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Slapping, Bulying, Snuffing

, Bullying, !“ – MA HSH legt Studie zu Pornografie und Gewalt auf Handys von Jugendlichen vor. Handyhersteller müssen sich ihrer besonderen Verantwortung beim Jugendschutz stellen! Vor rund hundert Gästen hat heute in Hamburg die MA HSH die Studie „Pornografie und Gewalt auf Handys“ vorgestellt.

Die von Prof. Dr. Petra Grimm, Hochschule der Medien, Stuttgart, im Auftrag der MA HSH erstellte Studie bietet eine kommunikationswissenschaftliche Untersuchung von jugendgefährdenden Inhalten auf Handys unter qualitativen und quantitativen Aspekten, stellt rechtliche Problemlagen dar und zeigt Handlungsoptionen auf.

Anlass für die Studie war die steigende Zahl von jugendgefährdenden Inhalten, die in Form von pornografischen oder gewalthaltigen Videoclips immer häufiger den Weg auf die Handydisplays von Jugendlichen finden.

Die Studie „, Bullying, ! Zur Problematik von gewalthaltigen und pornografischen Videoclips auf Mobiltelefonen von Jugendlichen” ist als Band 1 der MA HSHSchriftenreihe im VISTAS Verlag, Berlin, erschienen. ISBN 978-3-89158-467-5, 17 €.

Kommentar

Das Buch, besser die Forschungsarbeit von Frau Prof. Grimm und Frau Dr. Rhein ist sehr bemerkenswert. Es ist zwar nicht die erste Publikation zum Thema Gewalt und Pornos auf Handys, dafür aber mit sehr viel Gefühl und Verständnis für Kinder und Jugendliche geschrieben. Bemerkenswert ist die Sensibilität, wie mit diesem Thema umgegangen wird und die immer wieder durch die Zeilen wahrzunehmenden Hinweise, doch differenziert über Jugendliche zu sprechen. Jugendliche sind nicht gleich Jugendliche. Nicht jeder 16jährige findet brutale Gewalt auf Handys gut, im Gegenteil.

Die Autorinnen haben etwas genauer hingeschaut, was junge Menschen mit ihrem Multimediagerät tun und zu klären versucht, welche Motive hinter welchem Verhalten stehen können. Genau dieser Ansatz ermöglicht zielgruppengenaue Präventionsbemühungen und schützt uns vor oberflächlichen Schein-Jugendschutz-Aktivitäten wie Handyverbote oder umgehbare Sperren.

Appropo Sperren, es ist hervorragend gelungen, Diskussionsbedarf aufzuzeigen. Die Autorinnen plädieren für eine grundsätzliche kindersichere Voreinstellung des Handys bei Kauf inklusive Bluetoothsperre, die im Laufe der Zeit durch Eltern entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes gelockert werden kann. Ähnlich argumentiert die KJM und auch jugendschutz.net. An anderer Stelle wird aber darauf hingewiesen, das damit der gewünschte Effekt, die Verbreitung von Gewalt und Pornografie von Handy einzuschränken nicht wirklich erreicht werden kann und Jugendliche bereits über genug Wissen verfügen, diese potentiellen Sperren zu umgehen. Lassen Sie uns hierüber reden.

Besonders gelungen ist die Begründung, warum neben technischen Kinder- und Jugendschutz eben auch Eltern und Gesellschaft (Schule, Jugendhilfe) Verantwortung übernehmen müssen.
Als Zugabe wird mit einer plausiblen Erläuterung der Vorschlag eines Faches Medienunterricht vorgeschlagen. Ich hoffe, er findet nicht so wie oftmals der Informatikunterricht statt. Weil dann könnte man es auch gleich sein lassen. Lebensweltbezug fordern die Autoren. und Lebensweltbezug in pädagogischen Prozessen erfordern eben auch entsprechende Lernräume. Hier können sich Schule und Jugendhilfe prima begegnen und aneinander partizipieren.

Die Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V. macht es mit ihren vielfältigen Projekten zum Themenkomplex Handy vor (www.handywissen.info). Und dann landet man oft wieder in bekannten pädagogischen Räumen wie Gewaltprävention und Sexualpädagogik. Fühlen wir uns zu Hause. Das Handy bringt uns Pädagogen zu unseren Wurzeln. Es lebe das Handy!

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