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Fallout 4 (PlayStation 4-Version)

„Krieg, Krieg bleibt immer gleich“ – wohl bekannt und assoziiert mit einer der ältesten Videospielreihen, die seit 1997 bis heute ihre Fans immer wieder begeistern und faszinieren konnte. Mit diesen Worten beginnt stets Einstieg in eine postapokalyptische Dystopie, so auch im vierten Teil der Fallout-Reihe von . Denn alle Teile spielen zeitlich in einem Szenarium und basieren auf dem Atomkrieg im Jahr 2077, welcher viele Teile der Welt komplett verwüstet hat. So auch große Teile Amerikas. Einzige Rettung waren dabei die Vaults, oder auch Bunker, erbaut von Vault-Tec und für viele Menschen ein Schutzraum vor den atomaren Angriffen.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern beginnt zeitlich nicht erst Ende des 22. und 23. Jahrhunderts. Somit beginnt der Spieleinstieg auch nicht in einem Bunker oder im Ödland des verwüsteten Amerikas, dem Wasteland. Nein, vielmehr beginnt unsere Geschichte zu Hause im Bad beim Frischmachen. Während man sich mit dem Ehepartner unterhält, sich noch kurz um das eigene Kind kümmert und eine Befragung des örtlichen Außendienstmitarbeiters von Vault-Text über sich ergehen lässt, bricht plötzlich aus dem Nichts der Krieg über diese Welt aus. Keine Sekunde zögernd rennt man mit Kind und Kegel zum örtlich nahe gelegenen Bunker, Vault 111, um eine der wenigen Vault-Familien zu werden.

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Doch anstatt über die Jahre zu altern und diese Vault zu bewohnen, wurden sie in ein Kryo-Schlaf versetzt, anstatt dekontaminiert zu werden. Als der Protagonist, welcher sowohl weiblich als auch männlich sein kann, dies bemerkt, ist es bereits zu spät. Er musste mit dem Wissen erwachen, dass sein Ehepartner ermordet und sein Sohn Shaun entführt wurde. So führt und treibt uns diese eigene Geschichte an, sich auf die Suche durch das Wasteland zu machen. Und das, obwohl bereits nach dem Aufwachen klar wird, dass alles zerstört wurde. Auch sein eigenes Zuhause. Einziger Überlebender ist unser treuer Hausroboter Codsworth. Dieser erklärt uns auch einige Ereignisse genauer und wie lange wir tatsächlich weg waren.

Für Neueinsteiger als auch Erfahrene
Als wäre dieser Einstieg nicht schon flashend genug, wird nichts aufgespart in . Kurz der Heimat unserer Protagonisten, Sanctuary Hills, finden wir im Red Rocket Truck Stop auch einen weiteren treuen Begleiter, den Hund Dogmeat. Ein Charakter in der Fallout-Reihe, um den die eine oder andere Legende bereits existiert. Als wäre das nicht schon genug, wird man gleich in der nächsten großen Mission in den Kampf gegen eine Todeskralle geworfen. Dabei erfährt man gleich alles Wichtige: Zusammensuchen von nützlichen Gegenständen und Schießen – ganz nach dem Prinzip „jagen und sammeln“. Das sind bewährte Mechaniken der Fallout-Reihe, denn seit Anbeginn sind die Spieler von explorativem Erkunden und Erleben dieser Nachkriegszeit und des Commonwealth angetrieben gar fasziniert.

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Dabei erklärt das Spiel nicht nur Schritt für Schritt alles Wesentliche durch interaktive Anleitungen, wie man beispielsweise eine Powerrüstung wieder lauffähig macht oder aufwertet, sondern hat für Neueinsteiger auch ausführliche Erklärungen rund um das Ödland und dessen Hintergrundstorys parat. Für alte Hasen ist dies aber auch eine schöne Rückblende an alte Zeiten dank der synchronisierten Texte. Denn es wurde wirklich alles synchronisiert – über 111.000 Zeilen Text – mit Ausnahme der alten Terminaleinträge der Vorkriegs- und frühen Nachkriegsaufzeichnungen. Größtenteils gab es dafür nämlich Holobänder, die über das ganze Commonwealth verteilt sind. Um wirklich alle Geschichten nachzuerleben, muss man daher schon aus diesem Interesse alles sehr genau durchsuchen.

Charme- und Kulturerbe
Ob Powerrüstung, die stählerne Bruderschaft, der Vault-Boy oder die Verbindung zwischen futuristischer Technik mit der Alltagskultur der 50er Jahre, in Fallout haben sich viele Sachen sehr geprägt und gesetzt. Seit fast 20 Jahren hat sich dieses Setting stetig erweitert und ist in seiner Gesamtheit stets treu geblieben. Dadurch wirkt es seither in sich stimmig. Sehr bezeichnet ist auch der schwarze Humor, der trotz des düsteren und ernsten Hintergrunds einer nuklearen Zerstörung, seit Anfang an das Spiel bestimmt. Dies bemerkt man aber auch am durchgängigen Zynismus und Sarkasmus in den Gesprächen, den vielen Hintergrundstorys, Easter-Eggs oder einfach am Kampfsystem. Wie üblich kann man nämlich beim Kämpfen einfach mal Glück haben und mit einem Schuss zufällig den Kopf eines Gegners wegpusten.

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Natürlich kann man aber auch überall den Charme der Fünfzigerjahre durch Radio oder Fernseher genießen, wo unter anderem auch echte Schulungsfilme zu sehen sind – also nicht nur die von Vault-Tec. Auch die vielen liebevolle Details, wie auf einem der Schultische zu lesen ist „Duck and Cover!“, wirken teilweise schon so naiv aber realistisch, dass stets ein Auge strahlt, während das Andere Tränen weint. Der Spagat zwischen Realismus und Fiction ist einfach wunderbar gelungen. Doch braucht es viel Zeit alles zu erkunden – jede einzelne Ecke, aber auch einen starken Rücken, um alles leer zu plündern. Es gibt glaube ich auch kein anderes Spiel, wo man einfach mal so Hunderte Eimer, Besen, Wassermelonen, Rüstungen u.v.m. einfach so in seiner Unterhose verstauen kann bzw. in einem der Begleiter, wie dem Hund.

Der nackte Überlebenskampf – alleine oder in einer Gemeinschaft
Ganz neu ist die Idee des Bastelns und Wiederverwerten von Müll und Schrott aus dem Ödland jetzt nicht, aber in dem Umfang und den Möglichkeiten doch bisher einzigartig und großartig gelungen. Man kann immerhin seine eigenen Waffen individuell zusammenschustern. Zwar nicht einfach nur mit Kaugummi und Panzertape, aber dem schon sehr ähnlich. Immerhin macht die Not erfinderisch – und dieser Gedanke kann nun auch in Fallout über alle Maße ausgelebt werden.

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Man kann immerhin nicht einfach nur Waffen oder Ausrüstungen herstellen oder diese weiter auf unterschiedlichste Arten und Weisen modifizieren, die selbst über die eigene Vorstellungskraft hinausgehen können. Nein das wäre nicht genug. Man kann in nun endlich eine Gemeinschaft aufbauen. Eine Gemeinschaft, die zusammen zieht, wächst, größer wird und überlebt. So kann man alles Mögliche an Einrichtungsgegenständen, Schutz- und Versorgungsanlagen, Handelskanälen und noch mehr selbst bauen. Sogar an die Heimwerker unter uns ist gedacht, sodass man auch die eigene Werkbank oder das Labor weiter ausbauen kann.

Man kann sich natürlich auch einfach in seiner Garage im Truck Stop der Red Rocket einschließen vor der grausamen Welt da draußen, um an seinen eigenen Powerrüstungen zu arbeiten und diese bis zur Vollkommenheit zu perfektionieren.

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Jedem das seine
Ob Frau oder Mann, Böse oder Gut, alleine oder in einer Gemeinschaft – bietet so viele verschiedene Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Das fängt bereits bei den unzähligen Missionen, um genau zu sein 140 spielbare Missionen mit eigener Handlungslinie, an und der ausführlichen sowie mitreißenden Hauptstory, die uns Schritt für Schritt nicht nur durch das komplette Commonwealth führt und auch das Überleben im Ödland näher bringt, und mündet in einer frei begehbaren Welt, die nach eigenen Vorstellungen zumindest in den Siedlungen und der eigenen Ausrüstung auch verändert werden kann. Wobei das einfache Umherlaufen im Ödland schon sehr früh passiert, weil einfach der Drang da ist, diese komplexe Welt in ihren tiefen zu ergründen. Wie sollte man sonst auf Geheimräume in den Vaults stoßen, wo mit Viren experimentiert und andere soziale Experimente durchgeführt wurden?

Falls man dem Ödland beim Erkunden nicht gewachsen ist, gibt es immer noch die Begleiter, die einem tatkräftig zur Seite stehen. Schon am Anfang können wir uns zwischen einem Roboter und einem Hund entscheiden – dabei haben beide eine tiefe Verbundenheit mit dem Protagonisten. Ihr steht weder auf Roboter noch auf Hunde, denn immerhin befindet ihr euch zwischen Paladinen der Bruderschaft, Synths des Instituts, Supermutanten, Ghulen und Todeskrallen? Kein Problem auch diese Bewohner des Ödlands können euch begleiten – mit Ausnahme der Todeskralle. Die will euch nur bis zum Tod begleiten.

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Altbewährtes im neuen Glanz
Von der Spielmechanik hat sich im Kern nicht viel verändert. Man bewegt sich weiterhin frei in einer weitläufigen Welt in Ego- oder Third-Person-Perspektive. Auch das Skillsystem ist weiterhin rollenspieltypisch gehalten. So besitzt der Protagonist seine eigenen S.P.E.C.I.A.L.-Attribute, die er mit jedem Level verbessern kann und „die sie special machen“, wie es so schön in der Vault-Tec-Filmreihe heißt. Zusätzlich dazu kann man sich ab einem bestimmten Niveau der S.P.E.C.I.A.L.-Attribute noch weitere Fähigkeiten oder Boni freischalten. Die ist uns aber nur dank des Pip-Boys 3000 möglich. Ein treues und stets zuverlässiges Werkzeug im Alltag. Nur so können wir auch in einen „Vault-Tec Assisted Targeting System“-Modus wechseln, falls uns ein Kampf viel zu unübersichtlich und schnell geht. Dann wechseln wir in einen Zeitlumpen-Modus und können bestimmte Körperteile von Gegnern besser und gezielt in Fokus nehmen für den einen oder anderen kritischeren Treffer. Auch die Schnellreise wird einzig und alleine dank der im Pip-Boy enthaltenen Karte vom Commonwealth ermöglicht.

Um das ganze Feeling des Pip-Boys auch real miterleben zu können, gibt es im Übrigen ein schönes Feature von . Jeder kann sein Smartphone oder Tablet gratis mit einer Pip-Boy-App bestücken und dann im gleichen Netzwerk mit dem Spiel synchronisieren. Für die Playstationen funktioniert diese kostenfreie Anwendung einwandfrei und erweitert das Spielgefühl um eine weitere Dimension. So wird man auch nicht mehr ständig aus dem Spielfluss gerissen, wenn man mal nach Ausrüstung oder dem Missionsziel sucht. Selbst wenn man den Radiosender wechseln will, weil man gerade ein sehr flüchtiges Notsignal reinbekommt – alles kein Problem. Der Pip-Boy liegt ja griffbereit in Greifnähe.

Zusätzlich kann man die App auch ohne Direktverbindung zum Spiel nutzen, sodass man das eine oder andere Holoband oder Spiel noch einmal mit dem Pip-Boy ganz in Ruhe nachvollziehen kann. Selbst Missionsbriefing ist dadurch möglich oder die strategische Missionsplanung für den kommenden Tag. Alles dank dieser gelungenen Erweiterung.

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Fazit
Von Beginn an lässt jedem Spieler aus Freude das Herz höher schlagen und lässt einen ganz von selbst in diese einzigartige Welt abtauchen. Der vierte Teil ist ausgereift, rund, in jeder Hinsicht überzeugend und in sich stimmig. Sehr gelungen ist der Spagat zwischen dem Charme, Witz und Humor der früheren Fallout-Spiele mit den neuen, technischen Raffinessen und angepassten Modernisierungen des Gameplays. Die vielen kleinen Feinheiten, wie die überall im Ödland versteckten Vault-Tec-Lunchboxen, und die neuen Möglichkeiten der Interaktion in und um Fallout bieten dem Spieler so nicht nur ein abwechslungsreiches Spiel, sondern kreieren eine ganz einmalige sowie einzigartige User Experience. Eine solche, die man schlicht weg einfach selbst erleben muss, um sie in ihre Fülle komplett wahrnehmen zu können. Denn ist wie eine Powerrüstung- man will hineintauchen, jede noch so kleinste Ecke ergründen und modifizieren – schlicht weg um vollständig damit zu verschmelzen.  ist ein wahres Kunstwerk eines Spiels.

  • Vertrieb:  Softworks
  • Entwicklerstudio:  Game Studios
  • Anzahl: 1 Spieler
  • Spielzeit: über 400 Stunden (Hauptstory inkl. Nebenmissionen)
  • Alter: ab 18 Jahren
  • Kategorie: Postnukleares Rollenspiel
  • Plattformen: PC (Windows), PlayStation 4, Xbox One
  • Bildquelle:  Softworks

Test und Besprechung von Friedrich Lüder

Bewertung

9.7 Bewertung

Von Beginn an lässt jedem Spieler aus Freude das Herz höher schlagen und lässt einen ganz von selbst in diese einzigartige Welt abtauchen. Der vierte Teil ist ausgereift, rund, in jeder Hinsicht überzeugend und in sich stimmig. Sehr gelungen ist der Spagat zwischen dem Charme, Witz und Humor der früheren Fallout-Spiele mit den neuen, technischen Raffinessen und angepassten Modernisierungen des Gameplays. Die vielen kleinen Feinheiten, wie die überall im Ödland versteckten Vault-Tec-Lunchboxen, und die neuen Möglichkeiten der Interaktion in und um Fallout bieten dem Spieler so nicht nur ein abwechslungsreiches Spiel, sondern kreieren eine ganz einmalige sowie einzigartige User Experience. Eine solche, die man schlicht weg einfach selbst erleben muss, um sie in ihre Fülle komplett wahrnehmen zu können. Denn ist wie eine Powerrüstung- man will hineintauchen, jede noch so kleinste Ecke ergründen und modifizieren - schlicht weg um vollständig damit zu verschmelzen. ist ein wahres Kunstwerk eines Spiels.

  • Grafik 9/10
  • Sound 10/10
  • Balance 10/10
  • Atmosphäre 10/10
  • Bedienung 10/10
  • KI 9/10
  • Spielidee 10/10

Weitere Informationen

  • Titel: Fallout 4 (PlayStation 4-Version)
  • Kategorie: Konsolenspiele
  • Altersempfehlung: ab 18 Jahren
  • Autor: Bethesda Game Studios
  • Verlag: Bethesda Softworks

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