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Kleine Spiele, große (Sog-)Wirkung

Spiele-Apps sind ein beliebter Zeitvertreib bei Kindern und Jugendlichen. Sie sind oft aber auch Zeitfresser oder enthalten Kosten- oder Datenfallen. Deshalb empfiehlt SCHAU HIN! Eltern diese genau zu prüfen. Fünf praktische Tipps helfen dabei.

In der Bahn noch eine Quizrunde lösen, einige Bonbons zum Krachen bringen oder die nächste Mission planen: Viele Kinder und Jugendliche nutzen Spiele-Apps auf mobilen Geräten oder über soziale Netzwerke wie Facebook. Diese Minispiele funktionieren sehr einfach, bieten schnellen Spielspaß sowie Flow- und Frusterlebnisse im Wechsel, entpuppen sich aber oft als Zeitfresser.

„Zeit ist bei Spiele-Apps die wichtigste Ressource“ meint Kristin Langer, Mediencoach bei „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien. Daher ist wichtig, dass Eltern ihr Kind darauf hinweisen, dass diese Spiele gezielt darauf setzen, viel Zeit und auch Geld zu investieren. Gelockt werden Spieler etwa durch Bonusgeschenke, Zusatzlevel sowie Highscores.

App vor Download prüfen
Manche Spiele-App ist für Kinder ungeeignet, da sie Gewalt enthalten oder sich als Kostenfalle und Datenkrake entpuppen. Daher ist es ratsam, dass Eltern sich die App vorher genauer anschauen. Generell ist der Download gerade bei Kindern bis zwölf Jahren Elternsache. Damit Kinder Apps nicht selbstständig herunterladen, ist der Zugang zum App-Store mit einem Passwort zu schützen und sind Sicherheitseinstellungen zu aktivieren. Hinweise bietet SCHAU HIN!: www.schau-hin.info/sicherheit.

Hilfreich ist ein Blick auf Alterskennzeichen wie die der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bei Google Play und beim Firefox Marketplace sowie auf Empfehlungen bei unabhängigen Portalen wie schau-hin.info/empfehlungen, handysektor.de, app-tipps-net oder spielbar.de. Wissenswertes finden Eltern auch in der Beschreibung, den Screenshots und der Aufstellung der Datenzugriffe.

Benachrichtigungen ausstellen
Oft fordern voreingestellte Nachrichten per Push-Mitteilung die Nutzer auf, wieder ins Spielgeschehen einzusteigen. Diese sind am besten gleich bei der Installation auszustellen, um nicht in Versuchung zu geraten, mehr Zeit zu opfern und andere Dinge auf Dauer zu vernachlässigen. Klare Regeln helfen dabei: So bleibt bei Hausaufgaben oder dem gemeinsamen Abendessen das Smartphone aus.

Werbung unter Freunden meiden
Viele Spiele-Apps fordern dazu auf, sich über soziale Netzwerke mit dem Spiel zu verbinden, um Freunde für das Spiel zu gewinnen und locken mit Belohnungen. Doch ist dies nicht zu empfehlen, da die App dann auch Zugriffe auf persönliche Daten und die Freundesliste des Profils hat und Spielinformationen oder andere Werbebotschaften im eigenen Namen verbreitet, die andere stören.

Daten schützen und Störer melden
Oft bieten diese Apps auch integrierte Chats, in denen sich Spieler mit anderen unterhalten und gemeinsam Strategien entwickeln können. Diese Chats sind für jüngere Kinder auszuschalten, da sie mit Daten- und Jugendschutzrisiken verbunden sind. Ältere Kinder ab zwölf Jahren sollen Vorsicht walten lassen und keine persönlichen Daten preiszugeben, da man nie weiß, wer sich hinter dem anderen Account verbirgt. Am besten schauen sich Eltern den Chat und den Umgangston an, um einzuschätzen, ob ihr Kind reif genug dafür ist. Beleidigungen oder Belästigungen sind dem Betreiber oder bei schweren Fällen externen Stellen wie i-Kiz.de oder jugendschutz.net zu melden.

In-App-Käufe kontrollieren
Viele Spiele-Apps werden mit steigendem Level immer anspruchsvoller und fordern In-App-Käufe, die Spielern Vorteile durch Bonusgegenstände, Extralevel oder Zeitersparnisse verschaffen. Um die Kosten im Überblick zu behalten, aktivieren Eltern gerade bei jüngeren Kindern eine Drittanbietersperre beim Netzbetreiber. Rat erhalten Eltern auch bei der Verbraucherzentrale, etwa auf surfer-haben-rechte.de. Ältere Kinder können Eltern darauf hinweisen, dass viele Apps auf diesem Spielprinzip basieren und erfolgreiches Spielen auch ohne Zukäufe möglich sein sollte – auch wenn es mühsamer ist. Wichtig ist, dass aus „Free-to-Play“ kein „Pay-to-Win“ wird.

Tipps und Empfehlungen erhalten Eltern im Bereich „Mobile Geräte“auf www.schau-hin.info.

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