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Im Schatten der Premiere (KRIMI total)

Die goldene Stadt Prag – Nicht nur als Hauptstadt Tschechiens und wegen ihrer goldschimmernden Sandsteintürme bekannt, sondern auch als Hochburg mit stark geprägtem multikulturellem Charakter, der sich seit Jahrhunderten entfalten und formen konnte. So zeichnet sich das außergewöhnliche sowie vielfältige Kulturangebot der „Stadt gebaut aus Stein und Kalk“ nicht nur durch zahlreiche Museen, Galerien und Ausstellungen aus, sondern auch durch diverse kleine Clubs, Bars sowie große und kleine Bühnen, wie das avantgardistische oder klassizistische Theater.

Hunderte gar Tausende Male ist der Vorhang gefallen und wieder konnte das Publikum in den Bann des Stücks gezogen werden. Doch um die Zuschauer permanent abholen zu können, müssen auch neue, gar unentdeckte Stücke vorgestellt werden. Zusätzlich ist auch immer ein großer Zeitdruck dahinter, da ansonsten die anderen Konkurrenten als Erster mit dem gleichen Stück die Zuschauer abholen. Umso größer sind dann der Erfolg und das Glück nach der gelungenen Vorstellungspremiere. Dies wird traditionell mit einer prunkvollen Premierenfeier mit allen Mitwirkenden gewürdigt – außer es passiert etwas Unerwartetes, wie ein Mord. Denn dann gilt es diesen aufzuklären!

Tragischerweise ist der Vorhang für die Hauptdarstellerin, Barbara Starova, nach der Vorstellungspremiereauf der anschließenden Feier ebenfalls gefallen, denn sie wurde tot aufgefunden. Die Villa der Familie Tycha wird versiegelt, denn die Feier wurde zum Tatort. Alle Gäste sind nun Tatverdächtige. Jeder hätte den Mord verüben können. Doch wer hat es getan, wessen Motiv war groß genug?

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Um dieses Rätsel zu lösen, tauchen die Spieler in die Rollen der Gäste. Jeder Spieler spielt genau einen Gast mit all seinen Facetten, Gewohnheiten und Wissen um das Geschehen. In Summe braucht man dazu mindestens 8 Mitspieler, die man dazu auch passend stillvoll mit einer der beiliegenden Karten einlädt. Alle sollten an diesem Termin auch Zeit haben und nicht kurzfristig abspringen, ansonsten kann man den Mord nicht aufklären. Daher sollte man eher auf 10 Personen bei den Einladungen gehen. Nebencharaktere wie den Inspektor oder weitere (unwichtige) Mitwirkende der Vorstellung zu integrieren fällt leichter, als mit weniger Gästen das Rätsel zu entwirren.

Werden die Einladungskarten verschickt, erhält jeder Spieler noch zusätzlich eine Rollenbeschreibung des zu spielenden Charakters. Diese enthält einen Abriss vom Spiel, von der eigenen Person, kurze Beschreibungstexte zu den anderen Personen und ob man der Mörder ist, damit man weiß, wann man lügen darf. Ansonsten gilt im Allgemeinen für alle Spieler, dass sie stets bei der Wahrheit bleiben müssen.

Bei der Vorbereitung ist es überaus wichtig, dass alle Spieler sich gedanklich in diese Rolle vertiefen und darauf vorbereiten. Nur so erhält man ein lebendiges, dynamisches Rollenspiel. Optional dafür sind im Übrigen Kostüme für die Gäste, damit das Hineintauchen in die Rolle authentischer wirkt. Dabei hat man freie Kleiderwahl, denn Kostüme sind nicht im Spielmaterial enthalten. Vorschläge und Hinweise für die Kostümierung sind aber zum Glück in den Rollenbeschreibungen enthalten. Darüber hinaus ist es ratsam allen Spielern vorweg den Ablauf und die Regeln zu erklären bzw. zu zuschicken, um sich vollständig auf das Spiel vorzubereiten. Wie eine Art kleines Stück – ein interaktives Krimistück im privaten Theaterwohnzimmer.

Das Spiel lebt von der Fantasie und der detailreichen verbalen Illustration der Spieler. Um alle notwendigen und gerne auch ausgedachten zusätzlichen Informationen unter die Mitspieler zu streuen hat man insgesamt 5 Spielrunden Zeit.

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In der ersten Runde erhält jeder Spieler Informationen über die anderen Personen. Dazu stellt man sich entsprechend seiner Rollenbeschreibung und den mitgelieferten Hinweisen vor bzw. ist es eher ein interaktives Miterleben der jeweiligen Personen, denn alle Rollen kennen einander. Die Ausnahme sind dabei die zusätzlichen Rollen. Die Länge dieser Vorstellung ist dabei jedem selbst überlassen. Bei wichtigen und notwendigen Informationen / Hinweisen ist dies explizit gekennzeichnet, sodass keine Informationen zur Aufklärung des Mordes verloren gehen.

Runde für Runde werden nun Diskussionen geführt, nützliche Hinweise bzw. Informationen eingebracht und Gerüchte gestreut. Neben dem Verwirrung stiftenden Mörder entsteht so ein großer Topf voller nützlicher, falscher und unwichtiger Informationen. Doch alles kann erstmal ein Indiz für das Aufspüren des Mörders sein. Selbst das kleinste geheime Verhältnis zwischen den Anwesenden oder wie und wo das aufgespürte Stück seinen Ursprung hat. Alles kann dazu führen, dass man dafür mordet. Daher sind wilde und hitzige Diskussionen, nachgestellte Szenen und sogar das eine oder andere Gespräch unter vier Augen notwendig – zumindest solange, bis es keine neuen Erkenntnisse mehr gibt. Dann kommt die nächste Runde mit weiteren Informationen. So bewegt man sich kontinuierlich Stück für Stück gemeinsam in eine gewollte oder ungewollte Richtung. Bis zur Anklage. Dann muss einer der Anwesenden als Mörder entlarvt werden. Jeder kann es sein, doch wessen Motiv war stark genug? Dazu äußert jeder seinen Verdacht und seine Meinung über den wahren Täter.

Die abschließende Auflösungsrunde schließt das Spiel ab und löst den spannenden Mordfall auf. Dabei wird detailliert auf jede Rolle mit den individuellen Motiven eingegangen und alles Stück für Stück aufgelöst. Hat man den richtigen Täter verdächtigt und angeklagt, so gewinnt man nach der Auflösung diesen spannungsgeladenen mit Intrigen gespickten Mordfall. Dabei soll hier gesagt sein, dass es nicht immer nur ein Täter sein muss, um nicht zu viel zu verraten. Zusätzlich kann man noch einige interessante Zusatzinformationen herausfinden.

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Doch alles steht und fällt mit den Spielern und ihrem Engagement, denn der Inhalt des Spiels ist romanverdächtig gut und durchdacht geschildert. Auch das Spielmaterial ist stilistisch einfach im Design des Verlags gehalten, erfüllt aber sehr gut jeden Informationsanspruch. Vor allem die zahlreichen kleinen Details, wie der Spielplan mit den zwei Ebenen der Villa und einem kleinen Pfeil auf der Treppe sowie die zahlreichen Hintergrundgeschichten zu den jeweiligen Rollen, bilden die perfekte Grundlage für einen schönen und stimmigen Rollenspielabend. Doch jedes noch so gute Material und jede noch so perfekte Vorbereitung, wie das Mieten von passenden Räumlichkeiten, passendes Krimi-Party-Essen bzw. kleine Snacks mit Aperitif und genügend Zeit für einen gelungenen und in sich abgeschlossenen Abend. Darüber hinaus sollten sich die Spieler auch entsprechend gut vorbereiten. Sehr gut machen sich kleine Notizzettel, wo die wesentlichen Fakten und Informationen draufstehen. Das hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Spieler sehen, dass man sich vorbereitet hat. Die Notizzettelchen müsste man sich jedoch selbst machen. Ohne diese Notizen ist das Spielen auch möglich, dadurch dass man die Hefte vom Spielmaterial jedem Spieler in die Hand drücken kann. Das Problem dabei ist nur, dass die Spieler daraus zu gerne ablesen und weniger frei sprechen könnten. Mit erfahrenen Laien-Schauspielern oder Rollenspiel-Fans sollte dies jedoch kein Hindernis darstellen.

Einfach mal in eine andere Haut schlüpfen, sich über nichts weiter Gedanken machen, außer um genau eine Situation und ein kniffeliges Mysterium kombiniert mit vielen Intrigen und Konflikten – aber alles nur fiktiv und aus Spaß. Denn durch diesen Mordfall kann man nicht nur einfach mal ein anderer sein und aus seiner eigenen Haut rauskommen – nein – es ist weit aus mehr, denn mit dem den -Fällen erhält man ein Set, um unter Anleitung seinen eigenen kleinen Roman zu fabrizieren bzw. ein eigenes kleines Stück aufzuführen über den tragischen Fall einer talentierten Schauspielerin der goldenen 20er Jahre, welche klassischerweise während eines geselligen Zusammenseins bei der Premierenfeier unter ihren Freunden und Bekannten ermordet wird. Wie im Fernsehen und in Romanen muss nun der Täter gefunden werden, denn es ist einer von euch. Es ist nicht nur ein Mitfiebern und Miträtseln sondern ein direktes Miterleben und selbst Gestalten der Geschichte und des Ausgangs.

  • Autor: Jörg und Antje Meißner
  • Spielzeit: ca. 240 Minuten
  • Vertrieb: KRIMI total
  • Anzahl: 8 bis 9+ Spieler (optionale Zusatzspieler sind möglich, weitere Details dazu sowie zahlreiche Informationen und kostenloses Zusatzmaterial sind auf der Homepage von KRIMI total zu finden)
  • Kategorie: Rollenspiel
  • Alter: ab 16 Jahren
  • Website: http://www.krimitotal.de
  • Bildquelle: Friedrich Lüder

Und für alle, die einen klitze kleinen Vorgeschmack der spielbaren Rollen wollen, sind nachfolgend einige Rollen kurz beschrieben.

  • Josef Tycha ist der Intendant des Prager Theaters. Sein guter Geschmack und vor allem sein Gespür für den Erfolg hat er oft durch den Fund von wahren Schmuckstücken der Literatur unter Beweis gestellt. Er ist darüber hinaus auch bekannt geworden durch sein schauspielerisches Talent für die Inszenierung klassischer Stücke von Shakese, Goethe und Schiller.
  • Helene Tycha ist eine klassische Frau der goldenen 20er Jahre. Verschwenderische Konsum- und Kaufsucht zeichnen das Leben der Frau des Intendanten. Die meiste Zeit verbringt sie in Kaffeehäuser, um bei einem Mokka über Klatsch und Tratsch informiert zu bleiben.
  • Viola Tycha ist eine schüchterne und zurückhaltende junge Dame und Tochter des Ehepaars Tycha. Dies liegt wohl an der strengen Erziehung auf der besten Prager Privatschule, die sich die Eltern für ihre Tochter leisten.
  • Emil Hypschmann wird nicht gern in der Prager Theaterszene gesehen, obwohl er als Verleger tätig ist. Denn in ganz Prag ist er als Theaterkritiker bekannt und schreibt für diverse Zeitungen. Seine Feder entscheidet maßgeblich über Fall oder Ruhm eines neuen Stücks.
  • Sidonia von Wolfhagen ist eine ältere Dame und im Gegensatz zu Frau Tycha eine Liebhaberin von Kunst und Kultur. Über etliche Jahre besucht sie fast alle Vorstellungen des Prager Theaters. Dadurch kennt sie nahezu das gesamte Programm, alle Stücke und jeden einzelnen Schauspieler.

Bewertung

9.7 Bewertung

Einfach mal in eine andere Haut schlüpfen, sich über nichts weiter Gedanken machen, außer um genau eine Situation und ein kniffeliges Mysterium kombiniert mit vielen Intrigen und Konflikten - aber alles nur fiktiv und aus Spaß. Denn durch diesen Mordfall kann man nicht nur einfach mal ein anderer sein und aus seiner eigenen Haut rauskommen - nein - es ist weit aus mehr, denn mit dem den -Fällen erhält man ein Set, um unter Anleitung seinen eigenen kleinen Roman zu fabrizieren bzw. ein eigenes kleines Stück aufzuführen über den tragischen Fall einer talentierten Schauspielerin der goldenen 20er Jahre, welche klassischerweise während eines geselligen Zusammenseins bei der Premierenfeier unter ihren Freunden und Bekannten ermordet wird. Wie im Fernsehen und in Romanen muss nun der Täter gefunden werden, denn es ist einer von euch. Es ist nicht nur ein Mitfiebern und Miträtseln sondern ein direktes Miterleben und selbst Gestalten der Geschichte und des Ausgangs.

  • Spielidee 10/10
  • Ausstattung 9/10
  • Spielablauf 10/10
  • Interaktion 10/10
  • Einfluss 10/10
  • Spielbarkeit 9/10
  • Spaß 10/10

Weitere Informationen

  • Titel: Im Schatten der Premiere (KRIMI total)
  • Kategorie: Rollenspiele
  • Autor: Jörg und Antje Meißner
  • Verlag: Krimi total

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