten Doppeldeckern bis hin zu großen Bombern des Zweiten Weltkriegs. Erfreulich für Simulationsfans ist außerdem, dass sich die Modelle nicht nur im Ton unterscheiden, sondern auch komplett unterschiedlich steuern lassen. So ist vor allem wenn man zwischen leichten und schweren aber zwischen Flugzeugen der verfeindeten Parteien wechselt immer etwas Umgewöhnung von Nöten.

Grafisch stechen besonders die genauen und detaillierten Flugzeugmodelle heraus. Auch die Effekte, seien es Explosionen, Schüsse oder Rauch, wirken überzeugend. Ein anderes Bild ergibt sich aber bei der Betrachtung der Landschaft: Allzu eintönig, ohne sonderliche Einzelheiten und ziemlich trist wirkt diese zumeist.

Fazit
gelingt es, das Genre der Flugsimulatoren auf den Konsolen wiederzubeleben. Ganz wie es sich für eine Simulation gehört können vor allem Steuerung, die Flugzeugmodelle und die Anzahl derselben überzeugen. Auch soundtechnisch und in Bezug auf den Umfang ist das Spiel empfehlenswert.

Besonders lobenswert sind außerdem die vielen kleinen und großen Hilfen, die die Entwickler Neulingen im Genre zur Verfügung stellen. Ein Wermutstropfen bleibt dabei die etwas angestaubte Präsentation.

Daten

  • Publisher:
  • Entwickler: Gaijin
  • Genre: Flugsimulator
  • Plattform: PS3, Xbox 360
  • Releasedatum:  bereits erschienen
  • Spieler: 1, online 2-16
  • USK: ab 16 Jahren freigegeben.

Wie bewerten Sie dieses Spiel?

GD Star Rating
loading...

Kommentar schreiben